Monatsarchiv: März 2012

Wave Rock, Pinnacle und der Yanchep National Park


Wie soll die weitere Reise verlaufen? Soll es von Esperance weiter nach Norden und damit erneut zur Bergbaustadt Kalgoorlie-Boulder, oder die westlichere Route nach Hyden und zu den WaveRocks werden?
Beide Strecken bieten Vor – und Nachteile.
In Kalgoorlie Boulder war ich bereits schon, habe mich aber durch die Verschmutzung und den Verkehr der Stadt abgestossen gefühlt. Leider habe ich auf Grund dessen den Super Pit, eine historische Bergbaustadt und die leicht bekleideten Damen in den Salons der Stadt verpasst. Auf der anderen Seite steht Hydren mit den Wave Rock und einem Gebiet, das ich noch nicht kenne und sehr eindrucksvolle Felsformationen haben soll. Beides ist leider aufgrund, der geringen Zeit die noch in Australien bleibt, nicht möglich. Die Entscheidung fiel nicht leicht, ist dann aber einheitlich auf Hyden mit seinem Wave Rock gefallen.

Der Wave Rock ist Teil des etwa fünfundsechzig ha großen Hyden Rock. Dieser Granit-Felsen entstand vor rund 3 Milliarden Jahren und ragt imposant bis circa sechzig Meter über die sonst flache Ebene heraus. Die eigentliche Naturattraktion, der Wave Rock, ist eine etwa einhundertzehn Meter lange und etwa fünfzehn Meter hohe Welle aus diesem Granitgestein. Geologen erklären die ungewöhnliche Form des Felsens  durch Auswaschung (Erosion) und Witterung durch von der Oberfläche herunterlaufendes Regenwasser an der Seite des Grantifelsens.

Ein wirklich sehr imposantes Erlebnis. Gerade zum Sommersonnenuntergang färbt sich die Welle in leicht rötlichen und schwarzen Farben. Ein Bild von mir, mit einem Surfbrett unter dem Arm und in der Welle stehend, wäre ein tolles Motiv gewesen. Mangels eines Surfbrett musste eine Alternative her. Also, einfach in die Welle klettern. Naja, ist gar nicht so einfach, der felsige Untergrund ist spiegelglatt und sehr steil. Dementsprechend wenig Gripp haben die guten Outdoorschuhe. Auch wenn man es den Bildern nicht ansieht, es ist ganz schön anstrengend auf diese Höhe zu krabbeln.

Von hier ging es dann noch einmal an den indischen Ozean und in den Nambuk National Park mit seinen Pinnacle. Diesmal konnte ich die Pinnacle bei wolkenfreiem Himmel und zu Sonnenuntergang erleben. Es ist schon phantastisch, wie sich das Erscheinungsbild der Pinnacle je nach Sonnenstand und Schattenwurf verändert. Besonders wenn im Licht der untergehenden Sonne noch Känguru durch die wunderschöne Landschaft hoppeln.

Mit einen Ghost Walk und dem Besuch einer Koala – Kolonie im Yanchep National Park wurde das Abenteuer Australien für mich beendet.

Die letzte Herausforderung war das komplette Motorradreisegepäck  ordentlich verstaut zu bekommen und die magische Grenze von 30kg pro Person nicht zu überschreiten. Hier hat sich direkt ein weitere Vorteil meines Gepäcksystems ergeben. Durch das geringe Gewicht sowie der kompakten Form der Taschen konnte alles mitgenommen werden.

Mittlerweile bin ich wieder in Deutschland und weine der Zeit in Australien nach. In den nächsten Tagen werde ich mit einem Fazit und einer kleinen Zusammenfassung meiner Eindrücke dieser Reise den vorerst letzten Artikel verfassen. Ein weiterer wird dann wohl erst wieder im Juni, dann wenn meine HPN in Bremerhafen ankommt, erstellt.

Was kommt danach??

