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Die Nachbereitung: Gepäcksystem


Wie ich bereits in einen meiner ersten Artikel geschrieben hatte wollte ich erleben, ob die hohen Erwartungshaltungen an das Gepäcksystem von Enduristan meinen Erwartungen gerecht werden. Ob und wie ich mit dem Gepäcksystem von Enduristan zufrieden war, könnt Ihr ab jetzt lesen.

Während meiner Zeit in Australien bin ich etwa 12000 km mit der Enduro gefahren. Etwa die Hälfte davon war ich auf unbefestigten Wegen unterwegs. Sengende Hitze und monsoonartiger Regen, Sand-, Geröll-, Staub-, Wellblechpisten und Waldwege, Fluss- und Wasserdurchfahrten sowie steile Auf- und Abfahrten mussten gemeistert werden. Dementsprechend hoch waren die Belastung für das Gepäcksystem. Während dieser Reise konnte Enduristan beweisen, dass Ihre Monsoon-Satteltaschen, der neu entwickelte Sandstorm-Tankrucksack E2 und die Tornado-Packtaschen dem selbsternannten Motto: „In Enduristan ist die Ausrüstung reines Mittel zum Zweck.“ oder „Enduristan entwickelt und vertreibt Motorradgepäck erster Klasse“ gerecht werden.

Erfahrungsbericht:

  • Die Monsoon-Satteltaschen:
    Sie sind der Garant für – Reisen light -. Obwohl diese Taschen an meinem Motorrad nur an wenigen Stellen, nämlich am Gepäckträger, auflagen, haben diese Taschen durch einen sehr guten und festen Sitz überzeugt. Selbst starke Vibrationen durch Wellblechpisten haben die Taschen nicht in der Ausrichtung und der Positionierung verändert. Dieses schiebe ich insbesondere auf die Befestigung der Taschen mit dem hochelastischen Riemen (ROKStraps) System. Die Taschen sind mit einigen praktischen Details ausgestattet, welche einem erst auf dem zweiten Blick auffallen. Die Materialschlaufen, welche ich zur Befestigung von zusätzlichem Wasser, Regenkleidung oder meinem Oz-Sonnenhut genutzt habe sowie der extrem lange und hohe Rollverschluss gehören dazu. Der lange und hohe Rollverschluss bietet genügend Material und Reserven (auch bei voller Beladung) für einen wasser- und staubdichten Verschluss. Im Gegenteil zu anderen Herstellern sind die vorderen und hinteren Familienschnallen fest mit der Tasche vernäht. Dieses hat den Vorteil, dass sich damit die Verbindungsriemen und Schnallen nicht um die komplette Tasche geführt werden müssen. Auch wenn damit der Tragegurt entfällt (welchen ich nie vermisst habe) hat dieses den Vorteil das sich damit die Schnallen immer an der vorgesehenen Stelle befinden. Die Verarbeitung der Taschen ist sehr hochwertig und die Aussenhaut (Tasche) hat die Tour ohne Blessuren überstanden. Die flexiblen Trennwände sorgen gerade in der Kombination mit dem zu den Monsoon passenden Isolation Bags, für Sicherheit und Ordnung im Gepäck. Doch das Beste zum Schluss: Aufgrund der Trennung der Innen- und Aussenhaut der Monsoon-Satteltaschen kann die Aussenhaut zur Reinigung nach aussen gestülpt werden. Somit kann die Tasche einfach gereinigt werden. Ich konnte mich von davon überzeugen als ich die Überreste einer ausgelaufenen Flasche WD40 aus der rechte Tasche entfernen musste.
  • Der Sandstorm E2 Tankrucksack:
    In diesem TR habe ich neben den Dingen für den „täglichen Motorradbedarf“, meine Photokameras (Spiegelreflex, Kompaktkamera, Helmkamera), mein Photostativ, Handy, etwas Werkzeug, ein Bremsscheibenschloss und Reisedokumente transportiert. Um diese Dinge ordentlich unterzubringen, ist eine sinnvolle Aufteilung sowie ein staub- und wasserdichter Verschluss das Wichtigste. Hier hat Enduristan nicht zuviel versprochen. Der TR war über die gesamte Strecke staub und wasserdicht. Das hochwertige Material und Verschlusssystem haben die ganze Reise ohne jegwelche Probleme, Mängel und/oder Schwergängigkeiten überstanden. Das Kartenfach überzeugte mit seinem sehr großen Format und durch Wasserdichtigkeit. Durch den Schnellverschluss können Dokumente / Karten sehr einfach und schnell (auch während der Fahrt ;-)) entnommen werden. Das herausnehmbare Dokumentenfach hat während der ganzen Reise für Ordnung in meinen Papieren gesorgt. Lästiges Suchen nach Kuli, Reisedokumenten, Handy und Motorradschlüsseln gehört damit der Vergangenheit an. Der TR hatte einen straffen Sitz und war dennoch leicht an meinem Tank zu befestigen. Anfängliche Probleme beim „im Stehen Fahren“ konnten durch eine neue Positionierung des TR auf meinem Tank behoben werden. Für den Fernreisenden, der viel Platz und dennoch einen pistentauglichen TR haben möchte, kann ich den Sandstorm E2 Tankrucksack unengeschränkt empfehlen.


