Monatsarchiv: Juli 2012

Die Nachbereitung: Gepäcksystem


Wie ich bereits in einen meiner ersten Artikel geschrieben hatte wollte ich erleben, ob die hohen Erwartungshaltungen an das Gepäcksystem von Enduristan meinen Erwartungen gerecht werden. Ob und wie ich mit dem Gepäcksystem von Enduristan zufrieden war, könnt Ihr ab jetzt lesen.

Während meiner Zeit in Australien bin ich etwa 12000 km mit der Enduro gefahren. Etwa die Hälfte davon war ich auf unbefestigten Wegen unterwegs. Sengende Hitze und monsoonartiger Regen, Sand-, Geröll-, Staub-, Wellblechpisten und Waldwege, Fluss- und Wasserdurchfahrten sowie steile Auf- und Abfahrten mussten gemeistert werden. Dementsprechend hoch waren die Belastung für das Gepäcksystem. Während dieser Reise konnte Enduristan beweisen, dass Ihre Monsoon-Satteltaschen, der neu entwickelte Sandstorm-Tankrucksack E2 und die Tornado-Packtaschen dem selbsternannten Motto: „In Enduristan ist die Ausrüstung reines Mittel zum Zweck.“ oder „Enduristan entwickelt und vertreibt Motorradgepäck erster Klasse“ gerecht werden.

Erfahrungsbericht:

  • Die Monsoon-Satteltaschen:
    Sie sind der Garant für – Reisen light -. Obwohl diese Taschen an meinem Motorrad nur an wenigen Stellen, nämlich am Gepäckträger, auflagen, haben diese Taschen durch einen sehr guten und festen Sitz überzeugt. Selbst starke Vibrationen durch Wellblechpisten haben die Taschen nicht in der Ausrichtung und der Positionierung verändert. Dieses schiebe ich insbesondere auf die Befestigung der Taschen mit dem hochelastischen Riemen (ROKStraps) System. Die Taschen sind mit einigen praktischen Details ausgestattet, welche einem erst auf dem zweiten Blick auffallen. Die Materialschlaufen, welche ich zur Befestigung von zusätzlichem Wasser, Regenkleidung oder meinem Oz-Sonnenhut genutzt habe sowie der extrem lange und hohe Rollverschluss gehören dazu. Der lange und hohe Rollverschluss bietet genügend Material und Reserven (auch bei voller Beladung) für einen wasser- und staubdichten Verschluss. Im Gegenteil zu anderen Herstellern sind die vorderen und hinteren Familienschnallen fest mit der Tasche vernäht. Dieses hat den Vorteil, dass sich damit die Verbindungsriemen und Schnallen nicht um die komplette Tasche geführt werden müssen. Auch wenn damit der Tragegurt entfällt (welchen ich nie vermisst habe) hat dieses den Vorteil das sich damit die Schnallen immer an der vorgesehenen Stelle befinden. Die Verarbeitung der Taschen ist sehr hochwertig und die Aussenhaut (Tasche) hat die Tour ohne Blessuren überstanden. Die flexiblen Trennwände sorgen gerade in der Kombination mit dem zu den Monsoon passenden Isolation Bags, für Sicherheit und Ordnung im Gepäck. Doch das Beste zum Schluss: Aufgrund der Trennung der Innen- und Aussenhaut der Monsoon-Satteltaschen kann die Aussenhaut zur Reinigung nach aussen gestülpt werden. Somit kann die Tasche einfach gereinigt werden. Ich konnte mich von davon überzeugen als ich die Überreste einer ausgelaufenen Flasche WD40 aus der rechte Tasche entfernen musste.
  • Der Sandstorm E2 Tankrucksack:
    In diesem TR habe ich neben den Dingen für den „täglichen Motorradbedarf“, meine Photokameras (Spiegelreflex, Kompaktkamera, Helmkamera), mein Photostativ, Handy, etwas Werkzeug, ein Bremsscheibenschloss und Reisedokumente transportiert. Um diese Dinge ordentlich unterzubringen, ist eine sinnvolle Aufteilung sowie ein staub- und wasserdichter Verschluss das Wichtigste. Hier hat Enduristan nicht zuviel versprochen. Der TR war über die gesamte Strecke staub und wasserdicht. Das hochwertige Material und Verschlusssystem haben die ganze Reise ohne jegwelche Probleme, Mängel und/oder Schwergängigkeiten überstanden. Das Kartenfach überzeugte mit seinem sehr großen Format und durch Wasserdichtigkeit. Durch den Schnellverschluss können Dokumente / Karten sehr einfach und schnell (auch während der Fahrt ;-)) entnommen werden. Das herausnehmbare Dokumentenfach hat während der ganzen Reise für Ordnung in meinen Papieren gesorgt. Lästiges Suchen nach Kuli, Reisedokumenten, Handy und Motorradschlüsseln gehört damit der Vergangenheit an. Der TR hatte einen straffen Sitz und war dennoch leicht an meinem Tank zu befestigen. Anfängliche Probleme beim „im Stehen Fahren“ konnten durch eine neue Positionierung des TR auf meinem Tank behoben werden. Für den Fernreisenden, der viel Platz und dennoch einen pistentauglichen TR haben möchte, kann ich den Sandstorm E2 Tankrucksack unengeschränkt empfehlen.


