Monatsarchiv: Januar 2012

Die Wimmera und ihre National Parks


Endlich, Raus aus den Menschenmassen Warrnambools und auf in den Grampians National Park. Endlose Strassen führen von der Küste, monoton und flach, Richtung Norden. Selbst die kleinen Nebenstrassen bieten hier wenig Abwechslung. Das Hinterland der Wimmera besteht meinst aus landwirtschaftlich genutzten Flächen (Weizenfelder), wenn auch die Bearbeitung der Böden sehr viel Zeit und Aufwand kostet. Neben der landwirtschaftlichen Nutzung, findet hier auch Viehzucht statt. Auf riesigen Feldern weiden hier hauptsächlich Schafe und vereinzelt Rinder. An manchen Stellen befinden sich, links und rechts der Strasse lustige Messlatten, welche einem bei Hochwasser den Wasserstand über der Strasse anzeigen. Die Vorstellung, dass die Weiten der Wimmera, ab und zu von Hochwasser heimgesucht werden, ist schon ein seltsames Gefühl. Endlich, sehe ich die Gebirgskette der Grampians imposant vom Horizont abzeichnen. Obwohl die Grampians nur wenige hundert Meter hoch sind, wirken diese Erhöhungen in der sonst flachen Landschaft gigantisch. Blauer Himmel, weiter Horizont und diese Berglandschaft. Einfach wunderschön.
Wunderschön sind die Grampains auch bei näherer Betrachtung. Sie sind ein beliebtes Wander- und Klettergebiet mit einigen Seen sowie Felsmalereien der Aborignies.  Auch bei den 4×4 Fahrern ist dieser Nationalpark sehr beliebt, wie man an den Allradpisten die durch die Landschaft führen erkennen kann. Nebenbei, wem der Name der Grampians bekannt vorkommt, die schottischen Grampians Mountain sind Namensgeber für diese Berglandschaft.

So eine bin ich dann auch gefahren.
Diese kleinen Nebenstrassen haben es in sich. Hohe Geschwindigkeiten sind hier vollkommen Fehl am Platz. Immer wieder hüpfen aufgescheuchte Känguru, Kakadus und sonstiges Getier über die Strasse.

Also, immer schön Obacht, und eine Geschwindigkeit wählen, wo man auch noch rechtzeitig zum Stehen kommen könnte. Diese Single Tracks sind allerdings nichts für im Gelände unerfahrene Motorradfahrer. Im Verlauf solcher Nebenstrassen muss immer mit steilen bergauf und bergab Passagen, mit faustgrossen Steinen, tiefen Schlaglöchern und sandigen Abschnitten gerechnet werden. Dementsprechend sollte man mit der grundsätzlichen Fahrtechnik im Gelände vertraut sein. Die Durchgangsstrasse, wenn auch Piste, ist dann wieder für jeden zu fahren, aber auch hier gibt es die eine oder andere sandige Stelle.

Nach diesem schönen Fahrtag war der nächste schnell geplant. Erst ein wenig die HPN in der Little Desert und im Sand testen, um anschliessend die 107km lange Sandpiste durch den Big Desert Wilderness Park zu fahren. Genau wie am Tag zuvor habe ich mich wieder auf die kleinen 4×4 Pisten gewagt, diesmal jedoch mit weniger Erfolg.

Leider ist der Ton sehr schlecht. Wird, zu Hause, nachgearbeitet. 

Nach etwa 1,5km durch Sand und in Spurrinnen, mit vielen querenden Pistenhasen (damit meine ich diese Hoppeldinger auf vier Pfoten und Stummelschwanz), habe ich diese kleine Piste abgebrochen und bin umgekehrt. Mit vollbeladenen Motorrad, Strassenluftdruck in den Reifen, einem vollen Tank und ohne Handynetz waren mir diese Pisten, für den Anfang,  zu gefährlich. Ich habe die Little Desert (welche gar nicht so wie eine Wüste aussieht – es gibt eine Vielzahl an Wildblumen und Pflanzen) dann über die gut präparierte Gravelroad nach Norden und Richtung Nhill durchquert.

Nach dieser gefühlten Niederlage (wahrscheinlich fühlt sich so Vernunft an), wollte ich unbedingt über die 107km lange Piste durch den Big Desert Wilderness Park fahren. Auch wenn ich etwas Unbehagen bei der Piste hatte, so wollte ich unbedingt den Freeway und damit eine zusätzliche Strecke von 150km sowie eine zusätzlich gefühlte Niederlage vermeiden. Anfänglich noch asphaltiert wurde diese von kleinen Sandverwehungen immer weiter verdrängt bis die Piste nur noch aus Sand bestand.
Hier fehlt im Moment noch der Ton. Keine Ahnung was mit dem Mikro ist.
Dieser war aber in großen Teilen verfestigt, so dass ein Fahren kein Problem darstellte. Neben den Bedingungen auf der Piste (zum Teil mehrere Meter Tiefsand mit Spurrillen) war für mich das größere Probleme, meine Kondition. Bei einer Temperatur von ca. 40 Grad Celsium im Schatten, wovon es aber relativ wenig gab, habe ich mich gezwungen, alle 20km anzuhalten, eine kurze Pause einzulegen um etwas zu trinken. Dieses war eine sehr gute Entscheidung, gerade zum Ende der Piste und des Fahrtages merkte ich, dass meine Konzentration und Aufmerksamkeit sowie die Kraft immer schneller am Ende war. Gerade die kleinen Unaufmerksamkeit, in so einer einsamen Gegend, führen schnell zum Sturz und damit zu einer Gefahrensitutation werden.

Alle weiteren Videos und Bilder gibt es später, in einer Multivisionsshow. Will ja nicht bereits alles im Vorfeld zeigen und verraten 😉

Nach ca. 3 Stunden bin ich dann endlich raus aus dem Backofen und in eine kleine schattige Lichtung, um etwas Durchzuatmen, abgebogen. Motor aus, Durchatmen, Reifen aufpumpen und weiter…. Das war mein Plan…wie der des Moped aussah, erzähle ich in einem neuen Artikel.