  • Die Tornado Packtasche (Größe L):
    Bei der Packtasche war es mir wichtig, dass ich hier mein komplettes Campingzubehör verstauen kann und gleichzeitig direkten Zugriff darauf habe. Zusätzlich ist es mir wichtig dass die Packtasche wasserdicht ist und sich gut und nachhaltig auf meinem Motorrad befestigen lässt. All dieses bietet die Tornado Packtasche. Diese Packtasche ist aus dem gleichen Material wie die Monsoon Satteltaschen, ist hochwertig verarbeitet, mit den altbewährten und robusten Familienschnallen von Enduristan ausgestattet und hat Materialschlaufen. Die Tornado Packtasche hat mit ihrem flexiblen, weichen Material sowie durch Wasser- und Staubdichtigkeit überzeugt. Ein weiterer Vorteil des weichen und flexiblen Materiales ist, dass die Tasche auf ein Minimum an Volumen reduziert und somit leicht im restlichen Reisegepäck verstaut werden kann. Besonders schön wenn das zusätzliche Gepäckvolumen der Packtasche mal nicht benötigt wird. Ein absolutes Highlight und damit meine Empfehlung wert, sind auch hier die Schlaufen für die Führung der Spanngurte über die Packtasche. Alternative Hersteller von Packtaschen scheinen sich nicht im Klaren zu sein, wie wichtig eine rutschfreie Führung und Befestigung von Gepäckgurten an Packtaschen ist. Gerade bei Fahrten abseits befestigter Wege ist es ein wichtiges Plus, wenn die Spanngurte und damit das Gepäck sicher an ihrem Platz bleiben. Der Inhalt der Tasche war stetz wasser und staubgeschützt.

Fazit:
Enduristan verspricht nicht nur heisse Luft sondern überzeugt durch erstklassiges Gepäck für den Reiseenduristen. Den Produkten sieht man an, dass hier begeistere Endurofahrer am Werk waren. Für mich das beste Reisegepäck, welches ich für mein Abenteuer in Down Under haben konnte.
Staub- und Wasserdicht, zuverlässig, robust und vielseitig nutzbar und qualitativ hochwertig, wherever you ride!

Wer sich ein weiteres Bild von Endursitan machen möchte kann dieses unter: http://www.enduristan.de tun.

