Goldrausch, Schaufelraddampfer, Dredges – und eine Begegnung, bei der ich plötzlich wieder 16 war.
Wer jetzt schon genug von meiner Einleitung zu Dawson hat – völlig legitim – kann einfach hier klicken und den Teil elegant überspringen. Dann geht es direkt zu unserem ersten Tag in der Stadt.
Ich nehme das nicht persönlich.
Wirklich nicht.
It’s up to you.
Einleitung
Es gibt Orte, auf die freut man sich, weil sie auf der Route liegen. Und es gibt Orte, auf die freut man sich schon lange bevor einem überhaupt klar ist, ob ein Besuch jemals Wirklichkeit wird. Dawson City gehörte für mich ganz eindeutig zur zweiten Kategorie.
Warum eigentlich? Natürlich wegen des Klondike. Wegen Abenteuer, Gold und diesen alten Holzhäusern aus der Zeit des Goldrauschs. Häusern, bei denen man unwillkürlich erwartet, dass jeden Moment ein bärtiger und leichte alkoholisierter Goldgräber durch die Tür eines Saloons stolpert, irgendwo ein Revolver gezogen wird und vor den eigenen Augen die nächste Szene eines Westerns beginnt. Aber ich muss an dieser Stelle auch etwas „gestehen“: Ein Teil dieser aktuellen Begeisterung wurde durch eine Fernsehserie erneut entfacht. „Gold Rush“ – bei uns als „Goldrausch in Alaska“ bekannt. Diese Serie ist seit Jahren mein regelmäßiges Winter-Entspannungsprogramm. Parker Schnabel, Tony Beets und seine Familie, Rick Ness und viele weitere Akteure sowie riesige Waschanlagen, umgefallene Muldenkipper, immer größere Pläne und die immer gleiche Frage: Liegt unter diesem nächsten Stück Permafrost wirklich genug Gold, damit sich der ganze Wahnsinn lohnt?
Und plötzlich sind wir selbst hier. Nicht in Gedanken. Nicht vor dem Fernseher. Und auch nicht mit dem Finger auf irgendeiner Landkarte. Wir sind wirklich hier – mitten in Dawson City.
Mein Herz klopft bis zum Hals und die Vorfreude kennt gerade kaum noch Grenzen. „CarStan ist in Dawson“, „CarStan ist in Dawson“ wiederhole ich immer wieder aufgeregt und ja tatsächlich – ich bin in Dawson. Und nicht nur für ein paar Stunden, nein, sondern gleich für fünf volle Tage.
Bevor ich allerdings vor Begeisterung völlig durchdrehe – und beim Schreiben dieser Zeilen kommt sie gerade schon wieder ziemlich deutlich zurück –, machen wir lieber dort weiter, wo unsere Zeit in Dawson City wirklich beginnt.

weil ich es bei der Einfahrt in die Stadt verbockt habe.
Wir haben einen Platz auf dem Goldrush Campground, mitten in der Stadt, so zentral, dass wir praktisch alles zu Fuß erreichen können, gefunden. Fünf Tage, in denen Dawson City für mich immer mehr von einer Sehenswürdigkeit zu einem besonderen Ort und einem besonderen Gefühl wird.
Dawson liegt dort, wo der Klondike River in den Yukon River mündet. Bevor hier eine Goldgräberstadt entstand, war dieses Gebiet seit Jahrtausenden Heimat der Hän, heute vor allem der Tr’ondëk Hwëch’in. Ihr traditioneller Platz Tr’ochëk lag unmittelbar an der Flussmündung. Dann kam 1896 das Gold – und innerhalb kürzester Zeit änderte sich alles.
Im August 1896 wurde am damaligen Rabbit Creek, dem heutigen Bonanza Creek, Gold gefunden. Wer das entscheidende Stück Gold tatsächlich zuerst in der Hand hielt, darüber gehen die Überlieferungen bis heute auseinander. Häufig wird Keish, besser bekannt als Skookum Jim, der eigentliche Fund zugeschrieben. Zur Gruppe gehörten jedenfalls George Carmack, Keish sowie dessen Neffe Káa Goox̱, den man später als Dawson Charlie kannte. Eng mit ihnen verbunden war auch Carmacks Tagish-Frau Shaaw Tláa – besser bekannt als Kate Carmack –, deren Rolle in vielen älteren Darstellungen lange deutlich kleiner erzählt wurde, als sie tatsächlich war. Und falls ihr jetzt bei „Dawson Charlie“ kurz stutzt, dann seit ihr in guter Gesellschaft. Nein, Dawson City wurde nicht nach ihm benannt. Namensgeber der Stadt war der kanadische Geologe George Mercer Dawson. Káa Goox̱ wurde dagegen erst später unter dem Namen Dawson Charlie bekannt – zwei Dawsons also, die mit der Geschichte des Klondike eng verbunden sind, aber eben auf ganz unterschiedliche Weise
Sicher ist jedenfalls: Der Fund setzte eine Kettenreaktion in Gang, die den Norden für immer verändern sollte.