Als erstes geht es wieder in den Alltag und in den Job zurück. Meine überigbleibende Freizeit werde ich mit der Aufarbeitung dieser Reise und der Vorbereitung eines Vortrages darüber beschreiten. Ich hoffe, dass ich bis zum Beginn der kalten jahreszeit Euch den Winter mit einem Bildervortrag etwas versüssen kann. Die nächsten Pläne stehen aber schon. Warum nicht mal mit einer Vespa und max. 50 km/h nach Brighton, England. Oder mit einem Gespann nach … aber das sind alles Geschichten von Morgen ;-)???

Vielen Dank fürs mitlesen, mitfiebern und kommentieren meines Abenteuers – Terra Australis – Ein Abenteuer mit dem Motorrad.

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Auf dem Weg nach Esperance


Nachdem die Sachen gepackt sind geht es endlich weiter. Das Etappenziel ist Esperance (14650 Einwohner). Mit seinen prämierten weissen Stränden (der weisseste Strand Australiens ist hier zu finden (Twilight Beach)), den Wassersport- und verschiedensten Freizeit-Möglichkeiten ist Esperance ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Bewohner der Bergbaustadt Kalgoorlie-Boulder. Und in der Tat, Esperance hat eine Menge zu bieten. Reiten an menschenleeren und schneeweissen Stränden, 4×4 Touren am Strand oder im Inland, Schnorcheln und verschiedenste Sportarten auf und im Wasser,  Wandertouren etc. pp..

Doch zuvor sollte es noch ein Highlight geben, auf dass ich mich die ganze Zeit schon freue. Der TreeTopWalk bei Walpole. Dieser befindet sich im Walpole-Nornalup National Park, im Herzen des Valley of the Giants, in der Nähe zur Küste des Southern Ocean von West Australien. Hierbei handelt es sich um einen „Walk“ durch Baumkronen von vierhundert Jahre alten Tingle Trees. Dieser Walk ist insgesamt sechshundert Meter lang und zeigt einem ungeahnte Einblicke in die Baumkronen dieser königlichen Bäume. Dort angekommen wird schnell das Ticket gelöst (12,5AUD) gelöst und direkt in die Kronen gewackelt 😉 Auch wenn ich nicht wirklich höhenfest bin, so gelingt mir der Rundgang im ersten Anlauf. Naja, die Hände kann ich irgendwie nur schwer vom Geländer lösen und es stellt sich, bis zum erreichen der nächstgelegenen Plattform, der Tunnelblick ein.

Dennoch, es ist ein ganz besonderes Erlebnis, wenn man in schwindelerregender Höhe (der Höchste Punkt auf dem TreeTopWalk ist vierzig Meter über den Boden), die Baumkronen dieser Bäume und den Ausblick aus luftiger Höhe erleben darf. Einfach toll! Eine Empfehlung für jeden, der den Süden in West Australien bereist.

Die Streckenführung über den Freeway No. 1 ist überraschender weise sehr kurvig. Die Landschaft, entweder durch Wälder von Karri Bäumen oder aber durch Weizenfelder, welche sich bis zum Horizont erstrecken, sehr abwechslungsreich. An der Strecke liegen Bergbaugebiete und Buschfeuerwarntürme. Diese Türme sind Aussichtspunkte, in den Baumkronen von Karri Trees, welche in Höhen von bis zu dreiundsechzig Metern errichtet wurden. Es macht einfach Spaß durch dieses Gebiet zu fahren.

In Esperance angekommen stellt sich ein wenig Enttäuschung ein. Sollte doch der heutige Tag eine Fahrt mit einem Glasbodenboot beinhalten, erfahren wir von der Reederei, dass der Besitzer der Reederei gewechselt hat und damit das Glasbodenboot nicht mehr zu Verfügung steht. Naja, die eigentliche Aussage war,…“may be, … one day again“. Was immer man darunter auch verstehen mag. Ein paar Eindrücke aus Esperance habe ich angefügt, bevor es erneut ins Outback und zu den Wave Rocks geht.

P.S.: Auf der Fahrt nach Esperance war ich das erste Mal so Richtig froh nicht auf einem Motorrad zu sitzen. Auf einem ca. fünf Km langen Streckenabschnitt war die Fahrbahn von einem Teppich von Heuschrecken überzogen. Die Einschläge dieser Tiere auf Windschutzscheibe und Motorhaube wurden zu einem gruseligen Todeskonzert. Nun muss dringend eine Waschstrasse gefunden werden um die Beweise des Massakers zu entfernen.

