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Terra Australis in Motorrad Abenteuer Ausgabe 3 im Jahr 2014


Da war doch noch etwas, oder?

Wusstet Ihr schon dass dieser Blog mittlerweile von über 33000 Menschen aufgerufen wurde?

Viele waren und sind immer noch an meinen Geschichten aus und über Australien interessiert. Mit so einem Interesse hatte ich zu dem Zeitpunkt als ich den Blog erstellt habe wirklich nicht gerechnet. Ursprünglich als reiner Reiseblog für den engen Familien- und Freundeskreis geschrieben, hat er sich sehr schnell entwickelt und ein größeres Publikum angesprochen.

Motorrad Abenteuer 03/2014So hatte auch das Motorradreisemagazin „Motorrad Abenteuer“ Interesse an meiner Reise und einen Artikel von mir in der Ausgabe Mai/Juni 2014 veröffentlicht, welcher eine Zusammenfassung meiner Reise ist und durch Reisetipps ergänzt wurde.

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Travel-bug.org, einfach mal ganz anders.

Hier der Link zu meinem Artikel.

Damit bin ich nun offizieller Reiseautor. Gut, das mag vielleicht etwas dick aufgetragen sein und nebenbei wohl auch nicht ganz der Wahrheit entsprechen, dennoch, man mag es mir verzeihen, bin ich darüber ein wenig stolz.

Motorrad Abenteuer war schon immer die Zeitung meiner Helden, die sich  wagemutige ohne Angst und Furcht den Herrausforderungen einer Welt im Sattel eines Motorrades stellen. Ich las von Reisen, die ich gerne machen wollte, mir aber nie vorstellen konnte. Und nun bin auch ich einer der die Chance beim Schopfe gepackt hat und sich wagte über den Tellerrand zu schauen und sich in das „Abenteuer Motorrad“ zu stürzen.

Einfach Klasse.

Allen Interessierten wünsche ich viel Spaß beim Lesen und Mitreisen.

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Die Nachbereitung: Australien


Was wollte ich eigentlich in Australien? Wer will denn da hin? Ist doch sowieso nur eine Notlösung wegen der Unruhen in einigen der Mittelmeer-Anrainer Staaten sowie in einigen Ländern in Afrika.
Dieses waren meine ersten Gedanken an Australien.
Heute, bereits mehr als sechs Monate nach meiner Rückkehr, bleibt mir nur ein Fazit über Australien

„Australia, you are fucking beautiful!“.

Während meiner Zeit in Australien bin ich etwa 15000 km gefahren. Davon war ich etwa 12000 km mit meiner Enduro unterwegs und die Hälfte davon auf unbefestigten Wegen. Sengende Hitze und monsoonartiger Regen, Sand-, Geröll-, Staub-, Wellblechpisten und Waldwege, Fluss- und Wasserdurchfahrten sowie steile Auf- und Abfahrten mussten gemeistert werden.
Halt vieles, was der Endurist so mag.
Ich bin durch die Great Dividing Range gefahren, konnte die Kunststadt Canberra mit seinen in Australien einzigartigen Museen besichtigen. Bin gefühlte tausend Kurven durch die Snowy- und Blue Mountains gefahren, um über die Great Ocean Road ins Herz und damit in das wahre Outback Australiens zu fahren.
Ich konnte die Einsamkeit, aber auch die Ruhe des Outbacks auf dem Oodnadatta Track und der Great Central Road erleben, um letztendlich an der schönen Westküste ausgespuckt zu werden.
Während dieser Zeit bin ich durch eine einzigartige Flora und Fauna gefahren und habe sehr viele offene, nette und stets hilfsbereite Menschen getroffen.
Gerade der Unterschied zwischen den Menschen der für australische Verhältnis stark besiedelten Ostküste zu den Menschen im Outback sowie an der Westküste haben mir einen einzigartigen Eindruck der Probleme und Stimmungen der Menschen gegeben.