Die Nachricht brauchte zunächst Monate, um die großen Städte an der amerikanischen Westküste zu erreichen. Als im Sommer 1897 Schiffe mit Gold aus dem Yukon in Seattle und San Francisco einliefen, gab es kein Halten mehr. Zehntausende machten sich auf den Weg. Viele mit wenig Ahnung, manche mit noch weniger Geld, aber fast alle mit derselben Vorstellung: irgendwo dort oben wartet unvorstellbarer Reichtum.
Dawson selbst entstand praktisch gleichzeitig mit dem Goldrausch. Joseph Ladue steckte hier bereits 1896, am Zusammenfluss von Yukon und Klondike River, ein Stadtgebiet ab. Benannt wurde der neue Ort nach dem bereits oben genannten kanadischen Geologen Dawson. Ein Jahr später bestand die Siedlung im Wesentlichen noch aus Zelten, einem Saloon und Ladues Sägewerk. Doch dann sprach sich der Goldfund draußen in der Welt herum – und plötzlich gab es für Zehntausende nur noch ein Ziel: den Klondike.
Der Weg dorthin war damals allerdings alles andere als einfach. Viele Goldsucher kamen mit Schiffen über Alaska nach Skagway oder in das benachbarte Dyea. Von dort mussten sie zu Fuß weiter über die Coast Mountains. Wer in Dyea startete, nahm meist den legendären Chilkoot Trail und kämpfte sich über den Chilkoot Pass. Wer in Skagway an Land ging, versuchte sein Glück über den White Pass.
Beide Wege waren brutal. Am Chilkoot mussten die sogenannten Stampeders (jene Glückssucher, die während des Klondike-Goldrauschs in Richtung Yukon aufbrachen) ihre gesamte Ausrüstung über steile, vereiste Hänge nach oben schleppen. Der Aufstieg über die berühmten „Golden Stairs“ ist bis heute eines der bekanntesten Bilder des Klondike-Goldrauschs. Lawinen, Kälte, Erschöpfung und Krankheiten kosteten Menschen das Leben. Im April 1898 begrub eine Lawine am Chilkoot Trail Dutzende Goldsucher unter sich.

Foto: E. A. Hegg, 1898. Quelle: Library of Congress, Prints and Photographs Division, LC-USZ62-28477. Public Domain.
Der White Pass war zwar weniger steil, aber keineswegs harmloser. Schlamm, Felsen und völlig überforderte Lasttiere machten den Weg zur Tortur. So viele Pferde verendeten unterwegs, dass die Route bald den makabren Beinamen „Dead Horse Trail“ bekam.

Quelle: Alaska State Library, Case & Draper Photo Collection, P125-018.
Und selbst wer den Pass geschafft hatte, war noch lange nicht in Dawson. Die Goldsucher mussten ihre Ausrüstung weiter bis zu Lake Lindeman oder Lake Bennett bringen, dort Boote bauen und anschließend über Seen und den Yukon River nach Norden fahren. Erst nach Hunderten weiteren Kilometern tauchte schließlich Dawson auf.
Von den rund 100.000 Menschen, die sich auf den Weg zum Klondike machten, erreichten am Ende nur etwa 30.000 tatsächlich Dawson.
Innerhalb kürzester Zeit wuchs aus einer schlammigen Fläche am Fluss eine Boomtown mit Hotels, Banken, Warenhäusern, Theatern, Saloons und allem, was Menschen brauchen – oder zu brauchen glauben –, wenn plötzlich sehr viel Geld in sehr kurzer Zeit verdient und ebenso schnell wieder ausgegeben wird.
Und genau das ist heute das Verrückte an Dawson: Die Stadt versucht gar nicht, diese Geschichte hinter Glas zu verstecken. Man lebt mitten in ihr. Holzstege statt Bürgersteige, breite Schotterstraßen, farbige Fassaden, schiefe Gebäude, alte Lagerhäuser – und dazwischen ganz normales Leben. Post, Restaurants, Geschäfte, Pick-ups und Motorräder.
Kein Disney-Goldgräberdorf, sondern eine echte kleine Stadt, die ihre Vergangenheit nicht abgestreift hat, sondern sie bis heute ganz selbstverständlich mit sich herumträgt.
Die Sache mit dem historischen Charakter – unpaved streets, boardwalks und boomtown facades
Boomtown Facades
Wie wir durch Dawson laufen, fallen sie uns sofort auf: diese Holzhäuser mit ihren erstaunlich großen, oft schnurgeraden Fronten. Dahinter verbirgt sich dann nicht selten ein deutlich kleineres Gebäude. Willkommen bei den sogenannten Boomtown Facades – oder frei übersetzt: Mehr schein als sein.
Diese Bauweise war allerdings recht typisch für viele schnell wachsende Orte im nordamerikanischen Westen. Während des Klondike-Goldrauschs schossen in Dawson innerhalb kürzester Zeit Hotels, Saloons, Läden, Banken und allerlei andere Geschäftsbetriebe aus dem Boden. Zeit kostet Geld, Baumaterial ebenfalls und vermutlich hatte niemand große Lust erst einen Architektenwettbewerb auszuschreiben. Also wurden einfache Holzgebäude gebaut und zur Straßen hin eine überdimensionierte Fassade davorgesetz.
