Monatsarchiv: Januar 2012

Die Wimmera und ihre National Parks


Endlich, Raus aus den Menschenmassen Warrnambools und auf in den Grampians National Park. Endlose Strassen führen von der Küste, monoton und flach, Richtung Norden. Selbst die kleinen Nebenstrassen bieten hier wenig Abwechslung. Das Hinterland der Wimmera besteht meinst aus landwirtschaftlich genutzten Flächen (Weizenfelder), wenn auch die Bearbeitung der Böden sehr viel Zeit und Aufwand kostet. Neben der landwirtschaftlichen Nutzung, findet hier auch Viehzucht statt. Auf riesigen Feldern weiden hier hauptsächlich Schafe und vereinzelt Rinder. An manchen Stellen befinden sich, links und rechts der Strasse lustige Messlatten, welche einem bei Hochwasser den Wasserstand über der Strasse anzeigen. Die Vorstellung, dass die Weiten der Wimmera, ab und zu von Hochwasser heimgesucht werden, ist schon ein seltsames Gefühl. Endlich, sehe ich die Gebirgskette der Grampians imposant vom Horizont abzeichnen. Obwohl die Grampians nur wenige hundert Meter hoch sind, wirken diese Erhöhungen in der sonst flachen Landschaft gigantisch. Blauer Himmel, weiter Horizont und diese Berglandschaft. Einfach wunderschön.
Wunderschön sind die Grampains auch bei näherer Betrachtung. Sie sind ein beliebtes Wander- und Klettergebiet mit einigen Seen sowie Felsmalereien der Aborignies.  Auch bei den 4×4 Fahrern ist dieser Nationalpark sehr beliebt, wie man an den Allradpisten die durch die Landschaft führen erkennen kann. Nebenbei, wem der Name der Grampians bekannt vorkommt, die schottischen Grampians Mountain sind Namensgeber für diese Berglandschaft.

So eine bin ich dann auch gefahren.
Diese kleinen Nebenstrassen haben es in sich. Hohe Geschwindigkeiten sind hier vollkommen Fehl am Platz. Immer wieder hüpfen aufgescheuchte Känguru, Kakadus und sonstiges Getier über die Strasse.

Also, immer schön Obacht, und eine Geschwindigkeit wählen, wo man auch noch rechtzeitig zum Stehen kommen könnte. Diese Single Tracks sind allerdings nichts für im Gelände unerfahrene Motorradfahrer. Im Verlauf solcher Nebenstrassen muss immer mit steilen bergauf und bergab Passagen, mit faustgrossen Steinen, tiefen Schlaglöchern und sandigen Abschnitten gerechnet werden. Dementsprechend sollte man mit der grundsätzlichen Fahrtechnik im Gelände vertraut sein. Die Durchgangsstrasse, wenn auch Piste, ist dann wieder für jeden zu fahren, aber auch hier gibt es die eine oder andere sandige Stelle.

Nach diesem schönen Fahrtag war der nächste schnell geplant. Erst ein wenig die HPN in der Little Desert und im Sand testen, um anschliessend die 107km lange Sandpiste durch den Big Desert Wilderness Park zu fahren. Genau wie am Tag zuvor habe ich mich wieder auf die kleinen 4×4 Pisten gewagt, diesmal jedoch mit weniger Erfolg.

Leider ist der Ton sehr schlecht. Wird, zu Hause, nachgearbeitet. 

Nach etwa 1,5km durch Sand und in Spurrinnen, mit vielen querenden Pistenhasen (damit meine ich diese Hoppeldinger auf vier Pfoten und Stummelschwanz), habe ich diese kleine Piste abgebrochen und bin umgekehrt. Mit vollbeladenen Motorrad, Strassenluftdruck in den Reifen, einem vollen Tank und ohne Handynetz waren mir diese Pisten, für den Anfang,  zu gefährlich. Ich habe die Little Desert (welche gar nicht so wie eine Wüste aussieht – es gibt eine Vielzahl an Wildblumen und Pflanzen) dann über die gut präparierte Gravelroad nach Norden und Richtung Nhill durchquert.

Nach dieser gefühlten Niederlage (wahrscheinlich fühlt sich so Vernunft an), wollte ich unbedingt über die 107km lange Piste durch den Big Desert Wilderness Park fahren. Auch wenn ich etwas Unbehagen bei der Piste hatte, so wollte ich unbedingt den Freeway und damit eine zusätzliche Strecke von 150km sowie eine zusätzlich gefühlte Niederlage vermeiden. Anfänglich noch asphaltiert wurde diese von kleinen Sandverwehungen immer weiter verdrängt bis die Piste nur noch aus Sand bestand.
Hier fehlt im Moment noch der Ton. Keine Ahnung was mit dem Mikro ist.
Dieser war aber in großen Teilen verfestigt, so dass ein Fahren kein Problem darstellte. Neben den Bedingungen auf der Piste (zum Teil mehrere Meter Tiefsand mit Spurrillen) war für mich das größere Probleme, meine Kondition. Bei einer Temperatur von ca. 40 Grad Celsium im Schatten, wovon es aber relativ wenig gab, habe ich mich gezwungen, alle 20km anzuhalten, eine kurze Pause einzulegen um etwas zu trinken. Dieses war eine sehr gute Entscheidung, gerade zum Ende der Piste und des Fahrtages merkte ich, dass meine Konzentration und Aufmerksamkeit sowie die Kraft immer schneller am Ende war. Gerade die kleinen Unaufmerksamkeit, in so einer einsamen Gegend, führen schnell zum Sturz und damit zu einer Gefahrensitutation werden.

Alle weiteren Videos und Bilder gibt es später, in einer Multivisionsshow. Will ja nicht bereits alles im Vorfeld zeigen und verraten 😉

Nach ca. 3 Stunden bin ich dann endlich raus aus dem Backofen und in eine kleine schattige Lichtung, um etwas Durchzuatmen, abgebogen. Motor aus, Durchatmen, Reifen aufpumpen und weiter…. Das war mein Plan…wie der des Moped aussah, erzähle ich in einem neuen Artikel.