Diese Menschen machen für mich Australien aus!
Sei es die Bratwurst im Brötchen, die sich unverhofft in mein Gesichtsfeld und später in meinen Magen schob, oder die eine oder andere Einladung zum kühlem Bier und Gespräch, der Verkäufer der mir die Roadsign schenkte die ich später auf meinen Motorradhelm klebte, Claudia aus Gerolton, welche mir einen für mich verwirrenden, aber auch erklärenden Einblick in „die Welt einer australischen Frau“ beschrieb. Selbst die Asiaten, die mich voller Begeisterung während der Fahrt auf meinem Motorrad anhielten, nur um unbedingt ein Bild von meinem Mopped und mir zu machen oder die Radfahrer und „Rucksack-Wanderer“, die um die sengende Hitze des Outbackes zu umgehen immer bei Nacht unterwegs waren.
Die nette Dame im Roadhouse von Tjukajirla auf der Great Central Road mit ihrem eigentümlichen, aber sehr lebhaften Lachen ( welches immer noch in meinen Ohren hallt und mir ein Lächeln ins Gesicht bringt), aber auch die Aborigines, welche mich mit dem Boomerang bedrohten oder alkoholisiert und sehr gewalttätig durch die Straßen von Alice Spings zogen.

Als Vertreter für die vielen Menschen (an deren Namen ich mich leider nicht mehr erinnern kann) stehen: Michael, Tom, Werner und Claudia, Beat und seine Frau, Deb und Stephen, Claudia, Tom und seine Bekannte aus Alice Springs, Mitch, Barb und Garvin, alle netten Menschen vom Sunset Beach Campground in Geralton, Andrew, Frank, Alain, Werner und natürlich Dieter.
All diese Menschen sind für mich irgendwie Australien. Dessen wahre Schönheit, aber auch brutale und harte Realität erst durch die darin lebenden Menschen zur Geltung kommt.

Die Menschen und deren Geschichten sind für mich das wahre Australien und der Grund, warum ich eine so unvergessliche Reise in das für mich unbekannte Land Down Under hatte. Euch gebührt mein tiefer Dank für eine unvergessliche und wunderschöne Zeit in Down Under.

Als Fazit bleibt mir nur wenig zu sagen ausser dass ich jedem, der/die schon immer den Wunsch hatte, aber insbesondere den Menschen, die noch unschlüssig sind, nach Australien zu fahren, raten:

Fahrt, macht Euch Euren eigenen Eindruck von Australien.

Aber Vorsicht, seit gewarnt! Australien verändert Menschen, auch Dich/Euch!

Es ist nicht sichtbar, aber auch mich hat Australien verändert. Und dafür bin ich sehr dankbar.

!!! Great Southern Land !!!

Doch wie geht es nun weiter?

Mein Abenteuer Terra Australis ist noch nicht abgeschlossen.
Aufgrund einiger sehr nachhaltigen und motivierenden Menschen habe ich mich entschlossen die Reise, meine Erfahrungen und die noch nicht erzählten Geschichten in einem Buch wieder zugeben.
Dieses soll neben dem eigentlichen Reisebericht auch die Brücke zu einem „Reiseführer“ über die Regionen und Orte die ich bereist habe schlagen. Vielleicht schafft es auch Menschen, die mich noch gar nicht kennen, zu einer Reise in dieses schöne Land zu motivieren und damit zu einem Buch zum Nachfahren zu werden. Es gibt schon erste Gespräche mit einem Verlag, der den Weg zu einer solchen Veröffentlichung ebnen könnte.

Desweiteren ist eine Photoshow im Anschluss an das Buch geplant, welche im Jahr 2013 auf verschiedenen Veranstaltungen gezeigt wird. Wieviele und in welchem Rahmen, habe ich och nicht entgültig entschieden.

Zu Guter Letzt möchte ich mich bei dir Dir,dem Leser, bedanken.