  • Die Tornado Packtasche (Größe L):
    Bei der Packtasche war es mir wichtig, dass ich hier mein komplettes Campingzubehör verstauen kann und gleichzeitig direkten Zugriff darauf habe. Zusätzlich ist es mir wichtig dass die Packtasche wasserdicht ist und sich gut und nachhaltig auf meinem Motorrad befestigen lässt. All dieses bietet die Tornado Packtasche. Diese Packtasche ist aus dem gleichen Material wie die Monsoon Satteltaschen, ist hochwertig verarbeitet, mit den altbewährten und robusten Familienschnallen von Enduristan ausgestattet und hat Materialschlaufen. Die Tornado Packtasche hat mit ihrem flexiblen, weichen Material sowie durch Wasser- und Staubdichtigkeit überzeugt. Ein weiterer Vorteil des weichen und flexiblen Materiales ist, dass die Tasche auf ein Minimum an Volumen reduziert und somit leicht im restlichen Reisegepäck verstaut werden kann. Besonders schön wenn das zusätzliche Gepäckvolumen der Packtasche mal nicht benötigt wird. Ein absolutes Highlight und damit meine Empfehlung wert, sind auch hier die Schlaufen für die Führung der Spanngurte über die Packtasche. Alternative Hersteller von Packtaschen scheinen sich nicht im Klaren zu sein, wie wichtig eine rutschfreie Führung und Befestigung von Gepäckgurten an Packtaschen ist. Gerade bei Fahrten abseits befestigter Wege ist es ein wichtiges Plus, wenn die Spanngurte und damit das Gepäck sicher an ihrem Platz bleiben. Der Inhalt der Tasche war stetz wasser und staubgeschützt.

Fazit:
Enduristan verspricht nicht nur heisse Luft sondern überzeugt durch erstklassiges Gepäck für den Reiseenduristen. Den Produkten sieht man an, dass hier begeistere Endurofahrer am Werk waren. Für mich das beste Reisegepäck, welches ich für mein Abenteuer in Down Under haben konnte.
Staub- und Wasserdicht, zuverlässig, robust und vielseitig nutzbar und qualitativ hochwertig, wherever you ride!

Wer sich ein weiteres Bild von Endursitan machen möchte kann dieses unter: http://www.enduristan.de tun.

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Die HPN ist wieder in Deutschland !


Verdammt, was war ich aufgeregt!