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Der Oodnadatta Track


Endlich habe ich die Siedlung Marree, in den nördlichen Flinders Ranges, erreicht. Hier endet u.a. der Birdsville-, beginnt der Oodnadatta-Track und damit für mich mein erster Ausflug in das richtige australische Outback. Aufgrund der starken Regenfälle in Queensland und den dadurch entstandenen Überflutungen ist der Birdsville-Track Teilweise gesperrt. Der Oodnadatta Track ist, wie gehofft, seid gestern für 4×4 Fahrzeuge freigegeben. Doch, soll ich diese Piste wirklich alleine fahren? Gerade der letze Fahrtag mit seinen Wasserdurchfahrten hat mich etwas verunsichert. Wenn ich stürzen sollte, ist die Kiste alleine sehr schwer aufzuheben. Auch wenn der Oodnadatta Track heute wieder geöffnet ist, war die Piste bis gestern noch überflutet und sollte dementsprechend nass, feucht und rutschig sein. Zusätzlich führt die Piste am Lake Eyer entlang und damit durch eine Vielzahl von Creeks (Flüßen). Erschwerend kommt noch hinzu, dass diese Strecken gerade im Sommer sehr selten befahren werden. Einheimische haben mich insbesondere vor dem Streckenabschnitt zwischen Williams Creek und Oodnadatta, gewarnt. Dieser soll tiefe Spurinnen (von BackPacker 4×4 Fahrzeugen), längere tiefsandige Passagen enthalten und sehr selten befahren sein. Doch eine Australien Tour ohne den legendären Oodnadatta Track mit seinem Pink Roadhouse, geht für mich gar nicht. Der Oodnadatta Track ist eine unbefestigte Piste, welche an dem Old Ghan Railway und der Old Overland Telegraph entlangführt. Der Lake Eyer, immerhin der sechst größte See, wenn er denn Wasser führt, liegt zwischen Marree und Willams Creek und ist hier nur einen Steinwurf von der Strasse entfernt.

