Von Melbourne nach Canberra, ab durch die Great Dividing Range


Australien, ein Land der Wetter-Extreme.

Dieses durfte ich bei meiner Ankunft in Australien erleben. Gerade angekommen, war ich bereits Mitten im Heatblast. Heute, am 12. Januar, verlasse ich diese Stadt bei 15°C im Regen und mit Aussicht auf Regen, Sturm und Schnee.

Wie dem auch sei. Raus auf die Straße und ab in die Great Dividing Range (siehe Exkurs), dass war mein Motto des Tages. Melbourne habe ich in östlicher Richtung, entlang des Yarra Rivers verlassen, und bin dann nach Norden, in die australischen Alpen, Richtung Healthville weitergefahren. Hier hat der Regen glücklicherweise nachgelassen.

Im Yarra Ranges National Park viel es mir dann wie Schuppen von den Augen. Wo bin ich hier eigentlich? Die Landschaft, die Pflanzenwelt, die Gerüche? Vieles sieht  unbekannt aus und riecht auch ebenso? Kein Wunder! Ich bin durch meinen ersten Eukalyptus Wald gefahren. Neben den Eukalyptusbäumen gibt es hier Farne in einer Größe, wie ich sie selbst aus dem südamerikanischen Regenwald nicht kenne.
Alles riecht hier irgendwie nach Hustenklömpkens. Dass kommt mir sehr gelegen, gerade da ich mit einer leichten Erkältung kämpfe. Trotz Regen und kalten Temperaturen, oder vielleicht gerade deswegen war, ich wie geflasht.
Kurz einen Photostopp eingelegt (Bilder siehe oben) und weiter ging es, vorbei am Lake Eildon, einem beliebten Naherholungsgebiet, und weiter Richtung Mansfield.
Da sich das Wetter mittlerweile von seiner bezaubernden Seite zeigte, hatte ich mich entschlossen, den ersten Schotter unter die Räder zu nehmen. Auf der Strassenkarte sah eine kleine Strasse, welche um das Westufer des Lake Eildon entlang Richtung Bonnie Doon führte, sehr  viel versprechend aus. Die Entscheidung war gefallen. Es musste diese Piste sein. Diese hat dann auch mal Richtig Spaß gemacht! Die kleine Gravelroad (Schotterpiste), welche sich nach ein paar Kilometern in eine sehr gute Asphaltstrasse wandelte, führte in kleinen Kurven um  den See.
Gerade als ich die ersten Kurven in ambitioniertere Schräglage genommen hatte, hatte ich dann auch meinen ersten beinah Unfall.

Unfallparteien waren:
Ein deutscher Motorradfahrer (ich) und mindestens fünfundzwanzig Kakadu (Unfallgegner), welche von links meinen Weg kreuzten (weitere konnte ich, mit verschlossenen Augen in Embryonalhaltung und bei einer gleichzeitigen Vollbremsung, soweit das mit einer vollbeladenen G/S überhaupt geht, nicht zählen) und mir damit meine Vorfahrt nahmen! Schuldfrage geklärt. Wer jetzt glaubt, ach, gar nicht mal so wild. Also, diese Dinger, Namens Gelbhaubenkakadu, (für die Ornithologen unter uns Cacatua galerita) haben eine Körperlänge von bis zu 50cm und bringen dabei zwischen 720g und 1020g auf die Waage. Stellt Euch mal vor bei einer Geschwindigkeit von ca. 60 km/h in einen Schwarm davon zugeraten. 😉 Glücklicherweise gab es keine Toten oder Verletzten. Für weitere Infos zu den Kakadus siehe hier.
Während ich mich dann von dem Schrecken erholte, läuft mir dann ein weiteres unbekanntes Wesen über den Weg. Sah aus wie ein normaler Igel, nur drei mal so groß, dafür mit einer beachtlichen Schnauze, die in einer schwarzen Knopfnase endete, war es aber nicht. Wie ich später heraus finden sollte, handelte es sich hierbei um die endemische Art, den Ameisenigel oder short-backed Echidna (Tachyglossus aculeatus).Ameinsenigel 008

Willkommen, im unbekannten Land Down Under!

Die erste Nacht habe ich auf einen Campingplatz in Mansfield verbracht. Aber was schreibe ich, Ihr könnt alle Orte, an denen ich war und die Strecken die ich bisher gefahren bin, im Life Tracking mitverfolgen. Dementsprechend gehe ich von nun an nur noch auf besondere Dinge ein, wie im nächsten Schritt die Great Alpine Road.