Nach langer Wartezeit ist mein Motorrad nun wieder in Deutschland eingetroffen. Am 01.Juni sind Martin und ich nach Bremerhafen gefahren um das Motorrad endlich wieder in Deutschland einzuführen. Nachdem ich mich in Australien kurzfristig für den Transport via Roll – On – Roll Off und dementsprechend ohne Motorradbox entschieden hatte, stand immer noch die Frage im Raum: Wieviele Menschen sind während der Verladung auf dem Krad gefahren und in welchem Zustand kommt mein Motorrad in Deutschland an? Diese Frage hat sich noch dadurch verstärkt als ich gesehen habe, dass mein Mopped eine RTW, also Round The World Tour hinter sich hat.

Entsprechend aufgeregt bin ich zu Hause ins Auto eingestiegen um mit einem stetig steigenden Adrenalin Level in Bremerhafen auszusteigen.

Nachdem alle Abfertigungsdokumente unterschrieben wurden ging es zum letzten Zwischenstopp und damit zum Lagerort meines Motorrades im Zollhafen.

Es ist sicherlich für viele Menschen unvorstellbar, dass ein Motorrad mehr als nur ein lauter und stinkender Metallklumpen ist. Für mich bedeutet mein Motorrad allerdings: Abenteuer und Freiheit pur.

Mit diesen Gefährten bin ich an Orten auf der Welt gewesen, die ich mit einem Auto wahrscheinlich nie und nicht so kostengünstig erreicht hätte.
Gerade wenn man mit einem Motorrad über einen längeren Zeitraum unterwegs ist/war, so wird dieses so etwas wie ein stummer Reisezeuge. Der Beweis dafür, dass man wirklich unterwegs war. Etwas zum Anfassen und zum Erinnern.

Doch bevor ich einen ersten Blick auf meinen „metallenden Reisekumpanen“ und damit auf meine Enduro werfen konnte, hiess es „WARTEN“. Warten, auf den nächsten Hafenmitarbeiter, welcher uns den den Weg zum Lagerplatz zeigen konnte.
Sekunden wurden zu Minuten, Minuten zu Stunden: Frühkindliche unerträgliche Erinnerungen an die wenigen Minuten bis zu dem Zeitpunkt an dem der Weihnachtsmann (es war immer mein Vater) mit der Glocke läutete und sich damit der Raum zum Weihnachtsbaum und den darunter liegenden Geschenken öffnete, zerrten an meinen Gedanken. Die Wartezeit wurde schier unerträglich. Wie ein schmerzender Zahn, der bei jedem Gedanken daran immer stärker schmerzt.
Doch dann ging alles ganz schnell: „Fahrt mir einfach hinterher“, ruft ein Hafenarbeiter in unsere Richtung. Und das taten wir. Keine 500m von dem Ort an dem wir auf diesen Moment gewartet hatten stand mein Motorrad regengeschützt in einer Mehrzweckhalle.
Verdammt, seit zwei Monaten steht mein Motorrad nun wieder in meiner Garage und dennoch erinnere ich mich an die Schmerzen in meinem Gesicht, welche ich zu dem Zeitpunkt hatte, als ich mein Mopped zum ersten mal nach Australien wieder sehen konnte. Glücklicherweise waren es Schmerzen vor Freude. Hätte ich keine Ohren gehabt, so hätte ich im Kreis gegrinzt.

Mit dem Erhalt meines Motorrades war mein Abenteuer nun auch physisch vorbei. Neben Freude schwang nun auch Wehmut mit. Gedanken an den ganzen Ärger, den ich bei der Anreise und Abholung meines Motorrades in Australien hatte sind wie verflogen. Zu groß ist die Freude über das Erlebte und mein Motorrad wieder in den Händen zu halten.

Der letzte Weg führte uns „drei“ dann noch zur Zollabfertigung im Bremerhafen und damit zur offiziellen Einfuhr meines Motorrades in die Bundesrepublik Deutschland.

Nun ist es wieder hier, meine HPN. Fragt sich nun nur für wie lange. Erste Ideen schlummern bereits in der obersten Schublade 🙂

You are leaving now the experiences and adventures of – Terra Australis – an adventure on a motorcycle.

Thank you for visiting!