In diesem Jahr haben bereits 21000 Menschen auf diese Seite zugegriffen.
Seit dem 25. Februar 2012 wurde aus 47 Ländern der Welt auf meine Seite geklickt.
Aus 30 Ländern wurde meine Seite zwischen einem oder von bis zu zehn Lesern besucht.
Während von den Top Five Countries insgesamt 6455 Besuchern seit dem 25.02.2012 gezählt werden können.

Diese Top Five Countries sind:

  • Deutschland
  • Schweiz
  • Österreich
  • Australien
  • Lichtenstein

Dieser Blog und alle seine Artikel bleiben bestehen. Dennoch wird es in den nächsten Wochen hier einige Anpassunge geben, um Platz für neue Abenteuer zu schaffen.

Seid gespannt. Bis dahin Liebe Grüße vom Stan

Aussie Crates – Vorbesprechung –


Weiter nach Fremantle und auf zu Aussie Crates. Erschreckend, die Temperaturen und die Luftfeuchte steigen immer weiter. Perth erstickt am heutigen Tag in einer Wolke aus Abgasen und Nebel. Die Luft ist schwül, Stop and Go ist angesagt. Willkommen in der Großstadt. Hier merke ich, wie sehr ich mich an die Menschenleere und saubere Luft des Outbacks gewöhnt habe. Wie gerne würde ich direkt wieder zurück auf die Great Central Road. Aber, ich bin Deutsch und für heute steht etwas anderes auf dem Plan. Ein unangemeldeter Besuch bei der Firma Aussie Crates in Fremantle. Die Firma ist Spezialist für den Bau von massangefertigten Transportkisten, egal ob aus Holz oder Metall. Sie bietet eine Vielzahl individueller Anpassungsmöglichkeiten und baut Kisten nach den eigenen Wünschen. Da ich eine neue Motorradbox benötige (siehe Damage Report), ich weder das Material, die Ressourcen, noch die Lagermöglichkeiten für den Eigenbau einer Kiste habe, ist diese Firma, mit der Nähe zum Containerhafen von Fremantle, der optimale Ansprechpartner. Eine wichtige Sache, da so die zusätzlichen Transportkosten, um die Motorradbox in den Hafen von Fremantle zu transportieren, deutlich reduziert wird. Ungefähr eine Stunde vor Ladenschluss bin ich vorgefahren und unmittelbar von Ian beraten worden. Keine zwanzig Minuten später war alles besprochen und ich konnte weiter Richtung Norden fahren. So stelle ich mir eine kundennahe Beratung und kompetente Abwicklung vor. Weiter geht es für mich nach Geraldton und damit direkt zum indischen Ozean.

Ein Tag im Straßenverkehrsamt (VIC roads)


Ihr wundert Euch wie man einen Tag im Strassenverkehrsamt verbringen kann? Ich mich auch!


Ist aber gar nicht mal so doof dort. Da lernt man viele nette Menschen kennen! Ausserdem gibt es da einen tollen Snack-Automaten und ganz viele Supervisor. Irgendwie hat jeder im Straßenverkehrsamt vom Melbourne seinen eigenen Supervisor. Gar nicht mal so schlecht, oder? So hat jeder etwas zu tun und keiner hat ne Ahnung von irgendwas. Aber, don‘t worry.

Die unten beschriebene Situation , hat so und in etwa, heute stattgefunden. Alles unterliegt meiner subjektiven Wahrnehmung und muss nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen 😉

Hier die Abkürzungen für den folgenden Text.
AS: Angestellte Strassenverkehrsamt
SV: 1-3: Supervisor

Am Schalter:

  1. AS: „Guten Morgen!“ 
  2. Ich: „Guten Morgen! Wie geht‘s?“ 
  3. AS: „Danke gut, und Ihnen?“
  4. Ich: „Danke, auch gut.“ 
  5. AS: „Wie kann ich Ihnen helfen?“
  6. Ich: „Ich möchte ein „Non-Registered Vehicle Transport Accident Cover“ kaufen bzw. abschliessen.“
  7. AS: „Ein was?“

Gut, ich mag manchmal etwas schnell und vielleicht auch undeutlich sprechen, aber ich glaube, die Dame hatte mich verstanden, schien nur nicht zu wissen, was das eigentlich für ein Dokument ist.