HPN goes back to Germany


Nach acht Tagen bei Werner fällt es mir schwer weiter zu reisen. Ich habe mich an das Fischerdorf Lancelin und an eine feste Unterkunft mit Bett, Dusche und Kühlschrank gewöhnt. Mittlerweile kenne ich ein paar Leute aus der Stadt, so dass es mir manchmal wie zu Hause vorkommt. Die Frau der „Pharmacy“ treffe ich an der Tankstelle und man tauscht ein paar nette Worte aus. Die Verkäufer(innen) vom Supermarkt erkennen mich wieder und es wird das eine oder andere Wort gewechselt. Alleine schon der Satz – „How are you today?“ – sagt aus, dass man sich öfters und regelmässig im Laden trifft. Am Strand treffe und unterhalte ich mich mit Menschen, welche mich später entweder am Tresen, in einem Geschäft oder der Post wieder treffen. Den Damen des kleinen FastFood-Laden muss ich mittlerweile gar nicht mehr erzählen was ich zwischen den Surfstunden, gerne zu Essen haben möchte. Alles hat sich eingespielt und fühlt sich mittlerweile vertraut an. Und das nach nur ein paar Tagen in Lancelin. Vorteile eines Dorfes im Gegensatz zu dem Leben in einer anonymen Großstadt?
Doch welche Wahl habe ich? Ich muss heute nach Fremantle aufbrechen, um dort mein Carnet abzugeben und um am kommenden Donnerstag einen Termin beim australischen Zoll wahrzunehmen.

Ich wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Stadtbevölkerung Perth, insbesondere an den Wochenenden, auf die Campingplätze der Stadt stürmt und es schwer wird, einen Platz zu finden. Da ich aber einen Platz für die letzten Tage auf dem Motorrad und die ersten Tage im Camper benötige und keine Lust habe, permanent umzuziehen, lag es nah, dem Rat zu folgen und eine Reservierung durchzuführen. Ich habe meinen Platz am Woodmans Point, südlich von Fremantle gefunden. Nicht weit zum Meer (walking distance) und dementsprechend eher ruhig. Dachte ich zu mindestens.

Die Zwischenzeit bis ich das Motorrad abgeben muss verbringe ich mit Wäsche waschen und Wunden lecken. Dann ist er gekommen, der Moment, der zu Beginn der Reise in einem unbekannten und fernen Nebelschleier eingehüllt war. Der Moment, an dem ich mein Motorrad wieder zurück nach Deutschland schicken muss. Achtzig Minuten dauert die letzte Fahrt mit meiner HPN, um durch die morgendliche Rushhour von Perth die ca. vierzig km zur Spedition, welche die Zollabwicklung erledigt, zu fahren. Perth ist die Hauptstadt des australischen Bundesstaates Western Australia. Die nächstgelegene  größere Stadt Adalaide im Bundesstaat Süd Australien, liegt 2139km entfernt. Damit ist Perth die am weitesten entlegenste Stadt der Welt. Perth ist eine Stadt, deren Bevölkerung sich in den letzten zwanzig Jahren, also seid dem Beginn des „Big Mining Business/Booms“ mehr als verdoppelt hat. In Zahlen heisst das, die Bevölkerung ist von etwa 700.000 auf mittlerweile über 1.700.000 angestiegen. Bei uns, in Deutschland, ist es normal, dass in Großstädten der meiste Wohnraum in Mehrparteien Häusern zur Verfügung steht. Doch diese Art des Wohnens hat sich in Westaustralien noch nicht herumgesprochen. Die Menschen verteilen sich also über eine Fläche von mittlerweile etwa 5400 m2. Ein Vergleich: In Köln leben ca. 1Mio Menschen auf einer Fläche von 405km2 (2486 Einwohner pro km2), in Essen leben ca. 0.58Mio Menschen auf einer Fläche von 210km2 (2732 Einwohnern pro km2) und in Perth leben ca. 1,7Mio Menschen auf einer Fläche von 5400m2 (308 Einwohner pro km2). Was für uns Deutsche Wohnungen sind, sind für den Australier 3 or 4 bedroom houses. Dementsprechend ist die Stadt eine Aneinanderreihung von freistehenden Einfamilienhäusern. Leider ist die Infrastruktur nicht entsprechend dem Anstieg der Bevölkerung angewachsen bzw. entwickelt. Es gibt keine ordentliche Anbindung, um aus den äusseren Bereichen der Stadt (da wo die meisten Menschen wohnen) in de Arbeitszentren der Stadt zu kommen Fahrgemeinschaften sind ebenso unbekannt wie in Deutschland

