Die Flinder Ranges


Leigh Creek ist ein kleines Mienenarbeiterdorf auf dem Weg Richtung Maree und damit zur Kreuzung des Birdsville und Oodnadatta Tracks. Die letzten Niederschläge haben große Teile der Pisten überspült, aufgeweicht und damit unbefahrbar gemacht. Der Oodnadatta Track ist gesperrt.

Aber, bis ich auf den Oodnadatta Track komme – in zwei Tagen – soll alles wieder i.O. sein.

Also, weiter straight ahead und heading Richtung Marree. Unter diesem Motto ging es von Hawker über die Flinders nach Leigh Creek.

Heute habe ich mal wieder so richtig schlecht geschlafen. Das gestrige Motelzimmer ist keine wirkliche Alternative zu meinem liebgewonnenen und gleichzeitig gehasstem Zelt. Während ich im Zelt oft erst zur einer frühen Morgenstunde in den wohlverdienten Schlaf falle (ab diesem Zeitpunkt sinkt die Temperatur auf erträgliche 32°C), steigt bereits beim ersten Sonnenschein die Temperatur im Zelt auf für mich auf einen schweisstreibenden und damit unerträglichen Zustand. In Motelzimmern, hindern mich Insekten, Flecken, undefinierbare Gerüche und Ekel oft an einem entspannten Schlaf. Dementsprechend müde bin ich in den heutigen Tag gestartet. Aufstehen – gähn – wie schrecklich – eigentlich will ich einem klimatisierten, isolierten und geräuschgedämmten Zeit bis zu Mittag weiterschlafen. Zusätzlich versprechen Gewitterwolken am Himmel einen weiteren Tag voller Niederschläge. Geht aber nicht, spätestens 10:00h muss ich aus gecheckt haben.

Müde packe ich alles ein und verlasse, mit 10 minütlicher Verzögerung das Motelgelände. Mein heutiges Tagesziel ist die Ortschaft Marree.

Müde bin ich die ersten KM – Richtung Abzweig zu dem Flinder Randes National Park  aufgebrochen. Soll ich wirklich diesen Umweg auf mich nehmen oder direkt zum heutigen Tagesziel Maree und damit am Oodnadatta bzw. Birdsville Track fahren. Ich habe doch schon so viele östliche Gebirgszüge in Australien gesehen. Was soll denn hier wieder anderes sein? Die Beschreibungen aus dem Reiseführer versprechen aber eine schöne und besondere Berglandschaft. Wer weiss, wann ich mal wieder in Australien bin, also Augen zu und den Blinker Richtung Flinders gesetz.

Die ersten KM-Richtung Flinders zeigen sich als reines Schlachtfeld. Alle paar Meter liegen Tierkadaver bzw. Skelette am Rand der Strasse. Dort, wo man sie nicht sehen kann, stinken Sie einem aus dem Randstreifen entgegen. Kurz bevor ich mich übergeben muss, erreiche ich endlich den National Park Flinder Ranges (ab hier nur noch Flinders). Ab hier gibt es dann keine Tierkadaver mehr dafür eine sehr schöne Muränenlandschaft, welche in sich in verschiedenen Farben präsentiert. Die Strecke Richtung Binman zeigt grandiose Ausblicke in eine farbenfrohe Welt. Einfach wunderschön und eine Belohnung für den gefahrenen Umweg. Da ich unbedingt nach Marree will, muss ich den Nationalpark in nördlicher Richtung über Blinman verlassen. Bereits auf dem Weg nach Blinman fahre ich über verschiedene Floodways die ein Resultat der letzten Niederschläge zeigen. Geröll, Erdreich und Geäst liegen in den Creeks und auf der Strasse. Auf der Piste Richtung Marree und damit zur Hauptstrasse passiert nun das, wovor ich mich die ganze Zeit gefürchtet hatte. Die Strasse ist weggespült und ich habe zwei Möglichkeiten a) entweder alles wieder zurück fahren und damit einen Umweg von ca 280km in Kauf nehmen oder aber b), sich seinem Schicksal ergeben und die ersten Flussdurchfahrten wagen. Ich entscheide mich für Variante b und schaffe meine erste Wasserdurchfahrt. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass ich weitere zwölf mit vielen Steinen, Sediment und Wasser vor mir habe, so hätte ich wahrscheinlich den UMWEG IN KAUF GENOMMEN.

Die letzte Nacht, vor Marree, und damit den Beginn des Oodnadatta und Ende des Birdsville Track verbringe ich in Leigh Creek
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5 Antworten zu “Die Flinder Ranges

  1. Hi Sahari,

    die Wasserdurchfahrt sieht ja noch einigermaßen harmlos aus. Durch welche Tiefen musstest Du denn?
    Ich finde ja Schlamm viel schlimmer als Wasserdurchfahrten. So hat jeder sein Fable.

    Gott sei Dank hast Du es ja gepackt und wie man sieht ohne Blessuren oder Abwürfe. 😉

    LG aus dem kalten Solingen, Anke

    • Morgen Aenki. Die Wassertiefen waren sehr unterschiedlich – würde zwischen 10cm und 30cm sagen. Schwieriger war eher der sandige oder felsige Untergrund, sowie die Furten. Abwürfe im Wasser konnte ich zum Glück vermeiden 😉 LG aus dem Herzen Australiens bei 36°C (10:00h) 🙂

      • Moin! Moin!
        Oh, hier sind es aktuell -14°C. Es war heute die kälteste Nacht in NRW. 😦 Mein Diesel sprang aber Gott sei Dank noch an.
        Wie gerne hätte ich jetzt auch 36°C – über den Tag verteilt. 😉

  2. Hi Carsten,
    falls Du unterwegs mal einen Witz erzählen möchtest:

    Ein Geistlicher und ein australischer Schafhirte treten bei einem Quiz gegeneinander an. Nach Ablauf der regulären Fragerunde steht es unentschieden, und der Moderator der Sendung stellt die Stichfrage, die da lautet: Schaffen Sie es, innerhalb von 5 Minuten einen Vers auf das Wort Timbuktu zu reimen?
    Die beiden Kandidaten ziehen sich zurück. Nach 5 Minuten tritt der Geistliche vor das Publikum und stellt sein Werk vor:
    I was a father all my life,
    had no children, had no wife.
    I read the bible through and through
    on my way to Timbuktu.
    Das Publikum ist begeistert und wähnt den Kirchenmann bereits als den sicheren Sieger. Doch da tritt der australische Schafhirte vor und dichtet:
    When Tim and I to Brisbane went
    we met three ladies cheap to rent.
    They were three but we were two
    so I booked one and Tim booked two.

  3. Hi Jutta! Schade…, diesen Witz hätte ich zu gerne, in William Creek, dabei gehabt. Wäre etwas für Bruce gewesen. (Siehe Post –> Der Oodnadatta Track). Wer weiss für was ich den noch gebrauchen kann 😉

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