Während ich also innerlich bereits verschiedene Notfallpläne durchging, erzählte er mir ausgesprochen ausführlich und nicht ohne Stolz, die Bewohner Dawsons hätten irgendwann darüber abgestimmt, ob die Straßen asphaltiert werden sollten – und sich ganz bewusst dagegen entschieden. Man wolle schließlich die ursprüngliche Atmosphäre der alten Goldgräberstadt erhalten.
Das hatte durchaus Methode. Die hohe, rechteckige Front ließ selbst eine bescheidene Holzhütte plötzlich aussehen, als hätte dahinter mindestens ein mittelständisches Handelsimperium seinen Sitz. Außerdem bot sie jede Menge Platz für Firmennamen, Reklame und Schilder. Wer gerade erst aus dem Schlamm des Klondike gekrochen kam und sein frisch gefundenes Gold möglichst schnell wieder loswerden wollte, sollte schließlich sofort erkennen können, wo dies zuverlässig möglich war.
Man könnte also sagen: Boomtown Facades waren das Facebook oder das Instagram des Goldrauschs. Außen möglichst beeindruckend, innen manchmal etwas übersichtlicher.
Besonders schön ist, dass diese Fassaden heute wesentlich zum Erscheinungsbild Dawsons beitragen. Zusammen mit den unbefestigten Straßen, den hölzernen Boardwalks und den teilweise ausgesprochen schief stehenden Gebäuden entsteht dieses typische Bild einer alten Goldgräberstadt. Nur dass Dawson eben keine nachträglich aufgebaute Westernkulisse ist. Vieles davon ist tatsächlich aus der Zeit entstanden, als hier innerhalb weniger Jahre aus praktisch nichts eine Stadt mit in den hochzeiten bis zu Zehntausenden Menschen wurde.
Und wenn man sich einige der Gebäude genauer anschaut, erkennt man auch, wie pragmatisch damals gebaut wurde. Hauptsache, der Laden stand, das Schild war groß genug und der Kunde kam durch die Tür. Ob die Rückseite des Gebäudes dieselbe architektonische Begeisterung auslöste, war vermutlich eher zweitrangig.
Irgendwie sympathisch und ich wäre damals bzw. bin heute von diesem Pragmatismus sehr angetan. Mehr als hundert Jahre später nennt man so etwas schließlich nicht mehr Boomtown Architecture, sondern Marketing.



Unpaved Streets
Auch diese Geschichte, die mir ein Einheimischer ausgerechnet auf meinem ziemlich dringenden Weg zum Klohaus des Campingplatzes erzählte, ist es wert, festgehalten zu werden.
Wobei: Eigentlich möchte man auf einem solchen Gang keine Geschichten hören. Man möchte auch nichts über Stadtentwicklung, Bürgerentscheide oder historische Straßenbeläge erfahren. Man möchte im Grunde überhaupt keine neuen Informationen aufnehmen. Man verfolgt zu diesem Zeitpunkt nur noch ein einziges, sehr konkretes Ziel.
Der Mann sah das offenbar anders.
Während ich also innerlich bereits verschiedene Notfallpläne durchging, erzählte er mir ausgesprochen ausführlich und nicht ohne Stolz, die Bewohner Dawsons hätten irgendwann darüber abgestimmt, ob die Straßen asphaltiert werden sollten – und sich ganz bewusst dagegen entschieden. Man wolle schließlich die ursprüngliche Atmosphäre der alten Goldgräberstadt erhalten.
Passt natürlich perfekt zu Dawson. Klingt romantisch, authentisch und genau nach der Geschichte, die man hier gerne hören möchte.
Ich hingegen hatte zu diesem Zeitpunkt leider andere Prioritäten.
Mit vermutlich zunehmend rotem Gesicht und inzwischen leichtem Schweißfilm auf der Stirn brachte ich noch ein halbwegs freundliches „Thanks for the great story — really fascinating! I’ve got to run now though…“ hervor. „Run“ war dabei keineswegs metaphorisch gemeint.
Später, als die persönliche Lage wieder deutlich entspannter war, ließ mir die Geschichte allerdings keine Ruhe. Denn irgendwie klang sie fast ein bisschen zu schön. Bürger von Dawson, die gemeinsam beschließen, auf Asphalt zu verzichten, nur damit ihre Stadt weiterhin aussieht wie zu Zeiten des Klondike-Goldrauschs? Möglich. Aber meine Erfahrung sagt inzwischen: Wenn eine Geschichte im Yukon besonders romantisch klingt, steckt meistens irgendwo noch Permafrost dahinter.
Und tatsächlich liefert Parks Canada eine etwas nüchternere Erklärung.
Dawson schützt sein historisches Stadtbild sehr konsequent. Die unbefestigten Straßen, die hölzernen Boardwalks und die alten Boomtown-Fassaden gehören ausdrücklich zu diesem Erscheinungsbild. Deshalb sind große Teile des historischen Stadtkerns bis heute nicht asphaltiert.