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The Great „Disappointment“ Road


Die letzten beiden Tage bin ich über die lange angekündigte Traumstrasse gefahren.
Die Great Ocean Road ist 266km lang, beginnt hinter Torquay und schlängelt sich südwestlich in Richtung Warrnambool. Leider führt nur ein Bruchteil dieser Strecke am südlichen Ocean entlang. Auf großen Streckenabschnitten ist dieser nur zu erahnen, aber nicht zu sehen. Dafür fährt man im Hinterland durch Eukalyptuswälder, in denen sich, neben haufenweise Touristen, sogar ein paar Koala tummeln. Auf dem Weg zum Cape Otway, mit seinem bekannten

Leuchtturm (der zweite der in Australien errichtet wurde (1850) und ausschliesslich aus Sandstein gemauert wurde), habe ich dann auch ein paar Koala in den Bäumen abhängen sehen. Abhängen ist genau

das passende Wort! Meint Ihr, die Herren und Damen Koala, würden sich auch nur ein wenig bewegen? Ein müdes Strecken ist das Maximum, was ich zur Mittagszeit von den Tieren zu sehen bekommen habe.Kein Wunder, die sind ja auch mit dem Verdauen, der für uns giftigen Blätter des Eukalyptusbaum, beschäftigt. Während dieses langwierigen Verdauungsprozesses werden dem zermahlten Eukalyptusblätter (Eukalyptusbrei) alle verwertbaren Nährstoffe und Wasser entzogen. Die Giftstoffe werden im sackartigen Blinddarm, welcher eine beachtliche Länge von 2,5m hat (zum Vergleich: der Blinddarm vom Menschen ist nur ca. 6-8cm lang) aufgearbeitet bzw. einer Art Gärung unterzogen.

Alles in allen, war die Great Ocean Road für mich eine Enttäuschung.

Hier wimmelte es von Menschen, Australiern und Asiaten, die gerade Sommerferien haben, und von europäischen Touristen. Dementsprechend ist alles auf Tourismus und Massenvermarktung eingestellt. Alles mit dem Nebeneffekt, von horrenden Preisen.
Beispiel: Für eine Nacht in meinem Zelt, auf einem Campingplatz, auf Gras dafür ohne Strom, musste ich 55AUD bezahlen. Das ist mehr als das Doppelte was ich sonst zahlen musste. In Warrnambool, wo ich mich gerade befinde, habe ich mich in ein Motel verkrochen. Ein klimatisiertes Zimmer, ein richtiges Bett und die Möglichkeit, alle Geräte wieder vollständig aufzuladen ,waren gerade im Verhältnis zu den Kosten auf einem Campingplatz mit Strom zu verlockend. Ein Motelzimmer kostet mich 115AUD, ein Campingplatz mit Strom 90AUD.

Dementsprechend bin ich den größten Teil der Strasse zwischen Autokolonnen (Hauptsächlich Miet-Wohnmobile und Autos) gefahren. Die sagenhaften Ausblicke auf den südlichen Ozean, von denen es tatsächlich ein paar gibt, entschädigen aber nicht für die dafür aufzunehmenden Strapazen. Endurofahrer sind, nach meiner Einschätzung, hier vollkommen Fehl am Platz. Hätte ich dieses im Vorfeld gewusst, wäre ich nur zu den Highlights zwischen Princetown und Peterborough gefahren und hätte den Rest im Hinterland auf kleine Nebenstrassen erledigt. Nun habe ich mir die Reifen eckig gefahren und freue mich auf einsame Strecken, fernab des Massentourismus.

Dennoch, wie ich bereits oben beschrieben habe, gibt es ein paar wunderschöne Ausblicke, auf die Steilküste und den Ozean.

Hier, ein paar sehr schöne Orte:

  • Gibson Steps
  • Twelfe Apostel
  • The Arch
  • The Grotto
  • The Bay of Islands (für mich die schönste Aussicht)

Diese Sehenswürdigkeiten, die wirklich atemberaubend sind, befinden sich auf einem 30,4km langen Streckenabschnitt, zwischen Princetown und Peterborough.

Die nächsten Ziele sind der Grampians National Park, die Little- und die Big Dessert.

Do it, the Barry Way!


Das was Ihr auf den Bildern seht ist, glücklicherweise, kein Blut. Aber es stammt vom Barry Way. Was es genau ist und wie es dahin gekommen ist, findet Platz in einen weiteren Bericht.

Aber, alles der Reihe nach.

Canberra: Der letzte Abend vor meiner Weiterreise war dann mal richtig „lecker“. Michael hat mich, zur Feier des Tages, zum Barbecue eingeladen.

Eine Einladung zum Barbecue oder Barbie, ist eigentlich nichts anderes als bei uns eine Einladung zum Grillen. In New South Wales und Canberra stehen diese Barbecues in Rest Areas, auf Parkgeländen oder Campingplätze rum. Jeder kann diese kostenlos benutzen. Wer jetzt denkt, dass diese Dinger verdreckt sind und sich die Grillabfälle vom Vor-Benutzer noch an Ort und Stelle befinden, der irrt sich gewaltig. Diese Barbecues werden täglich gereinigt. Was mir besonders positiv aufgefallen ist, ist dass jeder den Grillplatz ordentlich verlässt, die Platte grob reinigt und seinen Müll mit nimmt. Ein weiteres Beispiel für die bisher sehr angenehme und zivilisierte australische Gesellschaft.

Nach diesem ordentlichen Mahl, ging es am nächsten Morgen Richtung Süden, durch den Namadgni National Park. Anschliessend wollte ich, über die Tooma Road und den Alpine Way, in den Kosicuszko National Park. Ich wusste, dass mich an diesem Tag ein langer Fahrtag erwartet. Aufgrund der relativ geraden Streckenführung, hatte ich neben ein paar unpaved/gravelpit Roads und ein paar Kurven, nichts besonderes erwartet. Ich hatte ja schon alles gesehen,… dachte ich.