Runde 1:

  1. Ich: „Also, eine „third party insurance“ (Haftpflichtversicherung) for non-registered vehicle (also für mein Moped), bitte. 
  2. AS: „Haben Sie Ihr Fahrzeug importiert?“
  3. Ich: „Nein.“ 
  4. AS: „Warum brauchen Sie dann so eine Versicherung?
  5. Ich: „Weil ich mein Fahrzeug temporär unter dem Schutz eines Carnet de Passage eingeführt habe und gerne Haftpflichtversichert durch Australien reisen möchte.“
  6. AS: „Da habe ich schonmal was von gehört. Ich frag mal SV 1.“

Runde 2:

  1. SV 1: Was möchten Sie? 
  2. Ich: „Ich möchte (siehe Punkte oben 1 – 5).
  3. SV 1: Tiefes ausatmen,…Pause, dann „Davon habe ich keine Ahnung, ich frag mal SV 2“. 

SV 2, hat mir dann direkt gleichen Fragen gestellt, so dass ich gezwungen war, mein Ass aus dem Ärmel zu ziehen.

Runde 3:

  1. Ich: „Also, genau sooo ein Dokument möchte ich gerne haben. Hier sehen Sie. Dieses ist, beispielhaft, so ein Dokument was ich für mein Fahrzeug benötige.“
  2. SV 2: Warum möchten Sie so ein Dokument haben, wenn Ihr Fahrzeug doch gar nicht importiert ist?
  3. Ich: Große Augen
  4. Ich: Durchatmen
    Körperliche Gewalt habe ich als Lösung ausgeschlossen, auch wenn ich darüber kurz nachgedacht habe.
  5. Ich: „Ich dachte, ein Fahrzeug muss in Victoria (Australien) versichert sein.“
  6. SV 2: „Natürlich muss es das. Aber Ihr Fahrzeug ist doch gar nicht hier.“ 
  7. Ich: „ Schauen Sie sich das Dokument mal an“.
  8. SV 2: „Das Dokument kenne ich, frage mal SV 3, ob wir dass ausstellen können“.

SV 3 hat zu meinem Anliegen keine weiteren Fragen gestellt. Dafür hat er ein Gesicht gezogen, welches nur eine Deutung zulassen konnte. „Warum muss das immer mir passieren! Offensichtlich hatte SV 3 keinen weiteren SV „XYZ“, oder dieser war gerade mit Kaffee holen beschäftigt, und er musste sich der Situation stellen.

Die letzte Runde:

  1. SV 3: „Da Sie Ihr Fahrzeug importiert haben, müssen Sie sich australische Kennzeichen besorgen und dementsprechend Ihr Fahrzeug einer technischen Überprüfung und dem offiziellen Verfahren der Fahrzeug-Registrierung unterziehen. 
  2. Ich: „Neeeeeeeiiiinnnn, meine Fahrzeug wurde nur temporär eingeführt und wird von mir wieder mit nach Deutschland mitgenommen!“

Ich weiss nicht, ob es mein Schrei oder meine entzerrter Gesichtsausdruck war, aber mit dem was es auch immer gewesen sein mag, habe ich offensichtlich alle Beteiligten überzeugt. Der ganze Kompetenzcenter hat sich dann mal kurz zurückgezogen und nach einer Lösung gesucht.

Die Zwischenzeit habe ich dann gleich mit verschiedenen gute Taten verbracht.

