Monatsarchiv: November 2011

Rufzeichen: A8UN3


oder willkommen in der vollkommenen Überwachung.

Mein Motorrad wird mit dem Frachtschiff Porto (fährt unter der Flagge von Liberia) nach Australien transportiert. Die planmäßige Ankunftszeit in Melbourne ist der 15. Dezember 2011. Momentan liegt die Porto noch in Hamburg und wird bald Richtung Antwerpen aufbrechen. Der Container mit meinem Moped sollte sich bereits auf dem Schiff und damit auf dem Affenfelsen befinden.

Es ist schon wahnsinnig welche Möglichkeiten das moderne Internet bietet. Hättet Ihr gedacht dass man per Maus klick die aktuelle Position von Schiffen (egal ob Vergnügungsschiff, Segel, Passagier oder Frachtschiff) erhalten kann? Ich war dann doch etwas überrascht. Wer möchte da nicht Pirat sein? Einfach mal morgens bei Müsli und O-Saft das Internet angeschaltet und mal kurz überprüft was da so vor der Tür vorbeischiebt. Anschließend, das GPS eingeschaltet, ein paar Freunde klar gemacht und ab aufs Wasser zum Kapern. Willkommen im Hightech-Zeitalter!

Hier ein paar Details zum Kistendampfer.

Flagge: Liberia
Schiffstyp: Cargo – Hazard D (Recognizable)
Status: Vor Anker/im Hafen
Geschwindigkeit/Kurs: 0 kn / 255˚
Länge x Breite: 225 m X 28 m
Tiefgang: 8.9 m
Zielhafen: ANTWERPEN
ETA: 2011-11-08 23:00 (UTC)
Empfangen (1): 0h 4min vorher

Die Seite für Piraten oder die die es werden möchten.

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Carnet de Passages en Douane


Davon hat wahrscheinlich jeder schonmal etwas gehört.


Das Carnet de Passages ist sozusagen der Reisepass für meine BMW. Dieses Dokument erleichtert die Einreise mit meinem Motorrad in ein anderes „Zollgebiet“. Bei der Beantragung des Carnet muss in Abhängigkeit des Fahrzeugwertes und des Reiselandes eine Sicherheitsleistung hinterlegt werden. Diese wird verwendet wenn das Fahrzeug das Reiseland (andere Zollgebiet) nicht mehr verlässt.  Zu diesem Zeitpunkt ist eine Einfuhrabgabe an den Zoll zu zahlen.  Damit ist das Carnet de Passages gewissermaßen eine Absicherung für den „Fremdzoll“ um bei Veräußerung, Diebstahl  die entsprechende Einfuhrabgabe zu erhalten. Für mich, den Reisenden hat es den Vorteil dass ich damit die Einreise ohne lEntrichtung des Einfuhrzolles und damit deutlich schneller, geregelter und unbürokratischer schaffen sollte.

So, sieht ein Carnet de Passages en Douane aus.

Ich habe das Carnet binnen einem Tag in einer ADAC Geschäftsstelle ausgestellt bekommen. Nun habe ich endlich den Reisepass für mein Moped. Wer mehr über das Carnet de Passates en Douane wissen möchte, findet hier alle Informationen vom ADAC (Antrag, Gebührentabelle, Verwendung).

Terra australis, ich komme 😉


Rome was not build in a day…


… eine Motorradtransportbox auch nicht 😉

Es ist soweit…

Am Donnerstag, den 13. Oktober, habe ich den Termin zur Abholung meines Motorrades von der Spedition erhalten.

Bereits am Mittwoch, den 26. Oktober, soll die Transportbox samt Motorrad abgeholt werden. Ein straffer Zeitplan, gerade wenn man bedenkt dass mein Moped zu diesem Zeitpunkt noch nicht fahrbereit und die Motorradbox noch nicht gebaut war.

Nun ja, ich wollte es nicht anders.
Alles selber machen! Alles mal ausprobieren!
Ob das wirklich eine soooo tolle Idee ist/war?

Die Einfuhr- und Quarantäne-Bedingungen sind in Australien streng. Auf einen längeren Aufenthalt und Diskussionen mit/bei dem australischen Amt für Quarantäne möchte ich unbedingt verzichten. Für den Import von z.B. Holz gibt es in Australien speziellen Quarantäne-Vorschriften – unbehandeltes Holz darf nicht importiert werden – damit ist Holz kein geeignetes Material zum Bau einer Transportbox.
Aus diesem Grund habe ich mich für eine Transportbox aus Stahlblech entschieden.