Ganz ohne befestigte Straßen geht es allerdings auch hier nicht. Die Front Street beispielsweise ist asphaltiert. Bei der Erneuerung der Oberfläche spielte sogar eine Rolle, wie stark der Straßenbelag Sonnenwärme aufnimmt und wie gut er sich optisch in das historische Stadtbild einfügt.
Denn neben aller Nostalgie gibt es noch einen deutlich weniger romantischen Grund für die Schotterstraßen: Permafrost und frostempfindliche Böden.
Wie wir es bereits auf dem Dempster Highway erlebt haben, arbeitet der Boden hier permanent. Im Sommer taut er auf, im Winter friert er wieder durch. Dabei hebt und senkt sich der Untergrund, manchmal gleichmäßiger, manchmal eher nach dem Prinzip „Mal sehen, was heute passiert“.
Eine geschlossene Asphaltdecke findet solche Bewegungen naturgemäß weniger lustig. Sie bekommt Risse, Wellen und Frostaufbrüche und muss entsprechend aufwendig repariert werden. Eine Schotterstraße ist da wesentlich entspannter. Wenn sie sich verzieht, wird sie wieder abgezogen, aufgefüllt und nivelliert. Fertig.
Die Wahrheit ist also – wie so oft – etwas weniger romantisch als die Geschichte am Campingplatz: Dawson behält seine Schotterstraßen tatsächlich wegen seines historischen Charakters. Aber Mutter Natur hilft bei der Entscheidungsfindung kräftig mit.
Vielleicht hat es diesen Bürgerentscheid tatsächlich gegeben. Vielleicht auch nicht ganz so, wie mein Gesprächspartner ihn erzählte.
Ich hätte ihn natürlich noch genauer fragen können.
Aber zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits genug anderen Druck.

Die Sache mit den Boardwalks
An vielen Häusern in der historischen Innenstadt finden sich die typischen hölzernen Boardwalks. Die sehen nicht nur gut aus und passen perfekt zum alten Stadtbild – sie hatten ursprünglich vor allem eine ziemlich praktische Funktion.
Denn die Straßen von Dawson waren bei Regen und während der Schneeschmelze alles andere als angenehm: Schlamm, Wasser und aufgeweichter Boden gehörten ganz selbstverständlich dazu. Also baute man die Gehwege aus Brettern und setzte sie etwas erhöht auf eine Holzkonstruktion. So blieb man wenigstens einigermaßen trockenen Fußes unterwegs.
Und weil Dawson bis heute nur vergleichsweise wenige asphaltierte Straßen hat, ist dieser ursprüngliche Zweck keineswegs verschwunden. Die Boardwalks sind also nicht nur hübsche historische Dekoration, sondern erfüllen tatsächlich noch immer genau die Aufgabe, für die sie einmal gebaut wurden.
Ganz nebenbei macht es erstaunlich viel Spaß, darüber zu laufen. Warum genau, kann ich nicht sagen. Vielleicht ist es das leichte Federn der Bretter, vielleicht das Geräusch unter den Schuhen oder einfach das Gefühl, ein bisschen durch eine andere Zeit zu spazieren.
Vernünftig erklären kann ich es nicht. Ist aber so.
Zusammengefasst Dawson ist eine Stadt, die sich bewusst dafür entscheidet, nicht wie jede andere Stadt auszusehen. Und spätestens nach ein paar Stunden auf diesen Straßen versteht man, warum.
Wer neben den Informationen in diesem Artikel noch etwas mehr über die Stadt lesen möchte, der kann gerne hier die Wissensbox über Dawson abrufen.

Tag 1 – Baumarkt, Camper reinigen und Wäschewaschen
Unser erster Tag in Dawson beginnt zunächst erstaunlich profan. Kein Gold, kein Saloon, keine Begegnung mit irgendeiner lokalen Berühmtheit aus dem Klondike-Geschäft. Stattdessen kümmern wir uns um den Truck Camper. Der wird gründlich gereinigt, JD erledigt die Wäsche und ich widme mich einem Thema, das mich nach den letzten staubigen Etappen zunehmend beschäftigt: Wie bekomme ich unsere Kabine endlich Dicht? So, wie der Staub auf den vergangenen Wellblechpisten seinen Weg in die Kabine gefunden hat, kann und darf es jedenfalls nicht weitergehen. Irgendwann möchte man schließlich nicht mehr nach jeder Fahrt über eine staubige Piste das Gefühl haben, im eigenen Wohnraum eine kleine geologische Ausstellung des Yukon aufzubauen.
Also führt uns einer unserer ersten Wege in Dawson in den Baumarkt.
Von außen erwartet uns zunächst nicht viel mehr als ein eher unscheinbares graues Holzhaus. Ich verabschiede mich innerlich von Dichtband und anderen Dingen die auf unserer Einlaufsliste stehe und rechne mit drei Rollen Klebeband, zwei Schraubenziehern und einem Regal mit Dingen, die seit 2022 niemand mehr gekauft hat.
Doch kaum sind wir drin, zieht es mir beinahe die Schuhe aus.