So gibt es immer noch eine Vielzahl von Fahrbahnverengungen, die den Verkehr nahezu zum Erliegen bringen.  Auch wenn viel Geld investiert und entsprechend viel Aufwand betrieben wird, wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis sich die Verkehrssituation um und in Perth verbessert.

Ich habe mich aber in Fremantle, welches eine selbstständige Stadt, aber irgendwie zu Perth gehört, einquartiert.
In der Stadt Fremantle befindet sich der C.Y.O‘Connor Hafen, welcher der eigentliche Frachthafens Westaustraliens und von Perth ist. Aus diesem Hafen wird mein Motorrad zurück nach Deutschland verschifft.

Das Motorrad wurde endlich nach sechs stündiger Wartezeit durch den australischen Zoll (der Zöllner hat italienische Vorfahren, was ich jetzt aber nicht weiter kommentieren möchte) abgefertigt und ich musste mit dem Camper zurück zum Campingplatz. Noch ein letzter Schulterblick auf das zuverlässige und lieb gewonnene Motorrad und zurück ging es zum Woodmans Point in Fremantle.
Die letzte Aktion des Motorradabenteuers Terra Australis war dann das komplette Motoradgepäck in den Camper zu verladen und damit alles für den Rücktransport vorzubereiten. Ab diesem Moment geht es mit dem Camper weiter…mal sehen wie schnell ich die HPN vermissen werde. Auch wenn das Motorradabenteuer damit beendet ist, werde ich über die weiteren Dinge, die ich in Australien erleben werde weiter berichten. Ich freue mich, wenn ein paar von Euch dabei bleiben und weiter mit mir durch das unbekannte Land im Süden reisen. Doch zuerst noch ein paar Eindrücke aus und Informationen über Fremantle. Fremantle ist eine schöne kleine Stadt, in der einige historische Gebäude von Gefangenen der Kolonialzeit errichtet wurden. Dazu zählt insbesondere das Fremantle Prision, was heute das wichtigste Kulturerbe des Landes Western Australia ist.

Ich, alter Kulturbanause, habe mich aber lieber dem Jetty, der Brauerei Little Creatures und dem Ferris Wheel gewidmet.

 

Heulsuse?


Nachdem ich nach dem fünftem Surftag in der Apotheke von Lancelin ein paar Bewegungstests machen musste, wurde ich für einen Tag in Bewegungszwangspause versetzt. Neben der stark schmerzenden und geprellten Rippe, haben sich nun die Armgelenke, eine geprellte Schulter und ein durch das ewige auf das Surfbrett klettern abgeschürftes Bein dazu gesellt. Ich kann Nachts vor Schmerzen nicht mehr schlafen. Schon doof, wenn man eigentlich hundemüde ist, aber immer wieder von Schmerzen geweckt wird. Voltaren, Paracetamol und Hotpacks sollen die  Genesung unterstützen. Die letzten fünf Tage im Wasser waren für mich sehr anstrengend.

El Ninio, ein Wetterphänomenen, was alle zwei bis sieben Jahre im Pazifikraum, zwischen der Westküste Südamerikas und Südostasien auftritt, hat mir ordentlich zugesetzt. Stark vereinfacht dargestellt verändern sich bei diesem Phänomen die Luftmassen und die Oberflächenwassertemperaturen. Dieses sorgt dann, wie in diesem Jahr vor der Westküste von Australiens, für eine erhöhte Wassertemperatur (ungefähr + 2°C), einen ungefähr 60cm höheren Meeresspiegel sowie veränderte Windbedingungen im Vergleich zu einem „Normal“ Jahr.

