Am Ende des Cassiar Highways halten wir uns erstmal rechts und folgen dem Alaska Highway nach Watson Lake.
Watson Lake – das Tor zum Yukon
Die Stadt entstand während des Baus des Alaska Highways im Jahr 1942. Mit ihren etwas über 1.100 Einwohnern wäre Watson Lake in Deutschland wohl eher ein Dorf als eine Stadt. Im hohen Norden Kanadas übernimmt der Ort jedoch die Rolle eines wichtigen Versorgungszentrums. Trotz der geringen Einwohnerzahl verfügt Watson Lake über ein Krankenhaus, mehrere Hotels, Supermärkte, Tankstellen, einen Flughafen, Schulen sowie das Northern Lights Centre und den berühmten Sign Post Forest. Für uns ist Watson Lake vor allem der erste größere Versorgungsort, seit wir zuletzt in Prince Rupert einkaufen waren.



Der berühmte Schilderwald von Watson Lake
Die Hauptattraktion von Watson Lake ist ohne Zweifel der Sign Post Forest. 1942 reparierte der amerikanische Soldat Carl Lindley während des Baus des Alaska Highways ein Wegweiserschild und ergänzte kurzerhand ein Schild zu seiner Heimatstadt Danville in Illinois. Andere Soldaten machten es ihm nach – und daraus entstand eine bis heute lebendige Tradition. Inzwischen sollen hier nahezu 100.000 Schilder aus aller Welt stehen. Besucher bringen eigene Ortsschilder, Nummernschilder oder selbstgefertigte Tafeln mit und verewigen sich im Schilderwald.

Natürlich fehlen auch deutsche Ortsschilder nicht. Wenn ihr euch also einmal wundert, wo beispielsweise das Ortseingangsschild von Berlin, Solingen-Gräfrath oder Köln geblieben ist – denkt an Watson Lake mit seinem Schilderwald. Die Wahrscheinlichkeit ist gar nicht so gering, dass es hier irgendwo hängt.





Ich schlendere durch den Schilderwald und reise innerhalb weniger Minuten einmal um die ganze Welt. Die ältesten Schilder befinden sich dabei im Zentrum der Anlage. Ob Freakshow oder nicht – beeindruckend ist es allemal.
Und natürlich ist eines der ersten Schilder, das mir ins Auge fällt, mit „Schlegel“ beschriftet.

Der 60. Breitengrad südlich von Watson Lake
Anschließend fahren wir zu unserem heutigen Übernachtungsplatz direkt am Alaska Highway. Dort befindet wir uns überraschender Weise am 60. Breitengrad. Dieser Grad markiert damit die Grenze zwischen British Columbia und dem Yukon.

Besonders spannend finde ich den Vergleich mit unserem Lieblingsreiseland Finnland der letzen Jahre. Die finnische Hauptstadt Helsinki liegt ebenfalls ungefähr auf 60° nördlicher Breite. Damit befinden wir uns zwar geografisch auf derselben Höhe wie Helsinki – allerdings in einer deutlich wilderen und wesentlich dünnen besiedelten Landschaft.
Soooo …. jetzt werden erst einmal die frischen Einkäufe vernichtet und der Schlafplatz eingerichtet. Wir übernachten heute direkt am 60. Breitengrad – wir sind heute einfach zu müde für eine Stellplatz suche.
Morgen geht es auf dem Alaska Highway Richtung Dawson City via Whitehorse weiter.