Dann kam mal wieder alles anders.

Die ca. 340km entpuppten sich als eine Mischung aus Schotter- und Sand-Piste sowie einer nicht enden wollenden Aneinanderreihung von Kurven.

Der Strassenbelag der Piste durch den Namadgni National Park, war abgetragen und an der Oberfläche befand sich Sand. Nicht schlecht um die Gummikuh mal auf sandigen Wegen zu testen. Nach schweißtreibenden 80km, bin ich dann auf die Asphaltstrasse gekommen, welche mich über die Tooma Road und Alpine Road in die Snowy Mountains führen sollte. Auch hier musste ich wieder eine neue Erfahrung machen.

Es gab wirklich diese Momente/Situationen, in denen ich keine Kurven mehr fahren wollte, sondern einfach nur stur geradeaus zum nächsten Campingplatz.

Übernachtet habe ich dann in der Stadt Jindabyne und am gleichnamigen See. Hier konnte ich mir ein anderes Bild, ein Sommerbild, der Stadt machen. Ruhig und verschlafen sind, im Sommer, ein paar Fischer und Ruderer die Hauptattraktionen der Stadt. Dieses Bild wandelt sich in den Wintermonaten, wo die Stadt, obwohl nur ca. 1900 Einwohner, ca. 20000 Winter- und Skifreunde beherbergt.

Der darauffolgende Tag entwickelte sich zu dem bisher schönsten und abwechslungsreichsten Fahrtag den ich hatte.
Der Grund, der Barry Way, eine Gravelroad die durch den Kosciuszko- und Alpine National Park führt.

Die ersten Kilometer auf der Piste des Barry Way führten durch offene und weite Flächen, in denen eine Vielzahl von Tieren lebt. Leider überleben aber nur wenige die Überquerung des Barry Way, bzw. die Autos, die darüber fahren, so dass die ersten 30km mit Tierkadavern bzw. deren verwesenden Gerüchen gespickt waren. Eine Landschaft in der es nach Tod und Verwesung gerochen hat, einfach….lecker 😦 Eine permanente Übelkeit und der Drang mich zu übergeben waren diese Zeit meine Begleiter. Es gibt schöneres. Doch, wie sollte das alles nur weiter gehen?

Ganz einfach… „Fucking beautiful“, das würde zu mindestens Michael über den weiteren Verlauf der Strecke sagen.
Der Barry Way, noch nicht einmal im Lonley Planet beschrieben, hat sich für mich, in seinem weiteren Verlauf, in eine Traumstrasse verwandelt. Diese Piste mit einer Länge von 116km schlängelt sich mitten in das Herz der Snowy Mountains. Eine schmale Strasse, mal sandig, mal schottrig, mit tiefen Spurrillen oder Wellblech führt in engen Kurven durch eine traumhafte Berglandschaft. Der Geruch von Eukalyptus liegt in der Luft, während der braune Snowy River langsam durch das Tal fliesst.

Die Temperatur von über 37°C im Schatten, lud mich zum Verweilen am Fluss ein, wo sich sofort die erbarmungslosen und hartnäckigen australischen Fliegen über mich hermachten. Kaum zu glauben, aber die Biester geben erst Ruhe, wenn sie erfolgreich in die Nasen oder Ohrlöcher gekrabbelt sind.

Um diesen sehr schönem Tag noch eine weitere Krone aufzusetzen, hat sich die Farbe der sandigen Piste langsam in rot verwandelt. Ein toller Anblick, gerade in Kombination zu dem saftigem grün der Eukalyptusbäume sowie dem blauen Dunst der Eukalyptusöle am Horizont. Leider erweist sich dieser Sand bei Regen, als sehr ungeeignet zum Bremsen. Und genau, es hat geregnet ;-). In einer steilen Linkskurve hat es mich dann fast zerschellt. Beherzt bin ich auf diese Kurve zugefahren, leicht angebremst um anschliessend souverän die Linkskurve zu Meistern. Weit gefehlt. Statt zu verzögern bin ich über die Piste und in die Kurve, Richtung Abhang gerutscht. Nur ein beherzter Gasstoss, mit ordentlich Druck auf die rechte Fussraste, hat mich zwar rutschend, aber unfallfrei, durch die Kurve geführt. In Zukunft wird bei Regen etwas langsamer und bedachter gefahren. Das Ergebnis dieser Piste und des Regens, ist meine blutig rote Kuh, glücklicherweise von dem roten Sand und nicht von einem erwischten, „Was-Auch-Immer“. Was beim Barry Way aber auch keine Überraschung gewesen wäre.

Der letzte Fahrtag stand im Namen des Prince Freeway. Die Strassen südlich der Flinder Ranges, ziehen sich in rechtwinkeligen  Formen durch plattes Land und bieten wenig Abwechslung. Dementsprechend sind diese Strassen nichts für uns Motorradfahrer.

Heute, Sonntag, der 22.01.2012, bin ich am Anfang der Great Ocean Road, welche ich in den nächsten drei Tagen meistern möchte.

Für die Kilometer – König:
19.01.2012: Canberra – Jindabyne -> 362,9km
20.01.2012: Jindabyne – Nicholson -> 282,5km
21.01.2012: Nicholson – Bellarine -> 411,6km

Ein Tag in Canberra


Die australische Hauptstadt musste ich unbedingt sehen!
In Bill Bryson‘s „Reiseführer“, “Frühstück mit Kängurus“ oder in der aktuellsten Ausgabe in Englisch „In a sun burned country“, beschreibt er diese Stadt wie eine riesige Garten/Parkanlage mit wenigen Restaurants, dafür aber mit sehr weiten Entfernungen zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten.
Canberra ist wahrhaftig ein reines Kunstprodukt und weltweit die einzige Stadt, die als Kompromisslösung (Sydney und Melbourne haben damals beide den Anspruch auf den Sitz der zukünftigen Hauptstadt Australiens beansprucht) komplett neu gebaut und erschaffen wurde. In 1901 haben sich die australischen Staaten zu einem gemeinsamen australischen Staat verbündet. In der damaligen Verfassung wurde vereinbart, dass eine gemeinsame Hauptstadt gegründet wird. 1908 wurde ein neutraler Boden im Bundesstadt New South Wales identifiziert und 1911 das heutige Australien Capital Territory (früher Federal Capital Territory) gegründet. In dieser neuen und nahezu unbewohnten Gegend wurde die zukünftige Hauptstadt Canberra gebaut.