Diese Strasse hat es in sich. Sie zählt zu einer der Landschaftlich schönsten Strassen, gerade für Motorradfahrer, in Australien. Eine Kurven jagt die nächste, ein schöner Ausblick den nächsten, und das auf sehr guten und griffigen Asphaltstrassen. Leider hat in den ersten Kurven meine eingebaute „Schräglagenbegrenzung“ warnend eingegriffen. Mein Hauptständer hatte in einer mutig genommenen Rechtskurve Bodenkontakt. Irgendwie passt der noch nicht wirklich zum Vorschalldämpfer. Ändern werde ich hier aber vorerst nichts. Ich verbuche diesen kleinen „Schräglagenbegrenzer“ unter Sicherheitsreserve. Wer weiss, wofür ich diese noch benötige?
Fazit: Great Alpine Road – ein Muss.

Die gesamte Region um Wangaratta und Bright, und damit auf der Great Alpine Road, ist ein riesiges Weinanbaugebiet. Die Produkte daraus sind nicht nur in Australien, sondern auch in Europa, prämiert, bekannt und geschätzt.

Für mich war diese Strasse allerdings nur eine Verbindungsetappe, um weiter auf kleineren Nebenstrassen und Pisten, Richtung Canberra zu fahren.

In Omeo, einem kleinen verschlafenen Nest am Eingangstor zum Alpine National Park, konnte ich eine weitere Nacht verbringen und einen erstklassigen und sehr schmackhaften StarBurger essen. Diesen habe ich in einem netten Cafe/Bar gegessen. Leider ist es mir hier mal wieder passiert. Gerade wenn es einem Richtig gut geht, man ein besonderes Ambiente entdeckt und oder erlebt, dann ist der Photoapparat in weiter Ferne und/oder das Handy hat keinen Strom mehr für weitere Aufnahmen. Folgendes habe ich mir nun hinter die Ohren geschrieben. !!!Der kleine Schwarze, Photoapparat, muss immer dabei sein!!! Wie zum Beispiel in der Wäscherei in der ich gerade (natürlich ohne Photoapparat, grummel) sitze und diesen Artikel schreibe.

In der Region, nördlich von Omen, gibt es eine Vielzahl von Minen, in denen Erze und Metalle abgebaut wurden. Dieses erschliesst sich auch dem Unwissenden, da die Strassen und Pisten so tolle Namen haben wie, Blue Metal Road oder Iron Street haben. Hier bin ich von einer gut präparierten Schotterpisten in eine kleine Minenstrasse eingefahren um eben diese zu besichtigen. Leider handelt es sich hierbei um eher schlechtere Waldwege als um Strassen und bei dem Gedanken auf solchen Pisten, in bergigen und einsamen Regionen, alleine zu fahren bzw. zu stürzen, war mir nicht wirklich wohl und habe die Suche nach der Mine irgendwann aufgegeben. Grundsätzlich sind diese Gravelpit oder Unpaved Roads aber in einem sehr guten Zustand und dementsprechend sehr leicht zu befahren. Meistens sind es Schotterpisten mit etwas Wellblech. Die Abschnitte, an denen es tiefere Löcher oder gar brutales Wellblech, eventuell sogar steile Auf und Abfahrten sowie Wasserdurchfahrten gibt, sind auf den Durchgangsstrassen eher selten. Dafür muss man schon u.a. auf eine dieser Minenwege 😉 Ich bin jedenfalls froh mit meiner „leichten“ Reiseeinduro hier zu sein. Also, bisher alles, auch für den durchschnittlichen Mopedfahrer zu meistern.

Nix dolles!

Aber gerade wenn man,…

Eine der bisher schönsten Strecken, war für mich die Strecke von Tuma in Richtung Canberra via Wee Jaspers, im Kosciuszko-Nationalpark bzw. Wee Jasper Nationalpark. Auf dieser Strecke fährt man sehr viele, weite und enge, Kurven auf asphaltierten und geschotterten Pisten. Gerade diese Abwechslung in einer wunderschönen Bergwelt, machen diese Piste zu etwas ganz besonderem. Das oben gezeigte Video wurde auf einem Teilabschnitt dieser Strecke 😉 gedreht. Und ja,ich  bin die Strecke zwar mit Schweissperlen auf der Stirn, aber Sturzfrei und ohne anzuhalten hochgekommen.