  • Ich habe einem Neu Seeländer, der seine Brille vergessen hatte, die Führerscheinnummer vorgelesen.
  • Ich habe mir einen Burger gekauft und damit eine Lokale Anti-Atomwaffen Community Group unterstützt.
  • Dem gleichen Neu Seeländer, dem ich bereits seine Führerschein – Nummer vorgelesen hatte, habe ich diese erneut vorgelesen bzw. einfach sein komplettes Antragsformular ausgefüllt. Er hatte beim ersten Dokument versehentlich, die Führerscheinnummer und ein paar weitere Daten in die falschen Felder eingetragen. Woran das wohl gelegen haben kann? Die Frage, warum er im Strassenverkehrsamt ist wenn er nix sehen kann, habe ich mir hier einfach mal verkniffen.

Letztendlich konnte mir weitergeholfen werden. Ich bin nun im Besitz einer „Non-registered vehicle certificate number“ und dem dazugehörenden Dokument „Non-Registered Vehicle Transport Accident Cover“.

 

 

Nachtrag:
Gerade als ich das Strassenverkehrsamt verlassen hatte, gab es auf dessen Parkplatz einen leichten Auffahrunfall. Und jetzt ratet mal wer am Steuer gesessen hat? Richtig, mein Freund, der Neu Seeländer. 🙂

Heat Blast … oder Melbourne per Fahrrad


Zum Frühstück habe ich mir erst einmal die Tageszeitung Herald Sun gegönnt. Der Blick auf Seite 1 hat mir dann erst mal einen mittleren Schrecken versetzt. HEAT BLAST….sollten sich etwa alle Warnungen bzgl. der großen Hitze in Australien bereits in Melbourne bewahrheiten?

Melbourne, sowie die gesamte Ostküste sind eher durch gemäßigte Temperaturen bekannt, meistens wie bei uns im Sommer. Dementsprechend wollte ich diese Region zur Akklimatisierung nutzen um anschliessend gut vorbereitet in das Heiße Outback vorzustossen.  Diesem Vorhaben hat mir dann nicht nur der HeatBlast sondern auch das immer noch nicht eingetroffene Carnet einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Und hier bin ich dann direkt beim Thema Carnet.  Wie Ihr wisst, ist das Carnet so etwas wie der Reisepass für mein Motorrad. Es wird für die Einfuhr nach Australien benötigt. Da dieses Papier immer noch nicht eingetroffen ist, steht mein Motorrad noch in der Sicherungsverwahrung in Melbourne. Wenn das Carnet eintreffen sollte, dann muss die komplette Motorradbox aus der Sicherungsverwahrung Richtung Tullamarine in der Nähe vom Flughafen Melbourne transportiert werden. Hier könnte ich die Box anschliessend entgegen nehmen, die Plombe unter Aufsicht vom Zoll und Quarantäne entfernt werden um anschliessend die Box zu öffnen. Dieses ganze Prozedere wird nochmals ein paar Tage dauern. Wann ich hier weg komme steht momentan leider noch in den Sternen.
Sollte das Carnet allerdings nicht eintreffen??? Dann habe ich keine Ahnung wie es weitergehen kann. Momentan wird auf allen Fronten gekämpft.  Eventuell gibt es jedoch die Chance, dass ich die Sicherungsleistung selber hinterlege und hoffentlich bei Ausreise des Fahrzeuges wieder zurück bekomme. Allerdings hätte dieses Vorgehen bereits vor der Abreise deklariert werden müssen. Es wird geprüft, ob dieses eventuell möglich sein könnte. Ihr könnt vermuten wie ich mich fühle. Auf die Fachberatung der Deutschen Post  bin ich jedenfalls nicht gut zu sprechen.

Aber lassen wir dieses sehr teure und ärgerliche Detail erst einmal Aussen vor, und widmen uns dem Grund dieser Reise. Das Abenteuer Terra Australis und dementsprechend auch Melbourne.

Strommodus an:
Wenn ich bisher dachte, dass San Francisco eine der schönsten Städte sei, die ich gesehen habe ist, muss ich dieses nun dringend revidieren.  Melbourne ist einfach der Bergische Oberhammer!!!