Das heutige Canberra erinnert mich irgendwie an Kornkreise und hat das neue Parlament im Zentrum. Wichtige Regierungsgebäude sind an einer Hauptachse ausgerichtet. Da die Stadt auf einem recht trockenem Stück Erde geplant wurde, diese Stadt aber Australien repräsentieren und in seinen ersten Planungen Platz für bis zu 320000 Einwohner mit entsprechender Wohnqualität bieten sollte, wurden zwei riesige Seen künstlich erschaffen. Dementsprechend ist die gesamte Stadt wahrhaftig ein riesiges Kunstprodukt, welches auf dem Entwurf von Walter Berlin Griffin aus dem Jahres 1912 basiert. Verdammt, ich baue eine Hauptstadt, keine schlechte Aufgabe. Aber hört selbst, was in der National Capital Exhibition über den Entwurf zur Stadt erzählt wird.

Das hört sich alles recht steril an, ist es auch.
Dafür bietet diese Stadt dem Besucher, hinter den Kulissen, einiges. Die meisten, besten und größten Museen des Landes, und alle kostenlos, sind hier um die künstlichen Seen zu besichtigen.

Ich habe diese Tage mit Michael, einem australischen Mopedfahrer aus Geelong (Queensland, südlich von Brisbane) , in verschiedenen Museen und im „Neuen“ Parlament verbracht.

Ein paar Eindrücke aus der Stadt, dem Parlament und dem National Museum of Australia, dem Australian War Memorial, das neue Parlamentsgebäude findet Ihr unten angehängt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eines möchte ich aber noch anführen. Insbesondere das Australian War Museum, hat mich überrascht. Dieses  Museum ist das nationale Kriegerdenkmal Australiens und gedenkt aller australischen Soldaten, die im Krieg gefallen sind, solcher, die für ihr Vaterland daran beteiligt waren  und deren Angehörigen. Jede Schlacht, in der australische Soldaten beteiligt waren, wurde nachgebaut, der Bombenangriff im zweiten Weltkrieg über Berlin demonstriert, diverse Fahrzeuge im Einsatz gezeigt und zum Ende der Öffnungszeit wird eine Zeremonie im Gedenken an die gefallenen Australier gehalten.
Diese findet täglich statt.
Dieser, für mich als Deutscher, sehr patriotische Umgang mit Krieg, hat sich sehr fremd angefühlt.

Weitere Kuriositäten, die in Deutschland keinen Markt haben, habe ich im Trinkregal in einem Supermarkt gefunden. Hier werden Multivitamin Drinks angeboten. Grundsätzlich ja keine schlechte Idee, aber als ich die Flasche öffnete und durch den Deckel eine Multivitamintablette in einfaches Wasser gefallen ist, war ich dann schon etwas, naja, überrascht.

Morgen fahre ich weiter. Von hier geht es Richtung Great Ocean Road, einer Traumstrasse, die Ihr aus verschiedenen Autowerbefilmen bereits kennt. Mal sehen, wie mir diese Strasse gefällt. Mich erwarten hier fast 250km Kurven mit Blick auf den „Southern Ocean“.

Von Melbourne nach Canberra, ab durch die Great Dividing Range


Australien, ein Land der Wetter-Extreme.

Dieses durfte ich bei meiner Ankunft in Australien erleben. Gerade angekommen, war ich bereits Mitten im Heatblast. Heute, am 12. Januar, verlasse ich diese Stadt bei 15°C im Regen und mit Aussicht auf Regen, Sturm und Schnee.

Wie dem auch sei. Raus auf die Straße und ab in die Great Dividing Range (siehe Exkurs), dass war mein Motto des Tages. Melbourne habe ich in östlicher Richtung, entlang des Yarra Rivers verlassen, und bin dann nach Norden, in die australischen Alpen, Richtung Healthville weitergefahren. Hier hat der Regen glücklicherweise nachgelassen.

Im Yarra Ranges National Park viel es mir dann wie Schuppen von den Augen. Wo bin ich hier eigentlich? Die Landschaft, die Pflanzenwelt, die Gerüche? Vieles sieht  unbekannt aus und riecht auch ebenso? Kein Wunder! Ich bin durch meinen ersten Eukalyptus Wald gefahren. Neben den Eukalyptusbäumen gibt es hier Farne in einer Größe, wie ich sie selbst aus dem südamerikanischen Regenwald nicht kenne.
Alles riecht hier irgendwie nach Hustenklömpkens. Dass kommt mir sehr gelegen, gerade da ich mit einer leichten Erkältung kämpfe. Trotz Regen und kalten Temperaturen, oder vielleicht gerade deswegen war, ich wie geflasht.
Kurz einen Photostopp eingelegt (Bilder siehe oben) und weiter ging es, vorbei am Lake Eildon, einem beliebten Naherholungsgebiet, und weiter Richtung Mansfield.
Da sich das Wetter mittlerweile von seiner bezaubernden Seite zeigte, hatte ich mich entschlossen, den ersten Schotter unter die Räder zu nehmen. Auf der Strassenkarte sah eine kleine Strasse, welche um das Westufer des Lake Eildon entlang Richtung Bonnie Doon führte, sehr  viel versprechend aus. Die Entscheidung war gefallen. Es musste diese Piste sein. Diese hat dann auch mal Richtig Spaß gemacht! Die kleine Gravelroad (Schotterpiste), welche sich nach ein paar Kilometern in eine sehr gute Asphaltstrasse wandelte, führte in kleinen Kurven um  den See.
Gerade als ich die ersten Kurven in ambitioniertere Schräglage genommen hatte, hatte ich dann auch meinen ersten beinah Unfall.

