Tagesarchiv: 6. Februar 2012

Die Flinder Ranges


Leigh Creek ist ein kleines Mienenarbeiterdorf auf dem Weg Richtung Maree und damit zur Kreuzung des Birdsville und Oodnadatta Tracks. Die letzten Niederschläge haben große Teile der Pisten überspült, aufgeweicht und damit unbefahrbar gemacht. Der Oodnadatta Track ist gesperrt.

Aber, bis ich auf den Oodnadatta Track komme – in zwei Tagen – soll alles wieder i.O. sein.

Also, weiter straight ahead und heading Richtung Marree. Unter diesem Motto ging es von Hawker über die Flinders nach Leigh Creek.

Heute habe ich mal wieder so richtig schlecht geschlafen. Das gestrige Motelzimmer ist keine wirkliche Alternative zu meinem liebgewonnenen und gleichzeitig gehasstem Zelt. Während ich im Zelt oft erst zur einer frühen Morgenstunde in den wohlverdienten Schlaf falle (ab diesem Zeitpunkt sinkt die Temperatur auf erträgliche 32°C), steigt bereits beim ersten Sonnenschein die Temperatur im Zelt auf für mich auf einen schweisstreibenden und damit unerträglichen Zustand. In Motelzimmern, hindern mich Insekten, Flecken, undefinierbare Gerüche und Ekel oft an einem entspannten Schlaf. Dementsprechend müde bin ich in den heutigen Tag gestartet. Aufstehen – gähn – wie schrecklich – eigentlich will ich einem klimatisierten, isolierten und geräuschgedämmten Zeit bis zu Mittag weiterschlafen. Zusätzlich versprechen Gewitterwolken am Himmel einen weiteren Tag voller Niederschläge. Geht aber nicht, spätestens 10:00h muss ich aus gecheckt haben.

Müde packe ich alles ein und verlasse, mit 10 minütlicher Verzögerung das Motelgelände. Mein heutiges Tagesziel ist die Ortschaft Marree.

Müde bin ich die ersten KM – Richtung Abzweig zu dem Flinder Randes National Park  aufgebrochen. Soll ich wirklich diesen Umweg auf mich nehmen oder direkt zum heutigen Tagesziel Maree und damit am Oodnadatta bzw. Birdsville Track fahren. Ich habe doch schon so viele östliche Gebirgszüge in Australien gesehen. Was soll denn hier wieder anderes sein? Die Beschreibungen aus dem Reiseführer versprechen aber eine schöne und besondere Berglandschaft. Wer weiss, wann ich mal wieder in Australien bin, also Augen zu und den Blinker Richtung Flinders gesetz.

Die ersten KM-Richtung Flinders zeigen sich als reines Schlachtfeld. Alle paar Meter liegen Tierkadaver bzw. Skelette am Rand der Strasse. Dort, wo man sie nicht sehen kann, stinken Sie einem aus dem Randstreifen entgegen. Kurz bevor ich mich übergeben muss, erreiche ich endlich den National Park Flinder Ranges (ab hier nur noch Flinders). Ab hier gibt es dann keine Tierkadaver mehr dafür eine sehr schöne Muränenlandschaft, welche in sich in verschiedenen Farben präsentiert. Die Strecke Richtung Binman zeigt grandiose Ausblicke in eine farbenfrohe Welt. Einfach wunderschön und eine Belohnung für den gefahrenen Umweg. Da ich unbedingt nach Marree will, muss ich den Nationalpark in nördlicher Richtung über Blinman verlassen. Bereits auf dem Weg nach Blinman fahre ich über verschiedene Floodways die ein Resultat der letzten Niederschläge zeigen. Geröll, Erdreich und Geäst liegen in den Creeks und auf der Strasse. Auf der Piste Richtung Marree und damit zur Hauptstrasse passiert nun das, wovor ich mich die ganze Zeit gefürchtet hatte. Die Strasse ist weggespült und ich habe zwei Möglichkeiten a) entweder alles wieder zurück fahren und damit einen Umweg von ca 280km in Kauf nehmen oder aber b), sich seinem Schicksal ergeben und die ersten Flussdurchfahrten wagen. Ich entscheide mich für Variante b und schaffe meine erste Wasserdurchfahrt. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass ich weitere zwölf mit vielen Steinen, Sediment und Wasser vor mir habe, so hätte ich wahrscheinlich den UMWEG IN KAUF GENOMMEN.

Die letzte Nacht, vor Marree, und damit den Beginn des Oodnadatta und Ende des Birdsville Track verbringe ich in Leigh Creek