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Do it, the Barry Way!


Das was Ihr auf den Bildern seht ist, glücklicherweise, kein Blut. Aber es stammt vom Barry Way. Was es genau ist und wie es dahin gekommen ist, findet Platz in einen weiteren Bericht.

Aber, alles der Reihe nach.

Canberra: Der letzte Abend vor meiner Weiterreise war dann mal richtig „lecker“. Michael hat mich, zur Feier des Tages, zum Barbecue eingeladen.

Eine Einladung zum Barbecue oder Barbie, ist eigentlich nichts anderes als bei uns eine Einladung zum Grillen. In New South Wales und Canberra stehen diese Barbecues in Rest Areas, auf Parkgeländen oder Campingplätze rum. Jeder kann diese kostenlos benutzen. Wer jetzt denkt, dass diese Dinger verdreckt sind und sich die Grillabfälle vom Vor-Benutzer noch an Ort und Stelle befinden, der irrt sich gewaltig. Diese Barbecues werden täglich gereinigt. Was mir besonders positiv aufgefallen ist, ist dass jeder den Grillplatz ordentlich verlässt, die Platte grob reinigt und seinen Müll mit nimmt. Ein weiteres Beispiel für die bisher sehr angenehme und zivilisierte australische Gesellschaft.

Nach diesem ordentlichen Mahl, ging es am nächsten Morgen Richtung Süden, durch den Namadgni National Park. Anschliessend wollte ich, über die Tooma Road und den Alpine Way, in den Kosicuszko National Park. Ich wusste, dass mich an diesem Tag ein langer Fahrtag erwartet. Aufgrund der relativ geraden Streckenführung, hatte ich neben ein paar unpaved/gravelpit Roads und ein paar Kurven, nichts besonderes erwartet. Ich hatte ja schon alles gesehen,… dachte ich.

Dann kam mal wieder alles anders.

Die ca. 340km entpuppten sich als eine Mischung aus Schotter- und Sand-Piste sowie einer nicht enden wollenden Aneinanderreihung von Kurven.

Der Strassenbelag der Piste durch den Namadgni National Park, war abgetragen und an der Oberfläche befand sich Sand. Nicht schlecht um die Gummikuh mal auf sandigen Wegen zu testen. Nach schweißtreibenden 80km, bin ich dann auf die Asphaltstrasse gekommen, welche mich über die Tooma Road und Alpine Road in die Snowy Mountains führen sollte. Auch hier musste ich wieder eine neue Erfahrung machen.

Es gab wirklich diese Momente/Situationen, in denen ich keine Kurven mehr fahren wollte, sondern einfach nur stur geradeaus zum nächsten Campingplatz.

Übernachtet habe ich dann in der Stadt Jindabyne und am gleichnamigen See. Hier konnte ich mir ein anderes Bild, ein Sommerbild, der Stadt machen. Ruhig und verschlafen sind, im Sommer, ein paar Fischer und Ruderer die Hauptattraktionen der Stadt. Dieses Bild wandelt sich in den Wintermonaten, wo die Stadt, obwohl nur ca. 1900 Einwohner, ca. 20000 Winter- und Skifreunde beherbergt.

Der darauffolgende Tag entwickelte sich zu dem bisher schönsten und abwechslungsreichsten Fahrtag den ich hatte.
Der Grund, der Barry Way, eine Gravelroad die durch den Kosciuszko- und Alpine National Park führt.

Die ersten Kilometer auf der Piste des Barry Way führten durch offene und weite Flächen, in denen eine Vielzahl von Tieren lebt. Leider überleben aber nur wenige die Überquerung des Barry Way, bzw. die Autos, die darüber fahren, so dass die ersten 30km mit Tierkadavern bzw. deren verwesenden Gerüchen gespickt waren. Eine Landschaft in der es nach Tod und Verwesung gerochen hat, einfach….lecker 😦 Eine permanente Übelkeit und der Drang mich zu übergeben waren diese Zeit meine Begleiter. Es gibt schöneres. Doch, wie sollte das alles nur weiter gehen?

Ganz einfach… „Fucking beautiful“, das würde zu mindestens Michael über den weiteren Verlauf der Strecke sagen.
Der Barry Way, noch nicht einmal im Lonley Planet beschrieben, hat sich für mich, in seinem weiteren Verlauf, in eine Traumstrasse verwandelt. Diese Piste mit einer Länge von 116km schlängelt sich mitten in das Herz der Snowy Mountains. Eine schmale Strasse, mal sandig, mal schottrig, mit tiefen Spurrillen oder Wellblech führt in engen Kurven durch eine traumhafte Berglandschaft. Der Geruch von Eukalyptus liegt in der Luft, während der braune Snowy River langsam durch das Tal fliesst.

Die Temperatur von über 37°C im Schatten, lud mich zum Verweilen am Fluss ein, wo sich sofort die erbarmungslosen und hartnäckigen australischen Fliegen über mich hermachten. Kaum zu glauben, aber die Biester geben erst Ruhe, wenn sie erfolgreich in die Nasen oder Ohrlöcher gekrabbelt sind.

Um diesen sehr schönem Tag noch eine weitere Krone aufzusetzen, hat sich die Farbe der sandigen Piste langsam in rot verwandelt. Ein toller Anblick, gerade in Kombination zu dem saftigem grün der Eukalyptusbäume sowie dem blauen Dunst der Eukalyptusöle am Horizont. Leider erweist sich dieser Sand bei Regen, als sehr ungeeignet zum Bremsen. Und genau, es hat geregnet ;-). In einer steilen Linkskurve hat es mich dann fast zerschellt. Beherzt bin ich auf diese Kurve zugefahren, leicht angebremst um anschliessend souverän die Linkskurve zu Meistern. Weit gefehlt. Statt zu verzögern bin ich über die Piste und in die Kurve, Richtung Abhang gerutscht. Nur ein beherzter Gasstoss, mit ordentlich Druck auf die rechte Fussraste, hat mich zwar rutschend, aber unfallfrei, durch die Kurve geführt. In Zukunft wird bei Regen etwas langsamer und bedachter gefahren. Das Ergebnis dieser Piste und des Regens, ist meine blutig rote Kuh, glücklicherweise von dem roten Sand und nicht von einem erwischten, „Was-Auch-Immer“. Was beim Barry Way aber auch keine Überraschung gewesen wäre.

Der letzte Fahrtag stand im Namen des Prince Freeway. Die Strassen südlich der Flinder Ranges, ziehen sich in rechtwinkeligen  Formen durch plattes Land und bieten wenig Abwechslung. Dementsprechend sind diese Strassen nichts für uns Motorradfahrer.

Heute, Sonntag, der 22.01.2012, bin ich am Anfang der Great Ocean Road, welche ich in den nächsten drei Tagen meistern möchte.

Für die Kilometer – König:
19.01.2012: Canberra – Jindabyne -> 362,9km
20.01.2012: Jindabyne – Nicholson -> 282,5km
21.01.2012: Nicholson – Bellarine -> 411,6km

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