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Heulsuse?


Nachdem ich nach dem fünftem Surftag in der Apotheke von Lancelin ein paar Bewegungstests machen musste, wurde ich für einen Tag in Bewegungszwangspause versetzt. Neben der stark schmerzenden und geprellten Rippe, haben sich nun die Armgelenke, eine geprellte Schulter und ein durch das ewige auf das Surfbrett klettern abgeschürftes Bein dazu gesellt. Ich kann Nachts vor Schmerzen nicht mehr schlafen. Schon doof, wenn man eigentlich hundemüde ist, aber immer wieder von Schmerzen geweckt wird. Voltaren, Paracetamol und Hotpacks sollen die  Genesung unterstützen. Die letzten fünf Tage im Wasser waren für mich sehr anstrengend.

El Ninio, ein Wetterphänomenen, was alle zwei bis sieben Jahre im Pazifikraum, zwischen der Westküste Südamerikas und Südostasien auftritt, hat mir ordentlich zugesetzt. Stark vereinfacht dargestellt verändern sich bei diesem Phänomen die Luftmassen und die Oberflächenwassertemperaturen. Dieses sorgt dann, wie in diesem Jahr vor der Westküste von Australiens, für eine erhöhte Wassertemperatur (ungefähr + 2°C), einen ungefähr 60cm höheren Meeresspiegel sowie veränderte Windbedingungen im Vergleich zu einem „Normal“ Jahr.

Für mich und meine anstehende Windsurfkarriere entstehen dadurch folgende Probleme:

  • das sonst flache Wasser bei Lancelin ist nun so tief, dass ich als Anfänger nicht mehr stehend auf das Surfbrett krabbeln kann. Ich muss mich aus Gewässern, wo ich die Füße nicht mehr auf den Boden bekomme, auf das Brett katapultieren. Dieses ist für einen Anfänger, der dann doch deutlich öfters im Wasser landet, deutlich schwerer als wenn, man, wie in einem normal Jahr, Bodenkontakt hat.
  • der Uferbereich ist voll mit Seegras, welches sich vor der Küste bis zu 1,5m auftürmt. Ergo, sehr schwerer Einstieg, extrem unangenehmer Geruch und erschwerte Surfbedingungen, weil sich das Seegras gerade im Küstenbereich oft an der Finne verfängt.
  • schwacher und ablandiger Wind sowie wechselnde Windrichtungen.
  • starker Wellengang.

All diese Punkte habe es mir nicht gerade leichter gemacht. Aufgrund der schlechten Wind- und Wasserverhältnissen und den Schmerzen habe ich nach fünf Tagen mir eine Ruhepause gegönnt. Am letzten Tag hat der Wind ein Surfen erneut nicht zugelassen, so dass ich wohl erst im April wieder auf einem Brett stehen darf. Mal sehen, ob ich das bis dahin gelernte dann umsetzten kann. Schliesslich bin ich trotz dieser Verhältnisse ein paar mal, wenn auch sehr langsam und wackelig, raus und wieder rein gefahren. Wenden, und nicht immer im Wasser landen, hat dann trotz Wellen und wenig Wind geklappt.

Wenigstens konnten die windarmen Tage noch genutzt werden. Dieter ist nach seinem Photoshot in Perth für ein paar Tage bei mir vorbeigekommen. Neben einem kleinen „Training“ beim Windsurfen (meine letzte Aktion auf dem Wasser) haben wir die Tage, mit einem Rausschmiss aus einer Kneipe, ein paar Runden Backgammon, einem Paypal-Betrug aus Malaysia, ein paar tollen Sonnenuntergängen, einer Polizeiverfolgungsjagd und verdammt teuerem Bier verbracht.   Also, keine Langweile, dafür wenig Erfolg 😉

Ich bin nun bereits in Fremantle und muss morgen zum Zoll, um mein Moped für die Rückreise nach Deutschland vorzubereiten. Danach heisst es ein paar Tage in Fremantle und Perth zu verbringen, um anschliessend mit einem Campern die letzten Tage im Süden Westaustraliens zu verbringen. Hier stehen ein paar weitere Highlights an. Da wären u.a. Margaret River, Valley of the Giants, Denmark und ein Glasbodenboot. Mehr wird aber noch nicht verraten.  RedDänStan

Geraldton und der indische Ozean


Ich habe einen tollen Campingplatz, etwas außerhalb der Stadt, direkt am Ozean gefunden. Diese Stadt ist mit etwa 30.000 Einwohnern, die fünftgrößte Stadt in West Australia. Geraldton selbst ist ein wichtiges Fischfang-, Schafzucht-, Tagebau-, Weizen- und Tourismuszentrum. Desweiteren ist Geraldton bei Windsurfern und Kitern sehr beliebt. Der starke Wind und Brandung sind, zu dieser Jahreszeit und für diese Sportarten, ideal. Hier lässt es sich aushalten und ich beschliesse, für die nächsten drei Tage, mein Basislager einzurichten, Wäsche zu waschen und notwendige „Näharbeiten“ an meiner Short durchzuführen. Allerdings muss ich beim Nähen der Short wohl so unglücklich ausgesehen haben, dass mich eine Dame (Barb) mit den Hinweis auf ihre Nähmaschine angesprochen hat. Kurz danach hat Barb (Big Mumma) mir die Short genäht. Das war mal wieder nett. Einfach Spitze, diese Australier!!!

Am Strand treffe ich den belgischen Nachwuchs Windsurfer, Dieter van der Eyken. Er wurde im Alter von achtzehn Jahren  die Nummer Acht auf der weltweiten Rangliste im PWA Freestyle. Momentan trainiert er in einem Surfer Paradise nördlich von Geraldton. Am nächsten Tag bin ich zu diesem „Trainingslager“ gefahren, konnte ihn aber leider nur nach dem Training antreffen. Dieter beim Training zu photographieren, ist für mich ein weiterer Grund, um bis Montag in Geraldton zu bleiben. Auch er pflegt einen Blog, wie immer, könnt ihr diesen hier finden.

Ein weiterer Grund, um einen Tag länger hier zu bleiben, ist der indische Ozean. Die Spaziergänge, die Sonnenuntergänge und das Baden im Ozean sind der Hammer. Ich weiss gar nicht ob ich von hier jemals wieder weg will.

Heute mal ein kurzer Artikel, dafür mit mehr Bildern. Ich werde gerade zum Barbeque gerufen. Hm, lecker.


Den letzten Abend, vor meiner Weiterreise, habe ich mit Michelle, Big Mumma und Dieter (von links) verbracht. Nach einem sehr leckeren Abendessen (Big Mumma, hat extra Känguru zubereitet) musste ich seid sehr langer Zeit eine Niederlage, bei dem Spiel „Towers“/Jenga, erleben.

Ob es einen Zusammenhang zwischen

meinem Beer-Cycle und meiner Niederlage gibt? Das muss, wenn ich wieder nüchtern bin,   ausgewertet werden.

Nach einem tollen Sonnenuntergang, in Sunset Beach, geht es morgen weiter zur Shark Bay (ca. 400km nördlich von Geraldton).