Der Laden geht erstaunlich tief ins Gebäude hinein und praktisch jeder verfügbare Zentimeter ist mit Regalen, Haken und irgendwelchen Dingen zugestellt, von denen man vorher noch gar nicht wusste, dass man sie dringend braucht. Dazwischen verlaufen schmale Gänge, die vermutlich anhand der durchschnittlichen Körperbreite eines kanadischen Goldgräbers von 1898 geplant wurden.
Für mich bedeutet das: Bauch einziehen und möglichst nichts umwerfen.
Aber was für ein Laden.
Auf gefühlt vielleicht 100 Quadratmetern findet sich nahezu alles, was ich auch in einem großen deutschen Baumarkt erwarten würde – nur eben nicht in 17 verschiedenen Ausführungen, von denen sich 15 ohnehin nur durch Farbe und Verpackung unterscheiden oder vom Normalverbraucher nicht benötigt werden. Hier gibt es von allem eine kleine, aber erstaunlich sinnvoll zusammengestellte Auswahl.
Eigentlich wollen wir nur Material, um den Camper besser gegen Staub abzudichten. Und wir finden Dichtband für die Türen und das gesuchte Blue Painter Tape. Natürlich bleibt es nicht dabei.
Denn wer mich ein wenig kennt, weiß: Einen Baumarkt (oder auch einen Supernarkt) nur mit Dingen zu verlassen, die ausschließlich auf der ursprünglichen Einkaufsliste standen, wäre vermutlich ein medizinisch zu untersuchender Ausnahmezustand. Also wandert auch noch ein neuer Bolzen samt Splint für unsere Klappleiter am Camper in den Einkaufskorb. Das Teil, das dort ab Werk verbaut wurde, ist – um es höflich auszudrücken – nicht gerade die Krönung nordamerikanischer Ingenieurskunst. Es funktioniert. Meistens. Und vermutlich war das bereits das vollständige Lastenheft.
Wir verbringen am Ende fast eine Stunde in diesem kleinen Laden und sind schwer begeistert. Nicht nur von der erstaunlichen Auswahl, sondern auch von der Inhaberin.
Diese schätze ich auf Anfang bis Mitte vierzig. Und sie verfügt über eine bemerkenswerte Fähigkeit: Sie schafft es, mich nahezu vollständig zu ignorieren.
Ihre gesamte Aufmerksamkeit gilt JD.
Fragen? An JD.
Erklärungen? An JD.
Hinweise zu Produkten? Natürlich ebenfalls an JD.
Ich stehe daneben, halte irgendwann nur noch dekorativ unsere Einkäufe in der Hand und werde konsequent behandelt wie das männliche Begleitpersonal.
Und plötzlich denke ich:
Ach so fühlt sich das also an.
Genau so müssen sich Frauen fühlen, wenn sie gemeinsam mit ihrem Mann ein Autohaus betreten, selbst das Auto kaufen wollen und der Verkäufer trotzdem ausschließlich dem Mann erklärt, wie viele PS es hat. Randnotiz : Das Verhalten war auch vor vielen Jahren der Grund warum JD ein entsprechendes Auto nicht gekauft hat und die Marke bis heute meidet.
Wieder etwas gelernt.
Ich nehme es sportlich. Schließlich bekommt JD kompetente Beratung, wir finden alles, was wir brauchen und ich darf dafür die Sachen anschließend tragen. Die klassische Rollenverteilung wurde also lediglich etwas kreativer interpretiert.
Wir packen unsere Einkäufe ein und schlendern anschließend durch die Straßen von Dawson.
Und damit beginnt unser eigentlicher erster Tag in dieser ziemlich außergewöhnlichen Stadt.




Ein Freilichtmuseum, in dem noch gelebt, geliebt, gefeiert, gearbeitet und auch eingekauft wird
Was uns beim Schlendern durch Dawson immer wieder auffällt, ist der insgesamt erstaunlich gute Zustand vieler alter Holzhäuser. Einige davon stehen hier seit weit über hundert Jahren. Und wenn man bedenkt, was der Yukon ihnen in dieser Zeit so zugemutet hat – Permafrost, Frost, Tauwetter, Hochwasser, Feuer und wahrscheinlich Generationen von Heimwerkern – ist das durchaus bemerkenswert.
Vor einigen Gebäuden finden wir Hinweisschilder mit historischen Fotos und kurzen Beschreibungen zur Geschichte und ursprünglichen Nutzung. Das ist ziemlich gut gemacht, denn so wird aus einem alten Holzhaus plötzlich wieder ein Hotel, eine Post, eine Bank oder ein Lagerhaus aus der Zeit des Goldrauschs.
Wir finden heraus, dass Parks Canada im Dawson Historical Complex zahlreiche historische Gebäude und Anlagen schützt und erhält. Dazu gehören unter anderem das Palace Grand Theatre, die Commissioner’s Residence, das ehemalige Territorial Court House, die St. Andrew’s Presbyterian Church, das alte Post Office, das Gebäude der Bank of British North America, historische Lagerhäuser sowie verschiedene ehemalige Ladenbauten wie Harrington’s Store oder Winaut’s Store.