Mit kurzer Hose, Sonnenbrille und einigen Getränken habe ich mich dann auf Erkundungstour begeben. Allerdings war Anfang gar nicht so einfach. Ich musste permanent auf dem Fussweg, den Fussgängern ausweichen. Doch nicht nur das hat zu einigem Wirbel geführt, sondern auch die Tatsache das ich beim überqueren einer Strasse, trotz linkem Schulterblick, fast überfahren worden wäre (okay, so schlimm war es nicht, hört sich aber eher nach Abenteuer an). Den Fehler konnte ich, nach einer Schrecksekunde, schnell identifizieren. Die Australier Fahren nicht nur, sondern gehen auch auf der falschen Seite. Damit war ich dann als Tourist und Falsch“geher“ identifiziert.

Weiter ging es dann erst einmal zum Queen Victoria Market. Dabei handelt es sich um einen chaotischen aber dennoch recht angenehmen Markt, welcher 1884 gebaut wurde. Den Charme der damaligen Architektur kann man auch heute noch erleben.  Dennoch soll der Markt auch heute noch einer der Größten der südlichen Hemisphäre sein. Das besondere für mich war aber dessen hübschen Läden und mit einer Vielfalt an Produkten. Mehr als 600 Händler verkaufen hier allerlei Produkte. Hier bekommt man, ausser Motorräder, einfach alles.

Entlang der Elisabeth Street ging es für mich bis zum Melbourne Sackbahnhof in der Flinder Street und weiter bis zu dem Federal Square. Letzterer verbindet moderne Architektur mit Freizeit und Erholung. Insbesondere dessen Lage am Yarra River machen diesen zu einem beliebten Treffpunkt für Melbourner als auch für dessen Touristen.

Da ich leider immer noch keine Möglichkeit habe um, an mein Motorrad und damit die eigentliche Reise zu starten habe, bin ich dann einfach mal mit dem Fahrrad durch die Stadt gefahren. Auch hier zeigt sich Melbourne mal wieder von einer sehr angenehmen Seite. In der gesamten Innenstadt, sowie an verschiedenen „Hotspots“, befinden sich Fahrradstationen, an denen man sich für wenig Geld ein Fahrrad, für einen oder mehrere Tag ausleihen kann. Zurückgeben kann man die Räder an jeder Radstation. Das System nennt sich hier „Bike Share“.

Mit dem Bike konnte ich dann meinen Aktionsradius deutlich erhöhen und einige der Hauptattraktionen der Stadt erradeln.

Während dieser 6h Radtour, habe ich mich in diese Stadt verliebt. Selten bin ich so sicher und geordnet durch eine Großstadt gefahren. Es gibt sehr gut Radwege und sehr viele  Grünflächen oder Parkanlagen, welche von den Menschen mit einer mir unbekannten Gelassenheit genutzt werden. Selten habe ich so viele Möglichkeiten für eine aktive Freizeitgestaltung gesehen. Dieses Angebot scheint auch von vielen angenommen zu werden. Das habe ich dann auch sofort empirisch ermitteln müssen. Ich habe zehn mal, je eine Minute lang, über einen Zeitraum von dreissig Minuten, die  Anzahl der Jogger zur Mittagszeit am Royal Botanic Garden gezählt.
Und nun meine Frage. Wieviele Jogger habe ich im Durchschnitt pro Minute gezählt? Der, der am Nächsten dran ist, bekommt ein sportliches Motiv aus Gosch‘s Paddock im Melbourne Olympic Park zugeschickt.

Lösung:
Es waren im Durschnitt 22,3 Jogger(innen) die ich während der Zeit gezählt habe. Leider waren keine mit Kinderwagen oder Hund dabei 🙂

Weiter ging es durch Southbank, St. Kilda und fast bis an die Docklands (bis dorthin war mir dann doch ein wenig zu weit).

Vielleicht motivieren Euch die nächsten Bilder auch ein paar Tage in Melbourne zu verbringen?

Happy New Year and the day after


Als Erstes wünsche ich Euch und Euren Familien ein frohes Neu Jahr!