Marree nach William Creek (212km):
Marree, heutzutage nur ein kleines verschlafenes Nest zwischen dem Birdsville und Oodnadatta Track, war zu Zeiten des Old Ghan eine lebendige Stadt und Servicestation für die afghanischen Kamele und die Arbeiter der Great Northern Railway Company. Heute ist diese Stadt ein verschlafenes Nest, mit 380 Einwohnern und einem Roadhouse im Zentrum. Nachdem ich erfahren habe, dass dieser Streckenabschnitt gut zu befahren ist, wurde die BMW voll getankt und los ging es. Mit Herzklopfen und einem breiten Grinsen drehe ich am Gashahn und drücke die HPN auf die Spuren des Old Ghan Railways. Entlang der Piste finde ich immer wieder Ruinen, längst aufgegebene Bahnhöfe. Die alten Gleisanlagen, Übergänge und Wasserreservoire sind teilweise noch vorhanden und öffnen das Tor für eine Reise in längst vergangene Tage. Ich geniesse die ersten KM und werde durch Adrenalin und Vorfreude über die Piste getragen. Heute lasse ich mir ordentlich Zeit und halte an den meisten Ruinen an. Eine davon ist eine besonders schöne, da diese nicht direkt an dem Oodnadatta Track liegt, muss man durch rote Sanddünen zu der etwas abgelegenen Siding. Auch, oder gerade deswegen, wenn ich den ganzen Tag alleine auf der Piste war, macht sich an diesem Ort ein Gefühl des Seins, breit. Ich geniesse jeden Atemzug und verfalle dem legendären Ghan vollkommen. Ich erinnere mich an eine Geschichte aus einem meiner Lieblingsbücher. In dem Mythos, „Der Dunkle Turm von Stephen King“, befinden sich Roland und seine Gefährten irgendwann in dem Zug Namens Blaine. Der Old Ghan entspricht genau meiner Vorstellung von Blaine. Ob dieses die Faszination und Aufregung begründet? Die Piste ist in einem sehr guten Zustand und relativ leicht zu fahren. Um aber über die Wellblechpisten zu gleiten, muss ich mindestens eine Geschwindigkeit von 75km/h anpeilen und schiesse so leider an Cowards Springs gnadenlos vorbei. Hier gibt es eine unterirdische Quelle, in der sich Reisende von den Strapazen und der Hitze erholen können. Leider fällt dieses für ich heute aus. Um so mehr freue ich mich auf meine erste Nacht im William Creek Hotel. Doch bis dahin habe ich noch etwas zu fahren. Etwa 130km von Marree gibt es einen Aussichtspunkt zum Lake Eyer. Die Regenfälle der letzen Wochen hatten den Lake Eyer in seiner Gänze mit Wasser gefüllt. Da dieser See in einer der trockensten Gegenden Australiens liegt, passiert dieses nur im Schnitt alle fünfundzwanzig Jahre. Leider (zum Glück, für mich als Wasserdurchfahrtshasser) gibt es nur noch einzelne Spots, welche daran erinnern. Das restliche Wasser ist erneut versichert und/oder zu einer einzigen Salzkruste verdunstet. Dennoch ist der Anblick, wie so vieles in Australien, faszinierend. Weiter geht es über die einsame Piste nach Norden. Das Hotel Willam Creek erreiche ich gegen 17:00h. Die Vorfreude und das Gefühl der Einsamkeit zu entkommen werden unmittelbar durch das Gefühl von „vollkommen falsch am Platz zu sein“ ersetzt. Mim, Bruce, eine irische Backpackerin und Tom sitzen am Tresen und trinken, zu meiner Verwunderung, Champagner. Ich scheine zu stören, erfahre aber später, dass das Hotel während dieser Jahreszeit geschlossen hat und die Öffnungszeit für die Tankstelle bereits vorbei sind. Das hatte ich vollkommen falsch eingeschätzt. Dass hier wenig los ist, das war mir klar, aber dass Roadhouses zu dieser Jahreszeit bereits ab 16:00h schliessen, zum Teil keine Zimmer und kein Essen anbieten, hatte ich nicht erwartet. Ich hatte hier aber doppeltes Glück. Tom, ein Motorradfahrer aus Zürich, ist ein guter Bekannter der Familie, welche gerade die Rückkehr von Mim aus Adelaide feiert. Er ist bereits seid 10 Tagen in Williams Creek und hat sich überlegt, morgen seinen dritten Anlauf für den Streckenabschnitt, nach Oodnadatta zu starten. Die ersten beiden Anläufe musste er aufgrund von Streckensperrung sowie einen Unfall mit Überschlag abbrechen. Bei dem Überschlag ist er mit einer Geschwindigkeit von ca. 90km/h in ein Sandloch gefahren und hat sich übel überschlagen. Dieser Unfall hat ihm lebenslange Blessuren gebracht. Bruce fragt mich wohin ich fahren möchte und meine Antwort „Richtung Oodnadatta“ öffnet mir die Türe für ein Bett und ein Abendessen mit der Familie. Glück gehabt. Zum Abendessen gibt es heute frische Muscheln aus Adelaide – nicht schlecht. Wo ich doch kein Seafood mag. Der Höflichkeit wegen überwinde ich mich und fange an die Muscheln zu knacken und deren Innereien zu Essen. Irgendwann fällt mir auf, dass ich immer noch Muscheln in meiner Schüssel habe…könnte es daran liegen, dass ich als Gast die Meisten bekommen habe 😉 Es ist ein wunderschöner Abend an dem ich ein neues englisches Wort lerne. Diese Wort lehrtt mich Bruce und heisst „Prost“.

William Creek nach Oodnadatta (209km):
 

Als Tom und ich die Sachen packen, bin ich ganz schön aufgeregt. Der schwere Sturz von Tom und die Berichte der „Locals“ lassen mich leicht angespannt auf die Kiste steigen. Ich fahre vor und freue mich auf einen weiteren sehr schönen Fahrtag. Es ist schon ein anderes Gefühl, mit jemanden zu Reisen. Die Angst vor Stürzen oder technischen Defekten sinkt und die Freude über die Herausforderungen der Piste und die Ausblicke in eine wunderschöne, vielfältige Landschaft steigt ins unermessliche. Die wenigen alten Bahnhöfe, die noch vorhanden sind, sind meistens nur irgendwelche Ruinen, welche nichts mit dem Charme der gestrigen zu tun haben. Dementspechend lassen wir diese rechts liegen und fahren zu einer der wenigen intakten