Für Fans von Goldrausch in Alaska hat das Palace Grand Theatre übrigens noch eine ganz andere Bedeutung. Genau hier wurde auch die Feier von Monica Beets und ihrem Mann Taylor Mayes gezeigt – inklusive des Tanzes zwischen Monica und ihrem Vater Tony. Für normale Besucher ist es also ein historisches Theater aus der Goldrauschzeit. Für mich zusätzlich einer dieser Orte, bei denen das Gehirn sofort meldet: Moment mal, das kennst du doch irgendwoher.


Gleiches gilt auch für das Downtown Hotel und der Diamond Tooth Gerties Gambling Hall die bieten Kuriositäten an auf die ich später noch eingehen werden.
Zwischen Goldrauch und Gänsehaut: Jack London und Robert Service
Für die Abenteurer und Lyrikliebhaber unter Euch gibt es noch zwei Must Sees in Dawson. Die Hütte von Robert Service und – für mich besonders interessant – das Jack London Museum.
Damit finden wir in Dawson auch noch zwei der großen literarischen Namen des Yukon – Jack London und Robert Service.
Beide sind heute beinahe untrennbar mit dem Klondike verbunden. Beide schrieben über Goldsucher, Einsamkeit, Kälte, Abenteuer und das Leben im Norden. Ihre persönliche Beziehung zum Goldrausch könnte allerdings kaum unterschiedlicher gewesen sein. Denn während der eine tatsächlich mitten hineingeriet, kam der andere im Grunde erst dann, als der große Wahnsinn bereits vorbei war. Und genau das macht ihre Geschichten so interessant.
Jack London (1876-1916) der Mann, der den Yukon weltberühmt machte
Jack London kam 1897 als junger Abenteurer in den Yukon und gehörte damit selbst zu den Tausenden, die dem Ruf des Klondike-Goldes folgten. Über den Chilkoot Pass gelangte er ins Innere des Yukon und verbrachte den Winter 1897/98 im Klondike-Gebiet. Reich wurde er dort nicht – stattdessen erlebte er Kälte, Entbehrung, Krankheit und das harte Leben der Goldsucher aus nächster Nähe. Genau diese Erfahrungen wurden später zum Stoff seiner berühmten Geschichten wie The Call of the Wild (u.a. 2020 verfilmt mit Harrison Ford) und White Fang. London hatte zwar keinen nennenswerten Einfluss auf den Goldrausch selbst, prägte aber maßgeblich das internationale Bild vom Yukon als rauer, wilder und gnadenloser Abenteuerwelt. Das JackLondon Museum findet ihr an der Ecke der 8th Ave und der Firth St.
Robert W. Service (1874–1958) der Barde des Yukon
Robert W. Service kam erst 1905 in den Yukon und zog 1908 nach Dawson City – zu einer Zeit, als der große Klondike-Goldrausch bereits weitgehend vorbei war. Anders als London war er kein Goldsucher, sondern zunächst Bankangestellter. In Dawson traf er jedoch viele Menschen, die die wilden Jahre des Goldrauschs selbst erlebt hatten, und griff ihre Geschichten in seinen Gedichten und Balladen auf. Werke wie The Shooting of Dan McGrew und The Cremation of Sam McGee (wer mag findet hier das Werk gesprochen von Johnny Cash https://youtu.be/yJNZwuamwj0?is=FIvYUrBKErpHYWyT) machten ihn zum „Barden des Yukon“. Service dokumentierte also weniger den Goldrausch selbst als vielmehr dessen Erinnerung, Atmosphäre und Mythos und trug entscheidend dazu bei, dass Dawson und der Klondike weltweit mit Saloons, Goldgräbern, Glücksspiel, Kälte und Abenteuer verbunden wurden. Und das Besondere: Die Hütte steht noch heute. Schon wenige Jahre nach seinem Weggang wurde sie als Sehenswürdigkeit erhalten. 1967 wurde ihre nationale historische Bedeutung anerkannt, 1970 kam sie in die Obhut von Parks Canada und wurde später restauriert. Wie bereits oben angedeutet kann man die Robert Service Cabin auch noch heute besichtigen – und damit genau den Ort betreten, an dem einer der bekanntesten Geschichtenerzähler des Yukon lebte und schrieb.
Fazit
Jack London und Robert W. Service stehen für zwei unterschiedliche Phasen derselben Geschichte. London erlebte den Klondike während des eigentlichen Goldrauschs, Service kam später und machte aus den Erinnerungen daran eine Legende. London schilderte vor allem die Härte des Nordens und den Kampf ums Überleben, während Service die Menschen, Geschichten und Mythen der Goldgräberzeit in eingängige Balladen verwandelte. Beide hatten kaum Einfluss auf den Goldrausch als wirtschaftliches Ereignis, aber enormen Einfluss darauf, wie Dawson, der Klondike und der Yukon bis heute wahrgenommen werden. Vereinfacht gesagt: Jack London erlebte den Klondike – Robert Service machte ihn unsterblich.
Während wir weiter durch Dawson schlendern, kommen wir immer wieder auf dieselbe Frage zurück: Was ist Dawson eigentlich für uns? Wie fühlt sich diese Stadt an?
