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Die HPN ist wieder in Deutschland !


Verdammt, was war ich aufgeregt!

Nach langer Wartezeit ist mein Motorrad nun wieder in Deutschland eingetroffen. Am 01.Juni sind Martin und ich nach Bremerhafen gefahren um das Motorrad endlich wieder in Deutschland einzuführen. Nachdem ich mich in Australien kurzfristig für den Transport via Roll – On – Roll Off und dementsprechend ohne Motorradbox entschieden hatte, stand immer noch die Frage im Raum: Wieviele Menschen sind während der Verladung auf dem Krad gefahren und in welchem Zustand kommt mein Motorrad in Deutschland an? Diese Frage hat sich noch dadurch verstärkt als ich gesehen habe, dass mein Mopped eine RTW, also Round The World Tour hinter sich hat.

Entsprechend aufgeregt bin ich zu Hause ins Auto eingestiegen um mit einem stetig steigenden Adrenalin Level in Bremerhafen auszusteigen.

Nachdem alle Abfertigungsdokumente unterschrieben wurden ging es zum letzten Zwischenstopp und damit zum Lagerort meines Motorrades im Zollhafen.

Es ist sicherlich für viele Menschen unvorstellbar, dass ein Motorrad mehr als nur ein lauter und stinkender Metallklumpen ist. Für mich bedeutet mein Motorrad allerdings: Abenteuer und Freiheit pur.

Mit diesen Gefährten bin ich an Orten auf der Welt gewesen, die ich mit einem Auto wahrscheinlich nie und nicht so kostengünstig erreicht hätte.
Gerade wenn man mit einem Motorrad über einen längeren Zeitraum unterwegs ist/war, so wird dieses so etwas wie ein stummer Reisezeuge. Der Beweis dafür, dass man wirklich unterwegs war. Etwas zum Anfassen und zum Erinnern.

Doch bevor ich einen ersten Blick auf meinen „metallenden Reisekumpanen“ und damit auf meine Enduro werfen konnte, hiess es „WARTEN“. Warten, auf den nächsten Hafenmitarbeiter, welcher uns den den Weg zum Lagerplatz zeigen konnte.
Sekunden wurden zu Minuten, Minuten zu Stunden: Frühkindliche unerträgliche Erinnerungen an die wenigen Minuten bis zu dem Zeitpunkt an dem der Weihnachtsmann (es war immer mein Vater) mit der Glocke läutete und sich damit der Raum zum Weihnachtsbaum und den darunter liegenden Geschenken öffnete, zerrten an meinen Gedanken. Die Wartezeit wurde schier unerträglich. Wie ein schmerzender Zahn, der bei jedem Gedanken daran immer stärker schmerzt.
Doch dann ging alles ganz schnell: „Fahrt mir einfach hinterher“, ruft ein Hafenarbeiter in unsere Richtung. Und das taten wir. Keine 500m von dem Ort an dem wir auf diesen Moment gewartet hatten stand mein Motorrad regengeschützt in einer Mehrzweckhalle.
Verdammt, seit zwei Monaten steht mein Motorrad nun wieder in meiner Garage und dennoch erinnere ich mich an die Schmerzen in meinem Gesicht, welche ich zu dem Zeitpunkt hatte, als ich mein Mopped zum ersten mal nach Australien wieder sehen konnte. Glücklicherweise waren es Schmerzen vor Freude. Hätte ich keine Ohren gehabt, so hätte ich im Kreis gegrinzt.

Mit dem Erhalt meines Motorrades war mein Abenteuer nun auch physisch vorbei. Neben Freude schwang nun auch Wehmut mit. Gedanken an den ganzen Ärger, den ich bei der Anreise und Abholung meines Motorrades in Australien hatte sind wie verflogen. Zu groß ist die Freude über das Erlebte und mein Motorrad wieder in den Händen zu halten.

Der letzte Weg führte uns „drei“ dann noch zur Zollabfertigung im Bremerhafen und damit zur offiziellen Einfuhr meines Motorrades in die Bundesrepublik Deutschland.

Nun ist es wieder hier, meine HPN. Fragt sich nun nur für wie lange. Erste Ideen schlummern bereits in der obersten Schublade 🙂

You are leaving now the experiences and adventures of – Terra Australis – an adventure on a motorcycle.

Thank you for visiting!

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