Unfallparteien waren:
Ein deutscher Motorradfahrer (ich) und mindestens fünfundzwanzig Kakadu (Unfallgegner), welche von links meinen Weg kreuzten (weitere konnte ich, mit verschlossenen Augen in Embryonalhaltung und bei einer gleichzeitigen Vollbremsung, soweit das mit einer vollbeladenen G/S überhaupt geht, nicht zählen) und mir damit meine Vorfahrt nahmen! Schuldfrage geklärt. Wer jetzt glaubt, ach, gar nicht mal so wild. Also, diese Dinger, Namens Gelbhaubenkakadu, (für die Ornithologen unter uns Cacatua galerita) haben eine Körperlänge von bis zu 50cm und bringen dabei zwischen 720g und 1020g auf die Waage. Stellt Euch mal vor bei einer Geschwindigkeit von ca. 60 km/h in einen Schwarm davon zugeraten. 😉 Glücklicherweise gab es keine Toten oder Verletzten. Für weitere Infos zu den Kakadus siehe hier.
Während ich mich dann von dem Schrecken erholte, läuft mir dann ein weiteres unbekanntes Wesen über den Weg. Sah aus wie ein normaler Igel, nur drei mal so groß, dafür mit einer beachtlichen Schnauze, die in einer schwarzen Knopfnase endete, war es aber nicht. Wie ich später heraus finden sollte, handelte es sich hierbei um die endemische Art, den Ameisenigel oder short-backed Echidna (Tachyglossus aculeatus).Ameinsenigel 008

Willkommen, im unbekannten Land Down Under!

Die erste Nacht habe ich auf einen Campingplatz in Mansfield verbracht. Aber was schreibe ich, Ihr könnt alle Orte, an denen ich war und die Strecken die ich bisher gefahren bin, im Life Tracking mitverfolgen. Dementsprechend gehe ich von nun an nur noch auf besondere Dinge ein, wie im nächsten Schritt die Great Alpine Road.

Diese Strasse hat es in sich. Sie zählt zu einer der Landschaftlich schönsten Strassen, gerade für Motorradfahrer, in Australien. Eine Kurven jagt die nächste, ein schöner Ausblick den nächsten, und das auf sehr guten und griffigen Asphaltstrassen. Leider hat in den ersten Kurven meine eingebaute „Schräglagenbegrenzung“ warnend eingegriffen. Mein Hauptständer hatte in einer mutig genommenen Rechtskurve Bodenkontakt. Irgendwie passt der noch nicht wirklich zum Vorschalldämpfer. Ändern werde ich hier aber vorerst nichts. Ich verbuche diesen kleinen „Schräglagenbegrenzer“ unter Sicherheitsreserve. Wer weiss, wofür ich diese noch benötige?
Fazit: Great Alpine Road – ein Muss.

Die gesamte Region um Wangaratta und Bright, und damit auf der Great Alpine Road, ist ein riesiges Weinanbaugebiet. Die Produkte daraus sind nicht nur in Australien, sondern auch in Europa, prämiert, bekannt und geschätzt.

Für mich war diese Strasse allerdings nur eine Verbindungsetappe, um weiter auf kleineren Nebenstrassen und Pisten, Richtung Canberra zu fahren.

In Omeo, einem kleinen verschlafenen Nest am Eingangstor zum Alpine National Park, konnte ich eine weitere Nacht verbringen und einen erstklassigen und sehr schmackhaften StarBurger essen. Diesen habe ich in einem netten Cafe/Bar gegessen. Leider ist es mir hier mal wieder passiert. Gerade wenn es einem Richtig gut geht, man ein besonderes Ambiente entdeckt und oder erlebt, dann ist der Photoapparat in weiter Ferne und/oder das Handy hat keinen Strom mehr für weitere Aufnahmen. Folgendes habe ich mir nun hinter die Ohren geschrieben. !!!Der kleine Schwarze, Photoapparat, muss immer dabei sein!!! Wie zum Beispiel in der Wäscherei in der ich gerade (natürlich ohne Photoapparat, grummel) sitze und diesen Artikel schreibe.

In der Region, nördlich von Omen, gibt es eine Vielzahl von Minen, in denen Erze und Metalle abgebaut wurden. Dieses erschliesst sich auch dem Unwissenden, da die Strassen und Pisten so tolle Namen haben wie, Blue Metal Road oder Iron Street haben. Hier bin ich von einer gut präparierten Schotterpisten in eine kleine Minenstrasse eingefahren um eben diese zu besichtigen. Leider handelt es sich hierbei um eher schlechtere Waldwege als um Strassen und bei dem Gedanken auf solchen Pisten, in bergigen und einsamen Regionen, alleine zu fahren bzw. zu stürzen, war mir nicht wirklich wohl und habe die Suche nach der Mine irgendwann aufgegeben. Grundsätzlich sind diese Gravelpit oder Unpaved Roads aber in einem sehr guten Zustand und dementsprechend sehr leicht zu befahren. Meistens sind es Schotterpisten mit etwas Wellblech. Die Abschnitte, an denen es tiefere Löcher oder gar brutales Wellblech, eventuell sogar steile Auf und Abfahrten sowie Wasserdurchfahrten gibt, sind auf den Durchgangsstrassen eher selten. Dafür muss man schon u.a. auf eine dieser Minenwege 😉 Ich bin jedenfalls froh mit meiner „leichten“ Reiseeinduro hier zu sein. Also, bisher alles, auch für den durchschnittlichen Mopedfahrer zu meistern.

Nix dolles!

Aber gerade wenn man,…

Eine der bisher schönsten Strecken, war für mich die Strecke von Tuma in Richtung Canberra via Wee Jaspers, im Kosciuszko-Nationalpark bzw. Wee Jasper Nationalpark. Auf dieser Strecke fährt man sehr viele, weite und enge, Kurven auf asphaltierten und geschotterten Pisten. Gerade diese Abwechslung in einer wunderschönen Bergwelt, machen diese Piste zu etwas ganz besonderem. Das oben gezeigte Video wurde auf einem Teilabschnitt dieser Strecke 😉 gedreht. Und ja,ich  bin die Strecke zwar mit Schweissperlen auf der Stirn, aber Sturzfrei und ohne anzuhalten hochgekommen.