Ich verwende eine originale Transportbox einer Honda CB 1300. Diese hat den Grundriss von 2300mm x 1200mm x 840mm.
Laut Spedition (und Versicherung) muss die Box verkleidet werden. Warum? Wegen Schutz vor Diebstahl und Beschädigung durch einen unaufmerksamen Hafenarbeiter/Gabelstaplerfahrer.

Für die Verkleidung habe ich 0,5mm verzinktes Blech verwendet, welches direkt auf Maß geschnitten wurde.

Da die Kiste von Melbourne nach Freemantle in einem möglichst kleinem Packmaß transportiert werden muss, musste die Box demontierbar gebaut werden.

Unter Mithilfe von meinem Freund Martin (an dieser Stelle, Vielen Dank – ohne Deine Hilfe wäre die Box nicht fertig geworden), Frank (der Unterstützer) und Bommel (der mit der Flex)  konnte die Box in ca. 13h mit entsprechenden Ösen ausgestattet und verkleidet werden. Weitere 5h wurden für die Positionierung und Befestigung des Motorrades sowie der Endmontage benötigt.

Nachdem die Kiste vormontiert wurde kam der schwere Teil. Das Moped musste in die Box. Hier entstand direkt das erste Problem. Bedingt durch den langen Radstand der HPN passte diese mit eingebautem Vorderrad nicht in die Box. Ergo, ein neues Vorderrad musste her.

Gesucht. Gefunden! Es wurde ein Rad einer Schubkarre anstelle des vorderen 21″ Rades der HPN eingesetzt. Dieses hat den Vorteil dass das Motorrad so nun rollbar ist. Nicht zu vernachlässigen wenn man alleine ist 😉

Nachdem dieses Problem gelöst war mussten der Lenker, Bremsbacken und der vordere Kotflügel demontiert werden. Anschliessend konnte das Motorrad an den angeschraubten Ösen befestigt werden.

Zum Schluss habe ich das Motorrad mit Flies und Folie umwickelt. So sollte eigentlich nichts schief gehen.

Zu guter Letzt kam der Deckel drauf und die Box konnte beschriftet werden. Ich sag Euch.  Das war ein seltsames Gefühl. Mit zitternder Hand habe ich die Kiste beschriftet.
!  MELBOURNE ! Ob das ankommt?? Beschriftet mal so einen Brief. Irgendwie wurde in diesem Moment alles Real. Nicht mehr nur Zukunft Gelabere. Das Gefühl von … es geht los … nun gibt es kein Zurück stellte sich ein. Irgendwie, schon cool 😉

Am Montag, den 31. Oktober, wurde die Box abgeholt. Nun kann es bald beginnen … das Abenteuer Terra Australis.

Wer hätte das gedacht?


Also, ich nicht!!!

Das Motorrad ist fertig. Die HPN 815 macht seit Sonntag, den 23. Oktober 2011, Deutschlands Strassen unsicher. Naja, zumindest für einen Tag.

An diesem Tag konnte ich die HPN in den ersten Kurven testen.
Testen ist hier der richtige Begriff.
Relativ schnell gab es in einer Rechtskurve einen Aufsetzer. Der Hauptständer hatte Asphaltkontakt. Glücklicherweise die einzige Auffälligkeit, welche schnell beseitigt werden konnte.

Das Fahrgefühl der HPN ist nicht mehr mit dem einer G/S zu vergleichen. Der Rahmen ist spürbar härter, der Geradeauslauf, als auch das Fahrwerk sind absolut souverän.
Nur an dem deutlich verringerten Lenkeinschlag und die damit verbundene Verringerung der Wendigkeit muss ich mich noch gewöhnen.
Voller Stolz und Zuversicht wurden die ersten KM gefahren. Ich wurde nicht enttäuscht !!!

Leider war die Freude nur von kurzer Dauer. Bereits am darauf folgenden Tag, am Montag den 24. Oktober, fanden die letzten Arbeiten an dem Motorrad statt. Die Zylinderköpfe wurden nachgezogen, die Koffer und Handprotektoren montiert, so dass die Gute endlich um 03:00h nachts (oder besser morgens) ihre letzte Fahrt Richtung Motorradtransportbox antreten konnte. Erste Panik stellte sich ein als ich nur ca. 20min später auf der Autobahn liegen geblieben bin. Glücklicherweise lag es nur an Spritmangel 😉

Nun schloss sich nahtlos der nächste Streßfaktor an.
Die Motorradtransportbox.

Doch das könnt Ihr in dem nächsten Artikel lesen.

Vorerst, ein paar Bilder der HPN 815.