Das klingt zunächst ein bisschen dahingesagt, aber genau das ist es eben nicht. Dawson hat einen ganz eigenen Charme, den man erst sehen und spüren muss, bevor man überhaupt merkt, dass da etwas Besonderes passiert. Und dann braucht es noch eine Weile, bis man dieses Gefühl irgendwie einsortieren kann.
Für mich ist Dawson jedenfalls deutlich mehr als nur eine Stadt mit ein paar alten Häusern.
Dawson ist Geschichte, die noch benutzt wird.
Und genau das macht den Unterschied.
Viele historische Orte wirken irgendwie wie ein Museum unter freiem Himmel. Hübsch restauriert, sauber beschildert, aber eben trotzdem ein bisschen Kulisse. In Dawson ist das anders. Ein Teil dieser alten Gebäude wird bis heute ganz selbstverständlich weiter genutzt. Man geht hinein, kauft ein, erledigt Besorgungen oder repariert irgendetwas am Camper.
Unser bestes Beispiel ist der Dawson City General Store direkt an der Front Street.
Dawson City General Store
Von außen passt das Gebäude perfekt in das historische Stadtbild. Holzfassade, alte Optik, alles so, wie man es in einer Goldgräberstadt erwartet. Innen wartet dann allerdings kein kleiner Souvenirladen mit drei Dosen Bohnen und einem Kühlschrank voller Cola.
Ganz im Gegenteil.
Mehr als 8.000 Square Feet Verkaufsfläche, frisches Gemüse, Fleisch, Molkereiprodukte, Backwaren, glutenfreie und biologische Produkte, Getränke und all die Dinge, von denen man unterwegs plötzlich feststellt, dass man sie selbstverständlich genau jetzt dringend braucht.
Nach den langen Versorgungsetappen im Norden fühlt sich so ein Laden beinahe luxuriös wenn auch etwas „schräg“ an.
Der oben beschrieben Hardware Store ist ein weiteres gutes Beispiel. Der Laden ist erstaunlich gut sortiert und wir finden praktisch alles, was wir brauchen. Und genau diese Mischung macht Dawson für mich aus:
Draußen 1898 – drinnen alles, was 2026 gerade den Camper zusammenhalten soll.
Am Ende des Tages geht es für uns zurück zum Campingplatz. Ich kümmere mich um die Dichtbänder am Camper, während JD nach der Wäsche schaut.
Und auch da haben wir einmal Glück: Als wir zurückkommen, ist der Trockner tatsächlich kurz vor dem Ende seines Programms.



Tag 2 – Can-Can Girls und der Schaufelraddampfer S.S. Keno
Je länger wir uns mit der Geschichte des Klondike-Goldrauschs beschäftigen, desto beeindruckender wird die Frage, wie die Menschen damals überhaupt bis in den Yukon kamen.
Für viele Stampeder (jene Glückssucher, die während des Klondike-Goldrauschs in Richtung Yukon aufbrachen) begann der Weg per Schiff an der Küste Alaskas. Von dort führten im Wesentlichen zwei berühmte Routen über die Coast Mountains: von Dyea über den steilen Chilkoot Trail und den Chilkoot Pass oder von Skagway über den White Pass Trail.
Beide Wege waren beschwerlich genug, zumal die kanadischen Behörden von den Goldsuchern Vorräte für ungefähr ein Jahr verlangten – grob eine Tonne Ausrüstung und Lebensmittel pro Person. Das bedeutete, die Strecke nicht einmal zu gehen, sondern immer wieder: Last hoch, zurück, nächste Last. Ein Fitnessprogramm, ohne Mitgliedsbeitrag dafür bei schlechtem Wetter.
Hinter den Pässen ging es weiter Richtung Bennett und Lindeman Lake. Dort bauten viele Boote und Flöße, um nach der Schneeschmelze über die Seen und später durch den Bereich des heutigen Whitehorse. Dort lagen allerdings die gefährlichen Miles Canyon und White Horse Rapids. Güter wurden teilweise um diese Stromschnellen herumtransportiert, bevor die Reise auf dem Yukon River weiter nach Dawson ging. Das spätere Whitehorse entstand gerade an diesem wichtigen Übergangspunkt. Aber das wisst ihr ja bereits.
Auf die beiden Routen von Dyea und Skagway werde ich in einem späteren Artikel noch genauer eingehen.
S.S.Keno, Whitehorse und Dawson
Irgendwann kommen wir zur Front Street und finden die S.S. Keno im Trockendock. Ein alter Heckraddampfer und damit ein Zeitzeuge aus jener Epoche, in der der Yukon River noch so etwas wie die Autobahn des Nordens war. Nur langsamer. Und vermutlich mit deutlich besserer Aussicht. Der Heckraddampfer wurde 1922 in Whitehorse gebaut und transportierte später vor allem Erz, Waren und Versorgungsgüter auf dem Yukon und seinen Nebenflüssen. Damit gibt es auch einen direkten Bezug zu Whitehorse: Dort befanden sich die großen Werftanlagen und der wichtige Umschlagpunkt zwischen Eisenbahn und Flussschifffahrt. Während in Whitehorse heute die größere S.S. Klondike erhalten ist, steht in Dawson mit der Keno gewissermaßen die kleinere Verwandte.