Grundsätzlich waren die letzten Fahrtage eine gelungene Abwechslung zwischen Kurven fahren und Cruisen auf Schotter- und guten Asphaltstrassen.  Und das ganze in einer grandiosen Bergwelt mit sehr wenig Verkehr!

Seit gestern (15.01.2011) bin ich nun in Canberra. Heute Abend werde ich mich das erste Mal in die Stadt begeben, um dann morgen, am 17.01., diese ausführlich zu besichtigen. Den heutigen Tag verbringe ich mit schreiben dieses Artikels, Wäsche waschen und ein wenig ums Moped und Gepäck kümmern. Bis bald.

Für die Kilometer – Könige:
12.01.2012: Melbourne – Mansfield -> 186,9km
13.01.2012: Mansfield – Omeo -> 311,3km
14.01.2012: Omeo – Tumbarumba -> 225,0km
15.01.2012: Tumbarumba – Canberra -> 251,3km

Leider gab es auch ein paar sehr unschöne Dinge zu sehen. Ab hier, nichts für Kinder unter 12 und oder Menschen die Katzen lieben!!!

  • Mein erstes Känguru und meinen ersten Wombat konnte ich sehen, leider etwas steif und Tod – ein weiterer Strich in dem Kapitel Namens, Roadkill.
  • Kennt Ihr diese Situation in der man sich plötzlich unbehaglich fühlt? Gerade war alles noch unbeschwert und glücklich, doch plötzlich schleicht sich ein ungutes Gefühl in die Magengrube ein? Dieses hatte ich auf einer einsamen Piste von Omeo nach Uplands. Auf dieser Strasse in einer wunderschönen Gegend, sah ich fünf Bäume die ihren Schatten auf die Strasse warfen. Als ich mich diesen näherte flogen Vögel aufgeschreckt aus den Bäumen. Der Grund meines Unbehagens waren Katzen die an ihren Schwänzen in den Ästen angebunden waren. Auch Tod. Warum machen Menschen so etwas? Ich glaube die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Weil sie Böse sind!

Exkurs:

Die Great Dividing Range ist der größte Gebirgszug Australiens. Dieser Gebirgszug ist gleichzeitig eine Wasserschneide zwischen den Flüssen in dieser Region, welche entweder in das größte australische Flusssystem, dass Murray-Darling Bassin (Deckt 14% der Landmasse Australiens und damit 1,5mio km2 ab) und damit in das Landesinnere oder in den Ozean fliessen. Der Gebirgszug erstreckt sich vom südöstlichen Victoria bis in das nördliche Queensland. In diesem Gebirgszug befindet sich auch Australiens Höchster Berg, der Mount Kosciuszko  mit 2.228 m. Gegende wie, die Victorian Alps, die SnowyMountains und die Bue Mountain sind hier zu finden. Ostaustralien bezieht Größtenteils des verbrauchten Wassers aus dieser Region, in der sich folgerichtig, einige natürlich Wasserreservoiurs und Stauseen befinden.

Die Great Dividing Ranges beherbergen viele Nationalparks und Naturschutzgebiete. Gleichzeitig ist es ein beliebtes Wander, Ski, Freizeit und Naherholungsgebiet. Auf meiner Reise waren in den Niederungen ganze Hänge von Wald abgeschlagen. Offensichtlich wird hier viel Nutzholz gewonnen. Der Begriff, Wiederaufforstung scheint hier noch nicht bekannt zu sein. Sehr Schade, gerade wenn man bedenkt was für ein schönes Stück Erde hier vernichtet wird.

Der Alpine-Nationalpark befindet sich im australischen Bundesstaat Victoria, nordöstlich der Großstadt Melbourne. Mit einer Fläche von 6.474 km² ist er der größte Nationalpark Victorias. Sein Gebiet schützt die höchsten Berge des Bundesstaates und umfasst einen großen Teil der Hochgebirgsregion der Great Dividing Range und ist einer von acht Nationalparken, die die australischen Alpen schützt. Der Park grenzt an den Kosciuszko-Nationalpark im Nachbarbundesstaat New South Wales und Der Park umfasst eine der wenigen Regionen Australiens, die im (Süd-)Winter regelmäßig Schneefall erleben.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Alpine-Nationalpark
Weitere Infos hierzu unter: http://parkweb.vic.gov.au/explore/parks/alpine-national-park

Der Kosciuszko-Nationalpark (engl. Kosciuszko National Park):
Weitere Infos unter http://www.environment.nsw.gov.au/NationalParks/parkManagement.aspx?id=N0018

Wenn man schon kein Glück hat, …


… kommt meistens auch noch Pech dazu. „Werner S., Alice Springs, Australien, 10.01.2012“

Unter diesem Motto stand leider der gestrige Tag (Dienstag, 10.01.2012). Punkt 07:30Uhr stand ich in der Graham Str 520, im Hafen von Melbourne. Hier befindet sich das Warehouse der Firma ACFS (Australian Container Freight Services), in dem sich mein Motorrad, seid der Ankunft im Hafen von Melbourne, befindet. Nachdem mir der Zugang gewährt wurde, bin ich mit dem Warehouse – Manager und dem Quarantine Officer in den Quarantänebereich des Lagerhauses gefahren.

Und jetzt haltet Euch fest, Quarantänebereich heisst hier nicht etwa ein separater Raum mit Desinfektionslösungen für Schuhe und Hände, so mit Sicherheitsschleuse und so.
Nö, dieser Bereich befindet sich im gleichen Lagerraum und ist ausschliesslich durch eine rote Farbmarkierung am Boden und durch ein, nein, sorry, zwei Schilder ausgewiesen.
Dafür Kostet die Standgebühr hier 150AUD pro Tag und nicht wie zwei Meter daneben, aber nicht im roten Bereich, 80AUD pro Monat!!!