Grundsätzlich waren die letzten Fahrtage eine gelungene Abwechslung zwischen Kurven fahren und Cruisen auf Schotter- und guten Asphaltstrassen.  Und das ganze in einer grandiosen Bergwelt mit sehr wenig Verkehr!

Seit gestern (15.01.2011) bin ich nun in Canberra. Heute Abend werde ich mich das erste Mal in die Stadt begeben, um dann morgen, am 17.01., diese ausführlich zu besichtigen. Den heutigen Tag verbringe ich mit schreiben dieses Artikels, Wäsche waschen und ein wenig ums Moped und Gepäck kümmern. Bis bald.

Für die Kilometer – Könige:
12.01.2012: Melbourne – Mansfield -> 186,9km
13.01.2012: Mansfield – Omeo -> 311,3km
14.01.2012: Omeo – Tumbarumba -> 225,0km
15.01.2012: Tumbarumba – Canberra -> 251,3km

Leider gab es auch ein paar sehr unschöne Dinge zu sehen. Ab hier, nichts für Kinder unter 12 und oder Menschen die Katzen lieben!!!

  • Mein erstes Känguru und meinen ersten Wombat konnte ich sehen, leider etwas steif und Tod – ein weiterer Strich in dem Kapitel Namens, Roadkill.
  • Kennt Ihr diese Situation in der man sich plötzlich unbehaglich fühlt? Gerade war alles noch unbeschwert und glücklich, doch plötzlich schleicht sich ein ungutes Gefühl in die Magengrube ein? Dieses hatte ich auf einer einsamen Piste von Omeo nach Uplands. Auf dieser Strasse in einer wunderschönen Gegend, sah ich fünf Bäume die ihren Schatten auf die Strasse warfen. Als ich mich diesen näherte flogen Vögel aufgeschreckt aus den Bäumen. Der Grund meines Unbehagens waren Katzen die an ihren Schwänzen in den Ästen angebunden waren. Auch Tod. Warum machen Menschen so etwas? Ich glaube die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Weil sie Böse sind!

Exkurs:

Die Great Dividing Range ist der größte Gebirgszug Australiens. Dieser Gebirgszug ist gleichzeitig eine Wasserschneide zwischen den Flüssen in dieser Region, welche entweder in das größte australische Flusssystem, dass Murray-Darling Bassin (Deckt 14% der Landmasse Australiens und damit 1,5mio km2 ab) und damit in das Landesinnere oder in den Ozean fliessen. Der Gebirgszug erstreckt sich vom südöstlichen Victoria bis in das nördliche Queensland. In diesem Gebirgszug befindet sich auch Australiens Höchster Berg, der Mount Kosciuszko  mit 2.228 m. Gegende wie, die Victorian Alps, die SnowyMountains und die Bue Mountain sind hier zu finden. Ostaustralien bezieht Größtenteils des verbrauchten Wassers aus dieser Region, in der sich folgerichtig, einige natürlich Wasserreservoiurs und Stauseen befinden.

Die Great Dividing Ranges beherbergen viele Nationalparks und Naturschutzgebiete. Gleichzeitig ist es ein beliebtes Wander, Ski, Freizeit und Naherholungsgebiet. Auf meiner Reise waren in den Niederungen ganze Hänge von Wald abgeschlagen. Offensichtlich wird hier viel Nutzholz gewonnen. Der Begriff, Wiederaufforstung scheint hier noch nicht bekannt zu sein. Sehr Schade, gerade wenn man bedenkt was für ein schönes Stück Erde hier vernichtet wird.

Der Alpine-Nationalpark befindet sich im australischen Bundesstaat Victoria, nordöstlich der Großstadt Melbourne. Mit einer Fläche von 6.474 km² ist er der größte Nationalpark Victorias. Sein Gebiet schützt die höchsten Berge des Bundesstaates und umfasst einen großen Teil der Hochgebirgsregion der Great Dividing Range und ist einer von acht Nationalparken, die die australischen Alpen schützt. Der Park grenzt an den Kosciuszko-Nationalpark im Nachbarbundesstaat New South Wales und Der Park umfasst eine der wenigen Regionen Australiens, die im (Süd-)Winter regelmäßig Schneefall erleben.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Alpine-Nationalpark
Weitere Infos hierzu unter: http://parkweb.vic.gov.au/explore/parks/alpine-national-park

Der Kosciuszko-Nationalpark (engl. Kosciuszko National Park):
Weitere Infos unter http://www.environment.nsw.gov.au/NationalParks/parkManagement.aspx?id=N0018

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14 Antworten zu “Von Melbourne nach Canberra, ab durch die Great Dividing Range

  1. Hi Carsten,

    Schön, dass du endlich unterwegs bist!
    Macht Spaß, da mitzulesen…danke, dass du uns dabei sein lässt 🙂

    LG und immer eine Handbreit Schotter unterm Mopped…

    Frank

    • Hi Frank. Danke für die Blumen! Und, Schotter, den gibt es ab morgen wieder. Da geht es zurück über die Great Dividing Range und auf die Great Ocean Road. Canberra war heute.