Brücken des Ghan. Alles läuft gut, keine Stürze. Auch wenn dieses ein sehr schöner Fahrtag war, so freue ich mich auf Oodnadatta und seinem Oodnaburger. Diesen Burger gibt es im Zentrum von Oodnadatta im Pink Roadhouse. Dieses Roadhouse wurde in den siebzigern von zwei Hippies gegründet und ist mittlerweile ein landesweiter Begriff. Have you ever been at the pink Roadhouse? I have, and it was lovely ! Wir sind hier die einzigen Gäste und verbringen den Abend bei Bier und einen Sprung in den Pool des Pink Roadhouse. Oodnadatta ist selbst eine Abboriginies Community und bietet sehr wenig. Dementsprechend schnell machen wir uns nach einen leckeren Frühstück auf den letzten Abschnitt des Oodnadatta – Tracks Richtung Marla.

Von Oodnadatta nach Marla (209km):  
Heute passiert wenig spannendes. Die Piste ist sehr steinig und ich bin froh, den Reifenluftdruck in Oodnadatta wieder erhöht zu haben.  Bei Marla beginnt der Stuart Highway und damit die Asphaltpiste. Wir setzen den Blinker und fahren in nördlicher Richtung Northern Territory und damit in eine weitere Zeitzone.

Morgen geht es in das Herz Australiens und damit zu Claudia und Werner. Darauf freue ich mich schon die ganze Zeit und bin froh die beiden noch in Australien anzutreffen. Eigentlich wollten die beiden bereits zu dieser Zeit mit Ihren HPN-Motorräder durch Südamerika reisen. Zu meinem Glück, starten die beiden erst in ein paar Tagen.

Wenn man schon kein Glück hat, …


… kommt meistens auch noch Pech dazu. „Werner S., Alice Springs, Australien, 10.01.2012“

Unter diesem Motto stand leider der gestrige Tag (Dienstag, 10.01.2012). Punkt 07:30Uhr stand ich in der Graham Str 520, im Hafen von Melbourne. Hier befindet sich das Warehouse der Firma ACFS (Australian Container Freight Services), in dem sich mein Motorrad, seid der Ankunft im Hafen von Melbourne, befindet. Nachdem mir der Zugang gewährt wurde, bin ich mit dem Warehouse – Manager und dem Quarantine Officer in den Quarantänebereich des Lagerhauses gefahren.

Und jetzt haltet Euch fest, Quarantänebereich heisst hier nicht etwa ein separater Raum mit Desinfektionslösungen für Schuhe und Hände, so mit Sicherheitsschleuse und so.
Nö, dieser Bereich befindet sich im gleichen Lagerraum und ist ausschliesslich durch eine rote Farbmarkierung am Boden und durch ein, nein, sorry, zwei Schilder ausgewiesen.
Dafür Kostet die Standgebühr hier 150AUD pro Tag und nicht wie zwei Meter daneben, aber nicht im roten Bereich, 80AUD pro Monat!!!

In einem Haufen von Holzkisten habe ich dann eine einzelne blecherne Kiste gesehen. Meine Freude darüber war aber leider nur von sehr kurzer Dauer. Beim Näherkommen war direkt klar, hier stimmt etwas nicht. Wo kommen die ganzen Dellen, Verformungen und Risse her?

Schnell war klar, dass hier der obere Rahmen der Metallbox deutlich verformt war, der rechte Bereich der Box, in Höhe des rechten Zylinderkopfdeckel, eingerissen, der Boden an verschieden Stellen ausgerissen und diverse Beschädigungen stattgefunden haben müssen.


Nach einem Anruft bei meinem Brokerage in Sidney (J.V.C. Logistics PTY LTD – Meinen Dank an Daniel und seinem Vater Simeon für die tolle Unterstützung) habe ich den Warehouse Office um einen Schadensbericht (Damage Report) gebeten. Dieser wurde auf genommen und ich konnte mit der Demontage der Box anfangen. Irgendwie muss ich mich mit meinen Schreiben vor Wut oder Entsetzen etwas zurück nehmen, aber als ich dann auch noch sehen durfte, wie der rechte Zylinderkopfdeckel meines Motorrades beschädigt war und ein Stückblech zwischen Krümmer und Motorschutz klemmte, bin ich fast an die Decke geflogen.