In einem Haufen von Holzkisten habe ich dann eine einzelne blecherne Kiste gesehen. Meine Freude darüber war aber leider nur von sehr kurzer Dauer. Beim Näherkommen war direkt klar, hier stimmt etwas nicht. Wo kommen die ganzen Dellen, Verformungen und Risse her?

Schnell war klar, dass hier der obere Rahmen der Metallbox deutlich verformt war, der rechte Bereich der Box, in Höhe des rechten Zylinderkopfdeckel, eingerissen, der Boden an verschieden Stellen ausgerissen und diverse Beschädigungen stattgefunden haben müssen.


Nach einem Anruft bei meinem Brokerage in Sidney (J.V.C. Logistics PTY LTD – Meinen Dank an Daniel und seinem Vater Simeon für die tolle Unterstützung) habe ich den Warehouse Office um einen Schadensbericht (Damage Report) gebeten. Dieser wurde auf genommen und ich konnte mit der Demontage der Box anfangen. Irgendwie muss ich mich mit meinen Schreiben vor Wut oder Entsetzen etwas zurück nehmen, aber als ich dann auch noch sehen durfte, wie der rechte Zylinderkopfdeckel meines Motorrades beschädigt war und ein Stückblech zwischen Krümmer und Motorschutz klemmte, bin ich fast an die Decke geflogen.

Bei der weiteren Demontage der Kiste war schnell klar, das deren Zustand so schlecht ist, dass diese nicht wie geplant weiter nach Perth geschickt und anschliessend für den Rücktransport verwendet werden kann. Eine solche erneute Belastung würde die Kiste nicht standhalten und dementsprechend durfte ich die von jemand anderem beschädigte Kiste für weitere 80 AUD entsorgen lassen. Nun auch noch so etwas!!! Nehmen die Schwierigkeiten denn überhaupt kein Ende?

Als ich anschliessend auch noch vom Warehouse Officer darauf hingewiesen wurde, dass er auch noch Geld für das Abheben des Deckels meiner Box verlangen könnte (25 Sek Arbeit), habe ich die restliche Demontage, mit einer ordentlichen Portion Wut im Magen, alleine hinbekommen. Einzig das Schieben des Mopeds aus den Radmulden, hat dann doch etwas mehr Kraft als Wut gekostet. Hat aber geklappt und die Wut war verflogen 😉

Bei der anschliessenden Quarantäne wurden meine Packliste, alle dazugehörenden Teile und das Motorrad auf Sauberkeit überprüft. Dass heisst, dass alle Dinge ausgepackt und begutachtet wurden, sowie in jeder Ecke meines Motorrades mit der Taschenlampe und Schraubendreher nach etwaigen Verschmutzungen gesucht wurde. Mein Zelt wurde ausgepackt und ausgeschüttelt, aus der Werkzeugbox wurden alle Nüsse und Bits entnommen usw.  Jetzt glaubt aber nicht das die ausgepackten Dinge wieder in die Verpackungen gepackt wurden. Nööö, die wurden alle fein säuberlich auf irgendeine Kiste abgelegt. Dennoch hatte ich hier, glücklicher Weise, mal keine Probleme gehabt. Alles mit einem Schulterklaps  und einem Lob für die Sauberkeit (lach) überstanden.
Das Zusammenpacken war dann aber meine Aufgabe für die nächste Stunde. Mit dem Wissen das irgendetwas Fehlt habe ich mich dann an den Zusammenbau meiner HPN begeben?
Hier war sofort klar, was fehlt. Auf einem dieser Bleche hatte ich meine Reparaturanleitung und das Werkstatthandbuch der BMW, ebenso wie verschiedenes Werkzeug und die Schrauben zur Befestigung meiner vorderen Bremse in einer Tasche fixiert. Naja, da dieses Blech nicht mehr vorhanden war, fehlte leider auch der Rest. Da ich aber keine Lust auf weitere Verzögerungen und irgendwelche Diskussionen bzgl. der Fahrsicherheit meines Motorrades hatte, habe ich die Bremse einfach mit Kabelbinder gesichert und mit zwei Alibi Schrauben versehen. So bin ich nach Freigabe und 8h später, vom Hof gefahren. Da es gar nicht mal so einfach ist, die vordere Bremse nicht zu betätigen, habe ich diese anschliessend einfach nach oben gedreht und mit Kabelbinder am Holm fixiert. Mit dieser Konstruktion bin ich dann selbstbewusst und Grüssend an jeder Polizeistreife vorbeigefahren. Was sollte ich auch sonst machen. Habe ich Euch eigentlich schon erzählt dass ich Kabelbinder liebe?

Wie Ihr aus dem oberen Absatz erkennen könnt, ist die alte Dame angesprungen, hat sich die Müdigkeit abgeschüttelt und los gings…in den Regen.

Die Länge der Schrauben für die vordere Bremse, als auch die Montage derselbigen wurde von einem Formel 1 Techniker des Teams Mac Larren vorgenommen. Kostenlos, dafür vom Ducati-Fachmann (wenn er mal nicht mit dem Team bei der Formel 1 unterwegs ist) versteht sich :-).

Den heutigen Tag habe ich dann mit Kostenvoranschlag, Schadensmeldung, Anpassungen des Gepäcksystem, Tanken und Wäsche waschen verbracht. Morgen geht es los. Life Tracker wird gestartet und das Abenteuer geht in eine weitere Runde. Diesmal… über den Alpine National Parc nach Canberra.

Euch eine Gute Zeit und bis bald.

Vielen Dank, für Euren Vielen Kommentare und EMails. Es ist schön zu Wissen dass da draussen Menschen sind, die Mitfühlen, Miträtseln aber auch Mitlachen.
Euch eine Gute Zeit und bis bald.

Ein Tag im Straßenverkehrsamt (VIC roads)


Ihr wundert Euch wie man einen Tag im Strassenverkehrsamt verbringen kann? Ich mich auch!