  2. Peter Schröder

    Auch von mir schön Grüße. Finde es toll das du dir einen Traum erfüllst! Fahre vorsichtig. Bis dann in Mon
    Peter

  3. He PUC mein Lieber, erstmal Frohet Neuet 2012 und dann möchte ich wissen, ob Du Dich auch schön eingecremt hast, Du siehst (wie immer) so rot aus….. bin gespannt auf Deine noch ausstehenden Abenteuer und freue mich schon darauf weitere Beiträge zu lesen !!! P.S. Warste auch am Hafen von Melbourne, da wohnt doch die Maria auf ihrem Boot ????

    • Hi NEC. Schön Dich hier zu haben 😉 Ich war auch in einem der Häfen von Melbourne. Vielleicht sogar in einem, wo Maria ihr Boot hat. Ich kann Dir aber sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt, keine gute Gesellschaft gewesen wäre. Dementsprechend habe ich von einer Kontaktaufnahme abgesehen. Wollte ja niemanden die Laune verderben.

  4. ….habe gerade meinen Kommentar in der Direktübersetzung gelesen…. LOL… also PUC, wenn’s mal langweilig wird (bestimmt nie, aber man kann es nicht wissen), dann schau Dir die Kommentare in der Überstzung mal an. IST DAS WITZIG !!!!!!

  5. Hallo Carsten!
    Ich freue mich für dich, das du endlich on the Road bist. Ich wünsche Dir viel Spaß und genieße jeden Augenblick deiner Tour!!!
    Und vergesse den Cappucino zwischendurch nicht!!
    Gruß Christoph

    • Hi Christoph. Danke für Deinen Kommentar. Ich musste gerade voll Lachen. Du, der mich an eine Pause erinnert. Ich brech ab! Hoffe auf baldige gemeinsame Touren. Lg auch an Gabi und Deine „Kleinen“

  6. Hi Carsten, was war das denn auf dem Burger auf der linken Seite? Sieht aus wie rote Beete. 😉 Und das Spiegelei ist ja auch herzallerliebst. *grins*

    Na da hast Du ja mal wieder einiges die letzten Tage erlebt. Und immer schön die Füße auf den Rasten lassen, denn wie heißt es so schön: „Die Füße verlassen als Letztes die Fußrasten!“.

    Bin echt neidisch. Wäre jetzt auch gerne dort und auf Abenteuertour. Ich scharre schon mit den Füßen. Leider hat meine Karre ja immer noch nen Plattfuß. 😦

    Frank hatte mich gefragt warum Du alleine unterwegs bist und ob das nicht alles etwas gefährlich ist. Ich habe ihm von Deiner Annahme der Moppedbox erzählt, da hatte er schon den Papp auf. Sind halt nicht alle so hart im Nehmen wie Du! 😉

    • Hi Aenki. Also, ein Plattfuss an Deinem Motorrad, ist nun das Letzte was Dich an Australien und Abenteuer hindern sollte 😉 Sehr gut erkannt. Es war wirklich rote Beete, Respekt. Und zum Ei. Wäre ja sonst kein STAR-burger. Zwinker. Hoffentlich motiviert Dich (Euch), meine Abenteuer, für zukünftige Reisen!

  7. Will auch…!!!! Mann echt doof das zu lesen und selber im Büro sitzen zu müssen…:-( Freut mich aber für dich das du deinen Traum lebst!! Ganz liebe Grüße
    Uschi

  8. Hi Carsten

    Es freut mich, dass du gut in down-under angekommen bist und sogar dein Moped in der Tat fährt:)
    Auf dieser Reise wirst du sicher noch einiges erleben, wovon du noch lange zehren kannst. Komm aber auch wieder heil zurück, damit du deine Erlebnisse auch erzählen kannst. Ich erwarte dich dann im Südschwarzwald oder Mannheim, oder ich komme mal wieder nach Monheim.

    Es macht außerdem Spaß deinen Blog mit zu verfolgen.
    Bis bald, Stefan

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