Bei der weiteren Demontage der Kiste war schnell klar, das deren Zustand so schlecht ist, dass diese nicht wie geplant weiter nach Perth geschickt und anschliessend für den Rücktransport verwendet werden kann. Eine solche erneute Belastung würde die Kiste nicht standhalten und dementsprechend durfte ich die von jemand anderem beschädigte Kiste für weitere 80 AUD entsorgen lassen. Nun auch noch so etwas!!! Nehmen die Schwierigkeiten denn überhaupt kein Ende?

Als ich anschliessend auch noch vom Warehouse Officer darauf hingewiesen wurde, dass er auch noch Geld für das Abheben des Deckels meiner Box verlangen könnte (25 Sek Arbeit), habe ich die restliche Demontage, mit einer ordentlichen Portion Wut im Magen, alleine hinbekommen. Einzig das Schieben des Mopeds aus den Radmulden, hat dann doch etwas mehr Kraft als Wut gekostet. Hat aber geklappt und die Wut war verflogen 😉

Bei der anschliessenden Quarantäne wurden meine Packliste, alle dazugehörenden Teile und das Motorrad auf Sauberkeit überprüft. Dass heisst, dass alle Dinge ausgepackt und begutachtet wurden, sowie in jeder Ecke meines Motorrades mit der Taschenlampe und Schraubendreher nach etwaigen Verschmutzungen gesucht wurde. Mein Zelt wurde ausgepackt und ausgeschüttelt, aus der Werkzeugbox wurden alle Nüsse und Bits entnommen usw.  Jetzt glaubt aber nicht das die ausgepackten Dinge wieder in die Verpackungen gepackt wurden. Nööö, die wurden alle fein säuberlich auf irgendeine Kiste abgelegt. Dennoch hatte ich hier, glücklicher Weise, mal keine Probleme gehabt. Alles mit einem Schulterklaps  und einem Lob für die Sauberkeit (lach) überstanden.
Das Zusammenpacken war dann aber meine Aufgabe für die nächste Stunde. Mit dem Wissen das irgendetwas Fehlt habe ich mich dann an den Zusammenbau meiner HPN begeben?
Hier war sofort klar, was fehlt. Auf einem dieser Bleche hatte ich meine Reparaturanleitung und das Werkstatthandbuch der BMW, ebenso wie verschiedenes Werkzeug und die Schrauben zur Befestigung meiner vorderen Bremse in einer Tasche fixiert. Naja, da dieses Blech nicht mehr vorhanden war, fehlte leider auch der Rest. Da ich aber keine Lust auf weitere Verzögerungen und irgendwelche Diskussionen bzgl. der Fahrsicherheit meines Motorrades hatte, habe ich die Bremse einfach mit Kabelbinder gesichert und mit zwei Alibi Schrauben versehen. So bin ich nach Freigabe und 8h später, vom Hof gefahren. Da es gar nicht mal so einfach ist, die vordere Bremse nicht zu betätigen, habe ich diese anschliessend einfach nach oben gedreht und mit Kabelbinder am Holm fixiert. Mit dieser Konstruktion bin ich dann selbstbewusst und Grüssend an jeder Polizeistreife vorbeigefahren. Was sollte ich auch sonst machen. Habe ich Euch eigentlich schon erzählt dass ich Kabelbinder liebe?

Wie Ihr aus dem oberen Absatz erkennen könnt, ist die alte Dame angesprungen, hat sich die Müdigkeit abgeschüttelt und los gings…in den Regen.

Die Länge der Schrauben für die vordere Bremse, als auch die Montage derselbigen wurde von einem Formel 1 Techniker des Teams Mac Larren vorgenommen. Kostenlos, dafür vom Ducati-Fachmann (wenn er mal nicht mit dem Team bei der Formel 1 unterwegs ist) versteht sich :-).

Den heutigen Tag habe ich dann mit Kostenvoranschlag, Schadensmeldung, Anpassungen des Gepäcksystem, Tanken und Wäsche waschen verbracht. Morgen geht es los. Life Tracker wird gestartet und das Abenteuer geht in eine weitere Runde. Diesmal… über den Alpine National Parc nach Canberra.