Ist aber gar nicht mal so doof dort. Da lernt man viele nette Menschen kennen! Ausserdem gibt es da einen tollen Snack-Automaten und ganz viele Supervisor. Irgendwie hat jeder im Straßenverkehrsamt vom Melbourne seinen eigenen Supervisor. Gar nicht mal so schlecht, oder? So hat jeder etwas zu tun und keiner hat ne Ahnung von irgendwas. Aber, don‘t worry.

Die unten beschriebene Situation , hat so und in etwa, heute stattgefunden. Alles unterliegt meiner subjektiven Wahrnehmung und muss nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen 😉

Hier die Abkürzungen für den folgenden Text.
AS: Angestellte Strassenverkehrsamt
SV: 1-3: Supervisor

Am Schalter:

  1. AS: „Guten Morgen!“ 
  2. Ich: „Guten Morgen! Wie geht‘s?“ 
  3. AS: „Danke gut, und Ihnen?“
  4. Ich: „Danke, auch gut.“ 
  5. AS: „Wie kann ich Ihnen helfen?“
  6. Ich: „Ich möchte ein „Non-Registered Vehicle Transport Accident Cover“ kaufen bzw. abschliessen.“
  7. AS: „Ein was?“

Gut, ich mag manchmal etwas schnell und vielleicht auch undeutlich sprechen, aber ich glaube, die Dame hatte mich verstanden, schien nur nicht zu wissen, was das eigentlich für ein Dokument ist.

Runde 1:

  1. Ich: „Also, eine „third party insurance“ (Haftpflichtversicherung) for non-registered vehicle (also für mein Moped), bitte. 
  2. AS: „Haben Sie Ihr Fahrzeug importiert?“
  3. Ich: „Nein.“ 
  4. AS: „Warum brauchen Sie dann so eine Versicherung?
  5. Ich: „Weil ich mein Fahrzeug temporär unter dem Schutz eines Carnet de Passage eingeführt habe und gerne Haftpflichtversichert durch Australien reisen möchte.“
  6. AS: „Da habe ich schonmal was von gehört. Ich frag mal SV 1.“

Runde 2:

  1. SV 1: Was möchten Sie? 
  2. Ich: „Ich möchte (siehe Punkte oben 1 – 5).
  3. SV 1: Tiefes ausatmen,…Pause, dann „Davon habe ich keine Ahnung, ich frag mal SV 2“. 

SV 2, hat mir dann direkt gleichen Fragen gestellt, so dass ich gezwungen war, mein Ass aus dem Ärmel zu ziehen.

Runde 3:

  1. Ich: „Also, genau sooo ein Dokument möchte ich gerne haben. Hier sehen Sie. Dieses ist, beispielhaft, so ein Dokument was ich für mein Fahrzeug benötige.“
  2. SV 2: Warum möchten Sie so ein Dokument haben, wenn Ihr Fahrzeug doch gar nicht importiert ist?
  3. Ich: Große Augen
  4. Ich: Durchatmen
    Körperliche Gewalt habe ich als Lösung ausgeschlossen, auch wenn ich darüber kurz nachgedacht habe.
  5. Ich: „Ich dachte, ein Fahrzeug muss in Victoria (Australien) versichert sein.“
  6. SV 2: „Natürlich muss es das. Aber Ihr Fahrzeug ist doch gar nicht hier.“ 
  7. Ich: „ Schauen Sie sich das Dokument mal an“.
  8. SV 2: „Das Dokument kenne ich, frage mal SV 3, ob wir dass ausstellen können“.

SV 3 hat zu meinem Anliegen keine weiteren Fragen gestellt. Dafür hat er ein Gesicht gezogen, welches nur eine Deutung zulassen konnte. „Warum muss das immer mir passieren! Offensichtlich hatte SV 3 keinen weiteren SV „XYZ“, oder dieser war gerade mit Kaffee holen beschäftigt, und er musste sich der Situation stellen.

Die letzte Runde:

  1. SV 3: „Da Sie Ihr Fahrzeug importiert haben, müssen Sie sich australische Kennzeichen besorgen und dementsprechend Ihr Fahrzeug einer technischen Überprüfung und dem offiziellen Verfahren der Fahrzeug-Registrierung unterziehen. 
  2. Ich: „Neeeeeeeiiiinnnn, meine Fahrzeug wurde nur temporär eingeführt und wird von mir wieder mit nach Deutschland mitgenommen!“

Ich weiss nicht, ob es mein Schrei oder meine entzerrter Gesichtsausdruck war, aber mit dem was es auch immer gewesen sein mag, habe ich offensichtlich alle Beteiligten überzeugt. Der ganze Kompetenzcenter hat sich dann mal kurz zurückgezogen und nach einer Lösung gesucht.

Die Zwischenzeit habe ich dann gleich mit verschiedenen gute Taten verbracht.

  • Ich habe einem Neu Seeländer, der seine Brille vergessen hatte, die Führerscheinnummer vorgelesen.
  • Ich habe mir einen Burger gekauft und damit eine Lokale Anti-Atomwaffen Community Group unterstützt.
  • Dem gleichen Neu Seeländer, dem ich bereits seine Führerschein – Nummer vorgelesen hatte, habe ich diese erneut vorgelesen bzw. einfach sein komplettes Antragsformular ausgefüllt. Er hatte beim ersten Dokument versehentlich, die Führerscheinnummer und ein paar weitere Daten in die falschen Felder eingetragen. Woran das wohl gelegen haben kann? Die Frage, warum er im Strassenverkehrsamt ist wenn er nix sehen kann, habe ich mir hier einfach mal verkniffen.

Letztendlich konnte mir weitergeholfen werden. Ich bin nun im Besitz einer „Non-registered vehicle certificate number“ und dem dazugehörenden Dokument „Non-Registered Vehicle Transport Accident Cover“.

 

 

Nachtrag:
Gerade als ich das Strassenverkehrsamt verlassen hatte, gab es auf dessen Parkplatz einen leichten Auffahrunfall. Und jetzt ratet mal wer am Steuer gesessen hat? Richtig, mein Freund, der Neu Seeländer. 🙂