Besonders schön ist ihre letzte Reise: 1960 fuhr die Keno noch einmal aus eigener Kraft von Whitehorse nach Dawson, wo sie anschließend als historisches Schiff erhalten blieb. Es die letzte Reise dieser Art eines kommerziellen Yukon-Sternwheelers. Seitdem steht sie dort ziemlich trocken an Land. Für einen Schaufelraddampfer vermutlich nicht der spannendste Arbeitsplatz – dafür aber ausgesprochen gut für uns Besucher.
Und plötzlich wirkt Whitehorse nicht mehr wie ein ganz anderes Kapitel unserer Reise. Whitehorse und Dawson waren über Jahrzehnte zwei Enden derselben Lebensader.


Can-Can – nächstes Mal? Ganz sicher!
Eine Sache fehlt mir in Dawson allerdings noch: eine Can-Can-Show.
Die Diamond Tooth Gerties Gambling Hall ist hier eine echte Institution. Casino, Bühne, Goldrausch-Atmosphäre und im Sommer mehrere Shows am Abend mit Can-Can, Musik und Vaudeville-Elementen. Gerties gilt als Kanadas älteste noch betriebene Spielhalle dieser Art und gehört für viele genauso zu Dawson wie Goldpfanne und Schotterstraße.
Das Programm steigert sich im Laufe des Abends von klassischem Can-Can bis hin zu modernerer Musik und deutlich ausgelasseneren Shows. Man kann also hineingehen, ein wenig Roulette oder Blackjack spielen, eine Show anschauen und irgendwann weit nach Mitternacht feststellen, dass aus „wir gucken nur mal kurz rein“ ein ausgewachsener Abend geworden ist.
Ich hätte das sehr gerne gesehen. JD dagegen so ungefähr gar nicht.
Und so entscheide ich das dieser Programmpunkt – sehr zu meiner Missgunst – für mich ausfällt. Zu zweit reisen bedeutet eben Kompromisse. Und für mich bedeutet dieser Kompromiss diesmal, fünf Tage in Dawson City zu verbringen und trotzdem keinen Can-Can zu sehen. Das muss man auch erstmal schaffen.
Für mich steht deshalb fest: Ich muss wiederkommen. Dann vielleicht auf zwei Rädern und mit einer Begleitung, die ähnlich bereitwillig wie ich in die etwas spezielleren Goldgräbertraditionen eintaucht.
Denn irgendwie kann man kaum ernsthaft behaupten, im Klondike gewesen zu sein, ohne wenigstens einmal abends bei Gerties gesessen und eine dieser Shows gesehen zu haben.
Naja – und dann wäre da noch die Sache mit dem abgeschnittenen Zeh im Cocktail.
Aber das ist eine Geschichte für Teil 2.
Die offizielle Seite mit Informationen und aktuellem Programm findet ihr hier:

Nachwort
Dawson – und die Schwierigkeit, fünf bzw. sechs Tage irgendwie in Worte zu packen
Ich muss gestehen: Selten ist es mir so schwergefallen, einen Artikel zu schreiben wie diesen und den folgenden.
Nicht, weil es über Dawson zu wenig zu erzählen gäbe. Ganz im Gegenteil. Es gibt einfach viel zu viel.
Sechs Tage waren wir insgesamt in Dawson City und seiner Umgebung unterwegs. Tage voller Geschichte, Geschichten, Goldgräber, alter Gebäude, staubiger Straßen, Minen, Dredges, kleiner Entdeckungen und ziemlich besonderer Erlebnisse. Dazu kommen noch die Goldfelder am Klondike und all die Orte, die man aus Büchern, alten Fotografien und – zumindest in meinem Fall – natürlich auch aus diversen Folgen von Gold Rush kennt.
Allein in diesen Tagen habe ich mehr als 500 Bilder gemacht. Von Dawson, den Goldgräberregionen und allem, was irgendwie links und rechts davon interessant aussah. Und wer mich kennt, weiß: Das kann leider ziemlich viel sein.
Entsprechend aussichtslos wäre der Versuch, all das hier unterzubringen. Diese Artikel kann deshalb nur ein kleiner Ausschnitt aus unseren Tagen in Dawson sein. Einige Geschichten brauchen einfach etwas mehr Platz – und manche sogar einen eigenen Artikel.
Ich hoffe trotzdem, dass euch die Zeilen mindestens genauso viel Spaß machen wie mir beim Schreiben und später beim erneuten Lesen.
Bei einem Abschnitt ist das jedenfalls definitiv so. Denn irgendwann während unserer Zeit in Dawson war ich plötzlich wieder 16 Jahre alt.
Zumindest fühlte es sich für einen kurzen Moment genau so an.
Was passiert ist, verrate ich an dieser Stelle allerdings noch nicht. Dafür müsst ihr euch bis zum nächsten Artikel gedulden.
Also: stay tuned …