Für mich und meine anstehende Windsurfkarriere entstehen dadurch folgende Probleme:

  • das sonst flache Wasser bei Lancelin ist nun so tief, dass ich als Anfänger nicht mehr stehend auf das Surfbrett krabbeln kann. Ich muss mich aus Gewässern, wo ich die Füße nicht mehr auf den Boden bekomme, auf das Brett katapultieren. Dieses ist für einen Anfänger, der dann doch deutlich öfters im Wasser landet, deutlich schwerer als wenn, man, wie in einem normal Jahr, Bodenkontakt hat.
  • der Uferbereich ist voll mit Seegras, welches sich vor der Küste bis zu 1,5m auftürmt. Ergo, sehr schwerer Einstieg, extrem unangenehmer Geruch und erschwerte Surfbedingungen, weil sich das Seegras gerade im Küstenbereich oft an der Finne verfängt.
  • schwacher und ablandiger Wind sowie wechselnde Windrichtungen.
  • starker Wellengang.

All diese Punkte habe es mir nicht gerade leichter gemacht. Aufgrund der schlechten Wind- und Wasserverhältnissen und den Schmerzen habe ich nach fünf Tagen mir eine Ruhepause gegönnt. Am letzten Tag hat der Wind ein Surfen erneut nicht zugelassen, so dass ich wohl erst im April wieder auf einem Brett stehen darf. Mal sehen, ob ich das bis dahin gelernte dann umsetzten kann. Schliesslich bin ich trotz dieser Verhältnisse ein paar mal, wenn auch sehr langsam und wackelig, raus und wieder rein gefahren. Wenden, und nicht immer im Wasser landen, hat dann trotz Wellen und wenig Wind geklappt.

Wenigstens konnten die windarmen Tage noch genutzt werden. Dieter ist nach seinem Photoshot in Perth für ein paar Tage bei mir vorbeigekommen. Neben einem kleinen „Training“ beim Windsurfen (meine letzte Aktion auf dem Wasser) haben wir die Tage, mit einem Rausschmiss aus einer Kneipe, ein paar Runden Backgammon, einem Paypal-Betrug aus Malaysia, ein paar tollen Sonnenuntergängen, einer Polizeiverfolgungsjagd und verdammt teuerem Bier verbracht.   Also, keine Langweile, dafür wenig Erfolg 😉

Ich bin nun bereits in Fremantle und muss morgen zum Zoll, um mein Moped für die Rückreise nach Deutschland vorzubereiten. Danach heisst es ein paar Tage in Fremantle und Perth zu verbringen, um anschliessend mit einem Campern die letzten Tage im Süden Westaustraliens zu verbringen. Hier stehen ein paar weitere Highlights an. Da wären u.a. Margaret River, Valley of the Giants, Denmark und ein Glasbodenboot. Mehr wird aber noch nicht verraten.  RedDänStan

Pah, Windsurfen, kann doch jeder !!!


Naja, wahrscheinlich fast jeder Australier. Australier lieben das Meer und das Element Wasser im allgemeinen. Sie sind für alle Wassersportarten zu begeistern. Eigentlich auch kein Wunder, immerhin leben über 80% der australischen  Bevölkerung in einer Entfernung von weniger als 60km zu den schönsten und einsamsten Stränden der Welt. Diese Begeisterung für den Wassersport wollte ich am eigenen Leibe erfahren.
Zack die Bohne, auf nach Lancelin und damit zu Werner’s Windsurfing Hot Spot. Lancelin (2006: 666 Einwohner) ist eine kleines Fischerdorf, welches ca. 130km nördlich von Perth, direkt am indischen Ozean liegt. Diese Stadt ist bei Windsurfern und Kitern, insbesondere für die regelmässigen und gleichmässigen Nachmittagswinde, bekannt und beliebt. Eine regelmässig stark brechende Welle, am Ende der Bucht, lockt zusätzlich alle Wellenreiter in das verschlafene Dorf. Dennoch bietet das relativ flache und seichte Wasser der Bucht auch Anfängern die Möglichkeit trotz indischer Ozean, hier Windsurfen zu lernen. Direkt am Strand hat Werner seinen Windsurfing – Hot Spot eingerichtet. Zusätzlich ist er Stützpunkthändler für die Firmen Starboad und Severne. Auch, und ich denke das ist gerade der große Vorteil hier, Urlauber/Touristen, die nur mal einen Tag aufs Wasser wollen, können hier das jeweils an die persönlichen Fertigkeiten und Windverhältnissen angepasste Material mieten. Wer nun, wie ich, Lust auf Windsurfen bekommen hat, und dieses hier an der australischen Westküste versuchen möchte, ist bei Werner sehr gut aufgehoben.
Eine weitere ungeahnte Attraktion der Stadt ist die „Big Dune“, eine riesige weisse Sanddüne, die befahren werden kann. Aber Achtung, bei diesem Dünengebiet dreht es sich um sehr feinen und sehr trockenem Sand. Also, Luft ablassen, Arsch nach hinten und Gas.