Mit dem Jahreswechsel hat mein Abenteuer, Terra Australis, begonnen.
Im wahrsten Sinne des Wortes. Doch dazu in einem späterem Artikel mehr.

Am 01. Januar 2012 bin ich, pünktlich um 14:35h, von Düsseldorf mit Zwischenstopp in Dubai und Kuala Lumpur nach Melbourne geflogen.

Air Emirates, also die Fluggesellschaft mit der ich geflogen bin, haben mit dem aussergewöhnlich gutem Service und einen tollen Entertainment-Angebot den Flug recht schnell und angenehm über die Bühne gehen lassen. Es ist schon toll wenn, man sich sein eigenes Entertainment gestalten kann 😉 Das habe ich dann auch getan. Nach 4 Movies, mehren Games, Hörbüchern und unter Sternenhimmel bin ich am 03. Januar um 02:00h (local time) in Melbourne gelandet.
Dennoch waren insbesondere die letzten 3,5h Stunden Flugstrecke etwas ganz besonderes für mich. In dem Moment wo all die Städte, die bisher nur in meinem Kopf, auf Landkarten und in meiner Streckenplanung auf dem Monitor im Flieger auftauchten, konnte ich den Kopf nicht mehr vom Fenster lassen. Ich musste einfach mit eigenen Augen sehen, was das letzte Jahr nur in meinem Kopf existierte hat, die Ort, die Landmasse, der Kontinent. Es wurde alles Real und ich konnte ein breites Grinsen und die Vorfreude nicht mehr für mich behalten. Wenn Grinsen in Energie umgewandelt werden könnte, wäre der Flieger diese letzen Stunden mit meiner  Grins-Energie geflogen.

Hier ein paar Eindrücke vom Flug.


Auch die von mir gefürchtete Einreise ging überraschender Weise relativ einfach und schnell über die Bühne. Keine weiteren Probleme, sogar die Hunde der Australischen Quarantäne haben irgendwann von meinem Motorradhelm abgelassen. Vielleicht sollte ich mir die Helmschale mal genauer ansehen. Ein Schelm wer böses denkt 😉

Um 02:45h habe ich zum ersten mal, und bei 32°C, Australischen Boden betreten. Ich sage Euch, ich hatte immer noch genügend Energie.

Hier ein kleiner Tipp. Meine Sitznachbarin, eine Australierin welche, mehrmals pro Jahr nach Australien fliegt, hat mich auf den zu erwartenden „australischen Terror“ (Ihre Worte) bei der Einreise hingewiesen. Wartezeiten von 3h sind hier tagsüber keine Seltenheit. Da wir aber in der Nacht eingereist sind und nur wenige Flieger zu dieser Zeit landen (wir waren die einzigen am Airport), klappte die Einreise hier deutlich schneller. Ein toller Nebeneffekt, gerade wenn man bereits über 27h unterwegs und dementsprechend gerädert ist.

Terra Australis – das Land im Süden –


! Am 01.Januar 2012 geht es los !

Mich hat es erwischt, der Gemeine Travel-Bug.
Auch bekannt unter, Fernweh oder Reisefieber. Bekannte Symptome sind die Lust auf Abenteuer, das Erleben von neuen Kulturen und deren Menschen, sowie das Sammeln von neuen Erfahrungen und die Erweiterung persönlicher Horizonte.
Wenn Du Angst vor dieser Krankheit hast, bitte verlasse umgehend diesen Blog. Wenn nicht, dann kannst Du hier meine Behandlung, also meine Reisevorbereitungen als auch später die eigentliche Reise verfolgen.

Aber vorsichtig, diese Seite hat Ansteckungspotential. Auch Ihr könntet dem Travel-Bug erliegen.

Wenn nicht bereits geschehen, wünsche ich Euch viel Glück dafür.

Viel Spaß auf meiner Motorradreise durch Terra Australis, das unbekannte Land im Süden.