Euch eine Gute Zeit und bis bald.

Vielen Dank, für Euren Vielen Kommentare und EMails. Es ist schön zu Wissen dass da draussen Menschen sind, die Mitfühlen, Miträtseln aber auch Mitlachen.
Euch eine Gute Zeit und bis bald.

Die Zeit für “Extreme“


Pünktlich zur Abreise ist das sehnsüchtig erwartete Paket aus der Schweiz eingetroffen.

Um für Australien und seine stark unterschiedlichen Witterungsbedingungen (für weitere Infos siehe unten: Exkurs Klimazonen) gut ausgerüstet zu sein, hat mir Enduristan nun weiteres Reisegepäck aus Ihrem Programm geschickt.

Dementsprechend stellen sich nun neben den Monsoon-Satteltaschen,
dem Sandstorm-Tankrucksack auch die neu entwickelten Tornado-Packtaschen dem Abenteuer Terra Australis.

Dem aufmerksamen Leser ist es sicherlich bereits aufgefallen.

Was sind und wie sehen die neuen Tornado-Packtaschen aus?

Die Tornado – Packtasche ist eine Neuentwicklung von der Schweizer Firma Enduristan.  Obwohl die Serie erst im März 2012 verfügbar sein wird, darf ich Euch bereits heute die ersten Bilder von dem Vorserienmodell Tornado in der Größe L zeigen. Dieses ist auch das Modell mit dem ich durch Australien reisen werde.

     

Die Tornado Packtasche im Detail:

  • sind aus dem gleichen Material wie die Monsoon Satteltaschen.
  • ist hochwertig verarbeitet.
  • ist mit den altbewährten und robusten Familienschnallen von Enduristan ausgestattet.
  • hat zusätzliche Materialschlaufen zur sicheren und unverrutschbaren Befestigung der Tasche über z.B. ROKStraps oder Spanngurten.
    (Für mich sehr wichtig: Alternative Hersteller von Packtaschen scheinen sich nicht im Klaren zu sein, wie wichtig eine rutschfreie Führung und Befestigung von Gepäckgurten an Packtaschen ist. Gerade bei Fahrten, abseits befestigter Wege, ist es ein wichtiges Plus, wenn die Spanngurte und damit das Gepäck sicher an ihrem Platz bleiben.)
  • ist 100% wasserdicht.
  • hat einen langen querliegenden Rollverschluss.
  • hat eine Trageschlaufe und einen Schulterriemen
  • wird es in verschiedenen Größen geben.
  • wird im März 2012 in Serie gehen.

Damit bietet Enduristan nun ein vollständiges und Pisten-, Fernreise-, Reise-taugliches Rundumsorglos Paket.

Exkurs: Klimazonen in Australien:
Australien wird, aufgrund seiner großen Nord-Südausdehnung, in sechs unterschiedliche Klimazonen eingeteilt. Neben den großen Wüsten im Landesinneren, breiten sich die anderen Klimazonen kreisförmig darum aus, wobei der Norden tropisch und der Südosten eher einem gemäßigtem Klima entspricht.

Terra Australis – das Land im Süden –


! Am 01.Januar 2012 geht es los !

Mich hat es erwischt, der Gemeine Travel-Bug.
Auch bekannt unter, Fernweh oder Reisefieber. Bekannte Symptome sind die Lust auf Abenteuer, das Erleben von neuen Kulturen und deren Menschen, sowie das Sammeln von neuen Erfahrungen und die Erweiterung persönlicher Horizonte.
Wenn Du Angst vor dieser Krankheit hast, bitte verlasse umgehend diesen Blog. Wenn nicht, dann kannst Du hier meine Behandlung, also meine Reisevorbereitungen als auch später die eigentliche Reise verfolgen.

Aber vorsichtig, diese Seite hat Ansteckungspotential. Auch Ihr könntet dem Travel-Bug erliegen.

Wenn nicht bereits geschehen, wünsche ich Euch viel Glück dafür.

Viel Spaß auf meiner Motorradreise durch Terra Australis, das unbekannte Land im Süden.