In Lancelin angekommen buche ich mich, für die nächsten acht Nächte, in Werner’s Appartment ein. Endlich mal wieder ein richtiges Bett und einen eigenen Kühlschrank. Toll, hier gefällt es mir.

In der folgenden Nacht finde ich jedoch kaum Schlaf, zu groß ist die Vorfreude auf den nächsten Tag. Ich kann es kaum erwarten, mit einem Brett und einem Segel auf und über die Wellen des indischen Ozeans zu surfen. Ich schwelge in einem Hochgefühl und schlafe mit einem Gefühl der Leichtigkeit des Windsurfen ein. Leider holt einen die Realität dann doch schnell wieder ein.
Am nächsten Morgen geht es dann das erste mal aufs Wasser. Bisher habe ich noch überhaupt keine Erfahrung mit Wind und auf Wasser schwimmenden Brettern. Leider stelle ich mich hier, in dem ungewohnten Nass, auch extrem ungeschickt an und lande die ersten gefühlten zweihunderttausend Versuche, auf das Brett zu krabbeln, immer mit einem Riesen-Platscher im indischen Ozean. Doof für Werner, denn er stand daneben und hat versucht das Brett zu stabilisieren 😉 Naja, eines kann ich euch versichern – trocken ist er nicht lange geblieben. Der erste Tag besteht eigentlich nur aus: auf das Brett steigen, Startposition einnehmen, das Segeln an der Startleine aus dem Wasser ziehen und warten bis sich das Brett in die entsprechende Richtung dreht und ins Wasser fallen. Doof, dass es im indischen Ozean Wellen gibt, die beim heutigen Wind das ausbalancieren des Brettes nicht gerade einfach machen.

Warum lerne ich nicht wie jeder normale Mensch Windsurfen auf einem See? Nööö, der Puth muss direkt auf den Ozean, wo ablandige Winde und Strömung einen leicht bis nach Afrika schubsen können. Aber da wollt ich ja sowieso noch mal hin ;-).

Natürlich frischt der Wind weiter auf und ich habe extreme Probleme das Segel und das Brett bei diesem Wellengang auszurichten. Dummerweise habe ich mir dann auch noch eine Rippe gebrochen oder übel geprellt. Kommt davon, wenn man planlos auf das Brett und dabei auf den Stellhebel für die zusätzliche Finne springt. Egal, es gibt ja Schmerzmittel. Der Tag hat aber super viel Spaß gemacht, auch wenn ich mehr im als auf dem Wasser war. Die folgenden beiden Tage waren windtechnisch nicht so toll. Morgens, wenn ausreichend Wind zum Surfen vorhanden ist, ist dieser ablandig und damit für Anfänger wie mich vollkommen ungeeignet. Wie gesagt, ein kräftiger Windstoss und ich befinde mich vor der afrikanischen Küste.

Ausser mir sind noch zwei Japaner hier. Taro und sein Freund. Beide habe ich dann mal fotografiert.

Bilder von mir auf einem Surfbrett gibt es im nächsten Artikel, sofern ich mich noch in Australien befinde, und nicht auf dem Weg Richtung Südafrika.